Gabriele Meier-Jäger nahm den Ehrenpreis stellvertretend für alle "Grünen Damen" von Bürgermeister Paule und Stadtverordnetenvorsteher Michael Refflinghaus entgegen. Foto: ls

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Bürgermeister Stephan Paule übergibt EhrenpreisÖkumenischer Besuchsdienst erhält Ehrenpreis der Stadt

ALSFELD (ls). Sie besuchen alte Menschen in Seniorenzentren oder kranke Menschen im Krankenhaus. Sie verbringen Zeit mit ihnen und erfüllen ihnen Wünsche. Mehrmals in der Woche – und natürlich ehrenamtlich. Dafür würde dem Ökumenischen Besuchsdienst im Alsfelder Krankenhaus und in den Seniorenzentren jetzt der Ehrenpreis der Stadt Alsfeld verliehen.


Schon seit vielen Jahren gehen sie durch die Flure im Alsfelder Krankenhaus und im Seniorenzentrum, die Ehrenamtlichen des Ökumenischen Besuchsdienstes, die einen sehr wichtigen Dienst leisten: Sie spenden Halt, Hoffnung, Zeit, Trost, Zuversicht und ein offenes Ohr für die Patienten und alte Menschen – und das seit mittlerweile 40 Jahren, sogar fast 41 Jahren. Dafür bekamen sie bei der Stadtverordnetenversammlung den Ehrenpreis der Stadt Alsfeld von Bürgermeister Stephan Paule überreicht.

„Wie in jedem Jahr habe ich vor Weihnachten das Vergnügen den Ehrenpreis zu übergeben, der auf dem Vorschlag des Magistrats und der Bürgerschaft beruht“, leitete Paule ein. Der Name lese sich zwar etwas sperrig, doch jeder, der sie kenne, der spreche von den „Grünen Damen“.

1978 wurden sie gegründet – damals noch unter dem Namen „Die Grünen Damen“, unter dem sie heute noch gemeinhin bekannt sind. Das lege an den grünen Kitteln, die sie tragen. Knapp 30 Angehörige der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden stellten sich damals unter dem Träger ihres Dachverbandes der EKH zur Verfügung und legten den Grundstein für die heutigen Tätigkeiten. Von kleine Handreichungen, zu kleineren Botendiensten, zum Vorlesen, Zuhören oder aber zum Unterhalten ziehen sie seither von Zimmer zu Zimmer – alles im Sinne der Nächstenliebe.

Ziel ist es, Menschen im Krankenhaus zu unterstützen und die ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und seelsorglichen Bemühungen um den ganzen Menschen zu ergänzen. Die ehrenamtlich Tätigen des Ökumenischen Besuchsdienstes sind Laien, die unabhängig persönliche Wünsche von Patienten erfüllen. Ihr Anliegen ist es, sich Zeit für die Dinge zu nehmen, zu denen die beruflich Pflegenden in den Einrichtungen nicht immer die nötige Ruhe haben. Paule selbst habe bei einer Operation in seiner Jugend selbst in den Genuss der fahrenden Bibliothek kommen können. „Das hat mir die Genesungszeit deutlich verkürzt“, sagte er und überreichte die Urkunde an Gabriele Meier-Jäger, die als Vertreterin zum Stadtparlament kam.

Im vergangenen Jahr aber lösten sich die „Grünen Damen“ von ihrem Dachverband der EKH und machen seitdem als „Ökumenischer Besuchsdienst“ weiter. In diesem Jahr konnten sie ihr mittlerweile 40-jähriges Jubiläum feiern und bereits 1997 bekamen den „Sozialen Ehrenpreis“ des Vogelsbergkreises überreicht, der sie aufgrund ihrer sozialen Engagement auszeichnete. Jetzt kam der Ehrenpreis der Stadt Alsfeld noch dazu.

Studierte in Gießen Germanistik und Kunstgeschichte. Absolvierte ab 2016 ihr Volontariat bei Oberhessen-live und ist seit 2018 Redakteurin bei dem Online-Magazin.

Ein Gedanke zu “Ökumenischer Besuchsdienst erhält Ehrenpreis der Stadt

  1. Was der Ökumenische Besuchsdienst, alias „Grüne Damen“, hier seit immerhin 40 Jahren leistet, um in Krankenhaus und Seniorenheim „Halt, Hoffnung, Zeit, Trost, Zuversicht und ein offenes Ohr“ zu spenden, ist übrigens auch eine dieser „Aktionen [auch] für ältere Menschen mit wenig Einkommen“ und „wenigen sozialen Kontakt“, die ein Leser an anderer Stelle einforderte (https://www.oberhessen-live.de/2018/12/07/ein-wunschbaum-in-der-obergasse/#more-160226)!
    Statt „Tränen der Rührung“ zu vergießen, hätte man sich hier vielleicht selbst mal ehrenamtlich einbringen können. Und zwar nicht nur zur rührseligen Weihnachtszeit, sondern bereits seit Jahrzehnten!

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