Patrick Krug, Mitglied im SPD-Landesvorstand. Foto: SPD
Patrick Krug. Foto: SPD

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SPD-Politiker zieht Konsequenzen aus Umzug - und will 2021 wieder antretenPatrick Krug legt politische Mandate im Vogelsberg nieder

EXKLUSIV| GREBENAU (jal). Der Grebenauer SPD-Politiker Patrick Krug will in Kürze seinen Sitz im Vogelsberger Kreistag sowie den im Grebenauer Stadtparlament aufgeben. Das teilte Krug Oberhessen-live mit. Der 30-Jährige zieht damit die Konsequenzen daraus, dass er zurzeit hauptsächlich in Breitenbach am Herzberg wohnt. 


Krug hat im Mai vergangenen Jahres die Breitenbacher SPD-Politikerin Tabea Heipel, jetzige Heipel-Krug, geheiratet, mit der er vor kurzem einen Sohn bekommen hat. Er habe zunächst vorgehabt, mit seiner Frau nach Alsfeld zu ziehen und dort ein Haus zu kaufen, sagte Krug. Aufgrund der aktuellen Lage des Immobilienmarktes sei es dazu allerdings nicht gekommen. Aus diesem Grund habe er sich entschlossen, mit seiner Familie in Alsfeld neu zu bauen, der entsprechende Antrag ist bereits gestellt. Bis das neue Haus fertig sei, dauere es jedoch, und in dieser Zeit lebe er in Breitenbach am Herzberg im Landkreis Bad Hersfeld-Rotenburg.

Wer nicht hauptsächlich im Vogelsbergkreis wohnt, kann jedoch dort auch nicht im Kreistag sitzen, selbst wenn er zurzeit der Wahl dort noch seinen Hauptwohnsitz hatte. „Allgemein gilt, dass die Ausübung eines Kreistagsmandats unter anderem an das Innehaben eines Wohnsitzes im Landkreis gebunden ist. Bei Inhabern von Haupt- und Nebenwohnungen im Sinne des Melderechts gilt der Ort der Hauptwohnung als Wohnsitz“, hieß es auf Anfrage von OL von der Pressestelle des Landkreises. Dasselbe gilt parallel für Stadtverordnetenversammlungen.

Der Kreiswahlleiter war im vergangenen Jahr auf Krugs Situation angesprochen worden und hatte bereits im September „die Stadt Grebenau um melderechtliche Bewertung der Angelegenheit gebeten“, heißt es vom Kreis. „Nach hiesigem Kenntnisstand sind die entsprechenden Prüfungen noch nicht abgeschlossen“, hieß es weiter. Anonym meldete sich die vergangenen Tage ein Leser von OL bei unseren Magazin und gab an, der Tippgeber an den Wahlleiter gewesen zu sein. Im Zuge einer Recherche zu dem Thema meldete sich Krug selbst bei Oberhessen-live und verkündete, seinen Rücktritt von den entsprechenden Ämtern einleiten zu wollen.

Der Schritt sei bereits geplant gewesen und falle ihm nicht leicht. „Ich habe das gerne gemacht“, sagte er über seine politische Arbeit vor Ort. Dazu kündigte der Richter an, dass er nach seinem Umzug nach Alsfeld bei der nächsten Kommunalwahl 2021 „bestimmt wieder kandidieren“ werde. Der Vogelsberger SPD will Krug die Treue halten.