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Eindrücke vom 41. Alsfelder Stadt- und HeimatfestWeniger Andrang, starke Stimmung

ALSFELD (ls/jal). Ob es daran lag, dass die Alsfelder nicht so recht feiern können, wenn ihr Marktplatz eine Baustelle ist – oder ob das Fußballspiel FC Bayern gegen den BVB einige vorm heimischen Fernseher gehalten hat? Die Antwort wird sich schwer herausfinden lassen. Viele Besucher des Stadtfestes waren sich jedoch einig: Im letzten Jahr war etwas mehr los gewesen. Schöne Bilder und Eindrücke gab es trotzdem.

Auch wenn vielleicht weniger Besucher als sonst da waren, so waren einige doch weit angereist. Aus Marburg, zum Beispiel. Die Stadt sei bezaubernd, das Fachwerk rund um den Grabbrunnen herum hatte es den Gästen angetan. Auch wenn sie nicht direkt wegen des Stadtfestes gekommen waren, so tummelte sich unter den Besuchern doch auch eine Familie aus New York City, die ihren Sommerurlaub bei Alsfelder Verwandten verbrachte. In trachtenähnlichen Kleidern sprangen und tanzten zwei kleine New Yorkerinnen rund um den Brunnen – zu Musik aus der Konserve, denn die Band Halb 6 hatte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zu spielen begonnen.

Sogar aus New-York kamen die Gäste auf dem Alsfelder Stadtfest in diesem Jahr – wenn auch eher etwas zufällig. Foto: jal

Ganz anders als im Klostergarten. Er war wegen der Marktplatz-Baustelle der Hotspot in diesem Jahr. Zwischen rockigen Tönen von der Bühne – für die zunächst die Schüler der Rock- und Pop-Werkstatt sorgten – tummelten sich hier am frühen Abend Musikliebhaber, Feierwütige und Genießer. Platz gab es zwar auch hier, aber je weiter der Abend voranschritt, um so voller wurde der Platz – und um so lauter wurde es auf der Bühne. Dafür sorgte die Band Ohrfutter, die von Mr Punch, einer Marillion-Coverband, abgelöst wurde, ehe zum Schluss mit kraftvollen Klängen No Reason übernahm.

Während es sich in der Mainzer Gasse rund um den Cocktailstand wie gewohnt staute, lud die TV-Arena am Schwälmer Brunnen und am Kirchplatz zu mehr Platz und vor allem Tanz ein.


Kurz getrübt wurde die Feierlaune gegen Mitternacht: Rauchgeruch zog durch die Altstadtgassen, ein Feuerwehreinsatz mitten in der Innenstadt. Doch relativ zügig konnte die am Marktplatz stationierte Feuerwehr Entwarnung geben: lediglich angebranntes Essen auf einem Herd, die Party kann weiter gehen. Und das tat sie auch, wenn auch der Marktplatz vielen als Bindeglied zwischen den einzelnen Hotspots gefehlt haben dürfte.

Gute Stimmung am Klostergarten. Foto: jal

Für Gürsad Genç war es ein ganz besonders Stadtfest. Im April 1999 eröffnete der Wirt seinen Dönerladen Schlemmereck am Rossmarkt. Seit 20 Jahren, so erzählt er, sei er immer bei dem Fest dabei. „Ich bin der Erste, der aufmacht – und der Letzte, der nach dem Fest zumacht“, sagt er, während er für einen der hungrigen Nachtschwärmer auf seiner extra aufgebauten Theke einen frischen Döner zubereitet. Der richtig große Andrang kommt zur späten Stunde in der Nacht. Dann, wenn die Musik ausgeht, die Partymeute weiter durch die Altstadtgassen zieht und bis in den Morgen gefeiert wird. Das hat die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt.

Viele weitere Eindrücke vom Alsfelder Stadtfest


Ein Gedanke zu “Weniger Andrang, starke Stimmung

  1. Lieber Juri Auel, da Stadtfest Alsfeld haben Sie im Bericht wunderbar dargestellt und mit tollen Fotos ergänzt. Ich bin fast 50km angereist und habe es auch als sehr angenehm und unterhaltsam wahrgenommen. Allerdings fehlt Ihrem Bericht eine Beschreibung der Musik im Klostergarten voll und ganz. Und das war das Herzstück der Veranstaltung. Weil essen und trinken kann ich überall. Auf der Fotostrecke nur die lokalen Bands zu zeigen und nicht die aus Italien angereiste Band, sehr fahrlässig. Denken sie mal an die Veranstalter, denen es bestimmt sehr hohe Überwindung gekostet hat eine Marillion – Coverband zu engagieren. Die Musik ist sehr speziell und sicher nicht mehr ganz zeitgemäß, hatte aber sehr hohe Qualität. Und die Zuschauer haben es trotzdem toll gefundenen, ein Hauch von Europa in der Provinz. Denken sie an die Sponsoren die das Fest auch im nächsten Jahr unterstützen sollen. Das sollte man im Bericht auch würdigen. Sonst ist irgendwann Schluß mit umsonst und draußen. Und gerade das macht Alsfeld aus!

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