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Romröder Bürgermeisterin soll für den Kreisverband VB ins Rennen gehenWarum Richtberg für die CDU-Landesliste zur Europawahl vorgeschlagen ist

ROMROD (jal). Eines gleich vorweg: Die Chancen, dass es klappt, sind der Partei zufolge äußerst gering. Doch zumindest theoretisch besteht die Möglichkeit, dass Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg für die CDU ins Europarlament einzieht. Die Idee dazu soll nicht von Richtberg selbst stammen.

Er habe Richtberg gebeten, sich für die Landesliste aufstellen zu lassen, sagte Dr. Jens Mischak, Chef der Vogelsberger CDU, im Gespräch mit Oberhessen-live. Die Romröder Bürgermeisterin hege jedoch selbst nicht wirklich Ambitionen, ins Europarlament nach Straßburg einzuziehen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg ist Mischak zufolge auch nicht wirklich gegeben. „Das ist nichts, womit man rechnen kann: dass Dr. Birgit Richtberg Europaabgeordnete wird“, sagte er.

Mischak sprach bei der ganzen Sache von einer „Zählkandidatur“ – was in etwa den olympischen Gedanken von „Dabeisein ist alles“ ins Politische übersetzt. Die hessische CDU kann in der Regel ein bis zwei Abgeordnete nach Straßburg entsenden, dennoch stehen am Ende gerne über 20 Namen auf der Liste, wird jeder Kreisverband nach möglichen Kandidaten gefragt. Längst nicht jeder Bewerber schafft es auf die eh viel zu lange Liste. Doch es gehört, so könnte man sagen, eben etwas zum politischen Showlaufen hinzu, einen Repräsentanten ins Rennen zu schicken, der die eigene Region bei dem Auswahlverfahren vertritt – selbst wenn es nur symbolischer Natur sein sollte.

Und auf die Geschlechtsverhältnisse in der Politik anspielend, sagte Mischak, es sei sein Wunsch gewesen, dass der Kreisverband Vogelsberg diesmal von einer „profilierten Frau“ repräsentiert werde. Richtberg selbst war trotz mehrerer Versuche am Samstag auf ihrem Mobiltelefon für OL nicht zu erreichen.

Landesparteitag in Alsfeld

Man hoffe auf eine gute Platzierung Richterbergs, war am Samstag in der Einladung des Kreisparteitags in Eudorf zu lesen. Dort wurden die Delegierten gewählt, die am 16. Februar in der Alsfelder Stadthalle zusammen mit den Abgesandten aus den anderen hessischen Kreisverbänden der CDU die Landesliste letztlich beim Landesparteitag beschließen werden. Listenplatz zehn bis 15 sei etwas, mit dem man rechnen könne, sagte Mischak.

Richtberg steht in Teilen Romrods zurzeit massiv in der Kritik, vor allem, seitdem bekannt wurde, dass der Mietvertrag für das von ihr vorangetriebene Seniorenwohnprojekt „Leben und Wohnen im Alter“ (Luwia) überraschend geplatzt ist. Auf die Frage, ob er es bereue, Richtberg um eine mögliche Kandidatur gebeten zu haben, sagte Mischak: „Ich habe sie im Herbst gefragt und würde sie jetzt wieder fragen.“ Richtberg strebte bei der vergangenen Landtagswahl das CDU-Direktmandat an, musste sich jedoch im kreis- und parteiinternen Wahlkampf letztlich Michael Ruhl aus Herbstein geschlagen geben.

Spannend wird, ob Richtberg es auf den Vorschlag der Liste schafft, den ein Wahlvorbereitungsausschuss erarbeitet und den Delegierten anschließend präsentiert. Sollte sie nicht sofort draufstehen, könnten sich die Abgesandten dennoch für sie stark machen.

10 Gedanken zu “Warum Richtberg für die CDU-Landesliste zur Europawahl vorgeschlagen ist

  1. Mist gebaut und dann schnell weg, so können das unsere „tollen“ Politiker machen. In der freie Marktwirtschaft wäre man schon längst entlassen worden und wäre verklagt worden!!!!

    1. Hätte, wäre, wenn, gewesen… Bei allem Verständnis für Ihren Verdruss über die Politik, lieber Herr Weppler, muss man leider feststellen, dass sich
      a) die Politiker durchaus innerhalb dessen bewegen, was Sie „freie Marktwirtschaft“ nennen (wahrscheinlich meinen Sie die Privatwirtschaft, hätten aber auch damit nicht recht!);
      b) weswegen ja der „Rat“ aktiver und ehemaliger Politiker in der Wirtschaft sehr gefragt ist (siehe Auftragsvergabe für Bauprojekte, Militärausrüstung, private Beraterverträge usw.), unter den Abgeordneten zahlreiche Wirtschaftslobbyisten sind und sich für manche Lusche und manchen Abgewählten aus der Politik in der sog. freien Wirtschaft immer noch ein warmes Plätzchen findet (Ist der Schnellzug noch nicht da, singen wir pofallala!);
      c) Und haben Sie schon mal was von Boni für Spitzenmanager gehört, die sich für Milliardenverluste belohnen und sich beim goldenen Handschlag (= Rauswurf aus der Firma) schon vorsorglich Abfindungen gesichert haben, die sie am früh einsetzenden Lebensabend trotz eines halben Dutzends Ehefrauen kaum noch verprassen können (guckst du https://www.google.com/search?q=GOldener+Handschlag+und+Boni&rlz=1C1ZKTG_deDE802DE803&oq=GOldener+Handschlag+und+Boni&aqs=chrome..69i57.9951j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8)?.
      Also lassen Sie bitte diejenigen Loblieder auf die freie Marktwirtschaft singen, die davon tatsächlich profitieren. Für Gerhard Schröder oder Joschka Fischer lohnt sich die als Politiker nicht erbrachte Leistung doch erst nach der Politik in der freien Wirtschaft: Satt honorierte Reden vor Honoratioren schwingen, in 100 Aufsichtsräten den Arsch breit sitzen, für schlecht verkaufte Bücher Millionen-Vorschüsse kassieren, lukrative Rechtsanwaltsmandate wahrnehmen, Beraterfirmen gründen usw., usw.
      Selbst bei einem LuWiA-Projekt verdient sich die freie Wirtschaft (Planungs- und Architekturbüros) dank der Politik und einer laschen kommunalen Bauaufsicht, die ja gerade Honorar-Exzesse verhindern soll, eine goldene Nase, bevor auch nur ein Bauarbeiter die Baustelle betreten hat.
      Nee, nee… In der „freien Marktwirtschaft“ sind Politik und Wirtschaft schon bestens verzahnt. Da passt kein Blatt Bibeldruckpapier zwischen. Als letztes Beispiel: Bankenrettung (https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article215324247/Bankenrettung-kostete-Steuerzahler-womoeglich-68-Milliarden.html). Und jetzt kommen Sie.

  2. Na will sich da jemand verdünnisieren um nicht mehr für eigene Fehler gerade stehen zu müssen? Mit Wiesbaden hatte es ja schon mal nicht geklappt.

  3. Warum liest man eigentlich nichts dazu, dass der Heizungsbauer noch nicht zu Werke war und aktuell mit einer Behelfsheizung täglich Hunderte von Euro mit Feinstaub in den Romröder Himmel geblasen werden? Oder das die elektrischen Inneninstallationen nach Wunsch von Soziovita bereits gefertigt wurden … Muss ja ein super Vertrag der Stadt Romrod gewesen sein.

  4. Mein Vorschlag: Rücktritt und Verzicht auf Pensionsansprüche! Hätte man das Geld dem DRK, der Johanniter oder jemand anderem für so ein Projekt fähigen gespendet, dann würde jetzt irgendwo in Romrod an der richtigen Stelle eine schöne Unterkunft für Senioren stehen. Da platzt mir die Hutschnur!

  5. Alter Grundsatz: Bewirb dich nur dann für ein Amt, wenn du im Zweifelsfall auch bereit wärst, es anzunehmen. So eine Meldung ist vor dem Hintergrund des offenbar herrschenden LuWiA-Chaos eine Unsensibilität der höchsten Güteklasse. Statt mal öffentlich Stellung zu beziehen und dem Romröder Bürger mal die Angst vor dem Entstehen eines Millionengrabs mitten im Ort zu nehmen, wird abgetaucht und mit Straßburg kokettiert. Da kann der Herr Mischak relativieren so lang er will. Manche Leute sind sich für nichts zu schade.

  6. Da fällt einem nichts mehr zu ein. Es muss sich von den etablierten Politikeren keiner mehr wundern warum die AFD immer stärker wird. Und immer wieder das selbe Bild bei Merkel wie hier auf kommunaler Ebene. Politiker an der Macht versammeln Ja-Sager ohne eigene Meinung um sich herum, während Leute, die etwas auf dem Kasten haben und Ihre Meinung sagen, abgesägt und kurz gehalten werden. Das sich sowas rächt bekommen die zu spüren, die den Scherbenhaufen dann zusammenkehren müssen während die Verursacher ihre Schäfchen im Trockenen haben.

    (Vor)Gelebte Demokratie in Deutschland…

  7. Richtberg selbst war trotz mehrerer Versuche am Samstag auf ihrem Mobiltelefon für OL nicht zu erreichen.

    Ab einem gewissen Gesellschaftsstand meidet man den Pöbel. Man kommuniziert dann per Hofberichterstatter. Erwartet die frohe Botschaft des amtlichen Mitteilungsblattes der Schlossstadt (O-Z). Man wird den (grauen) Star-Reporter sicherlich schon zu Kaffee und Gebäck geladen haben – oder fiel er durch seine jüngste Berichterstattung vor einem Kleinkonsumkaufwarenladengeschäft in Ungnade?

    Erneut stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage: Wohin ist der örtliche Chronist verschwunden? Betätigt er sich nach seinen damaligen Schreibnissen nun als Wahrsager? Vom Chronist zum Medicus? Oder ist er tatsächlich eingekerkert?

    Mit Blick auf die Pressepolitik passt der Kandidatenvorschlag aus Romrod ganz gut nach Brüssel. Viktor Orbán sucht Partner…

  8. Was sich diese Partei erlaubt hat seit dem Pakt mit der SPD keinen eigenen Landrat zustellen ist Wahnsinn… Nah ja aber dann sind ja bald alle versorgt Ruhl=Wiesbaden Richberg= Brüssel, Mischak=Landrat( sobald die Pension gesichert ist für Görig natürlich).

    Die Bürger müssen aufwachen nichz nur im Bund und Land machen unsere Politiker was Sie wollen und denken man kann alle für dumm verkaufen sondern auch auf der Kreis und Kommunalebene ! Ein Wechsel muss her schnell !

  9. Ich lach mich weg! Erst Wiesbaden jetzt Brüssel. Wie entsorge ich Politiker die Mist gebaut haben (Luwia)? Natürlich nach oben!
    Hier bleiben und gefälligst volle Konzentration und Zeit drauf verwenden den LuWia Scherbenhaufen noch zu lösen.

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