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Brauerschwend feiert Kirmes vom 2. November bis zum 4. NovemberEine Kirmes im Aufschwung

SCHWALMTAL (ls). Der Countdown läuft, die Vorbereitungen liegen in den letzten Zügen und das Lampenfieber steigt: Am kommenden Wochenende, vom 2. November bis zum 4. November, startet die wohl letzte Kirmes im Jahr: Die Kirmes in Brauerschwend. Was in einer kleinen Kneipe seinen Anfang nahm, füllt mittlerweile eine ganze Halle vollends aus. Ein Rückblick auf eine lange Tradition.

Sie ist die letzte Kirmes im Jahr und dürfte schon lange nicht mehr als Geheimtipp für drei Tage Party gelten, viel zu bekannt ist die Brauerschwender Kirmes – auch weit über die Grenzen des Vogelsbergs hinaus. Dass die Kirmes mittlerweile die ganze Volkshalle füllt, und sogar so groß geworden ist, dass man überlegt auf ein noch größeres Zelt auszuweichen, daran hatte man Anfang 1930 sicherlich noch nicht gedacht.

Damals nämlich, feierte man in die Kirmes in Brauerschwend noch in den Gasthäusern Schmiermund und Becker, bis man 1936 in die damals neu errichtete Volkshalle auswich. Den Dorfabend allerdings beließ man noch bis 2004 im Gasthaus Becker, so lange bis das Gasthaus schließen musste. „Seit diesem Zeitpunkt sind wir am Dorfabend, der traditionell am Donnerstag stattfindet, im Sportlerheim, wo der TV Brauerschwend die Bewirtung übernimmt. Die Volkshalle ist uns als Kirmeshalle seitdem geblieben“, erklärte Dennis Schmidt, der Vorsitzende der ausrichtenden Burschenschaft. Doch auch die wird langsam ziemlich klein.

Besonders in den letzten Jahren habe sich viel verändert – und während der Kirmes-Trend bei vielen jungen Menschen mehr und mehr abgenommen hat, setzt die Brauerschwender Burschenschaft alles daran, ihre Halle einmal im Jahr – zur letzten Kirmes der Saison – zu füllen. „Wir setzten mehr und mehr daran uns immer neue Konzepte und Veranstaltungen auszudenken. Das klassische Burschenschaftstreffen oder aber den klassischen Discoabend haben wir in dieser Form schon die letzten Jahre nicht mehr. Statt dem Frühschoppen gab es bei uns im letzten Jahr ein kleines Oktoberfest“, ergänzte Schmidt.

Am Freitagabend kommen die bekannten österreichischen DJs „Harris&Ford“ nach Brauerschwend.


Allerhand Traditonen zum Start der Kirmes

Dennoch Tradition müsse auch weiterhin sein, darauf lege man großen Wert. So wird auch weiterhin vor der Kirmes gemeinsam der Kirmesschnaps angerührt, am Dorfabend wird gemeinsam durch das Dorf gezogen, um die vorjährige Kirmes auszugraben und zu heben und im Anschluss kommt das Highlight: Die Aufnahme der Neulinge in die Burschenschaft, die dafür den Kopf einer rohen Forelle abbeißen müssen. Am Anschluss geht es wie gewohnt zurück in Sportlerheim, wo zwischen Musik und Tanz die Kirmesrosen verteilt werden und die Mädchen versteigert werden – eine der ältesten Traditionen der Kirmes. Mit Topf und Kochlöffel versteigert der Kirmesvater die Mädchen der Burschenschaft und die Freundinnen der Kirmesburschen. Durch die Versteigerung finden sich die Paare, die am Sonntag den Tanz auf dem Frühschoppen eröffnen.

Aber auch die kleinen Vorbereitungen, wie das Ausfahren der Kirmesplakate gehört schon seit langer Zeit zum Programm dazu. Während man vor über 20 Jahren noch mit dem Slogan „Alles rennt als ob es brennt – auf zur Kirmes nach Brauerschwend“ auf persönlichen Einladungen zur Kirmes lud, wirbt man in der heutigen Zeit eher mit farblich abgestimmten Plakaten, Flyern und Werbeanzeigen, die für die Kirmes am kommenden Wochenende werben.

Burschenschaft holt Ballermann nach Brauerschwend: Harris&Ford, Isi Glück und Jöli

Um die Brauerschwender Kirmes weiter zu etablieren, hat sich die Burschenschaft auch in diesem Jahr wieder ein hochwertiges Programm ausgedacht. „Wir wollen jedes Jahr ein neues Programm bieten, etwas, was man sonst nicht oft bekommt“, sagte der Vorsitzende weiter. Nach den Vorbereitungen in der Halle am Freitagnachmittag und dem traditionellen Aufstellen des Kirmesbaums geht es am Abend endlich los: Das bekannte DJ-Duo „Harris&Ford“ werden gemeinsam mit dem Discoteam „PowerPlay“ die Partymeute zum eskalieren bringen. Damit setzte man dem Programm der letzten Jahre nochmal einen oben drauf und verwandelt die Volkshalle in eine riesige Tanzfläche.

Jöli und Isi Glück heizen den Kirmes-Besuchern am Samstagabend ordentlich ein, 

Der Samstag dann startet wieder traditionell: Die Burschenschaft läuft unter musikalischer Begleitung einer Blaskapelle, die auf dem bunt geschmückten Kirmeswagen sitzt, durchs Dorf und verteilt Kirmesschnaps an die Dorfbewohner. Diesen mischt die Burschenschaft am Samstag vor dem eigentlichen Kirmeswochenende nach einem bewährten Geheimrezept und die ein oder andere Kostprobe aus der Suppenkelle ist dabei Bestandteil einer strengen Qualitätskontrolle.


Abends holt die Burschenschaft den MegaPark direkt von Mallorca in den beschaulichen 550-Seelen Ort und begrüßt mit Isi Glück und Jöli zwei bekannte Künstler vom Ballermann zur namenhaften „MegaPark – wir machen Party“-Tour. Mit Dabei: Ein DJ und auch die Tänzerinnen des weltberühmten Clubs der Partymeile. Und auch auf die Besucher wartet eine besondere Aktion: Die ersten 100 zahlenden Gäste erhalten ein MegaPark Shirt gratis dazu.

Zum Abschluss nochmal Tradition: Frühschoppen mit Blasmusik

Der letzte Tag der Kirmes beginnt am Sonntagmorgen mit einem ökumenischen Gottesdienst unter musikalischer Begleitung des örtlichen Posaunenchores und der Chorgemeinschaft. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo noch ein bayrisches Oktoberfest gefeiert wurde, wird es danach wieder traditionell: Zwischen Handkäse mit Musik, Salzekuchen und Beutelches, wird die 1. Original Wallenröder Dicke Backe Kapell für musikalische Unterhaltung auf dem Frühschoppen sorgen.

Und wenn die letzten Gäste die Volkshalle dann nach drei Tagen Kirmes verlassen haben, dann machen sich die Mädchen und Burschen wieder auf, um die Kirmes in alter Tradition zu begraben. An der Grabungsstelle wird ein Feuer aus Strohballen entzündet, in dem die Kirmesrosen verbrannt werden. Ungeachtet aller Veränderungen, die die Brauerschwender Kirmes in den letzten Jahren so erfolgreich machte, steht die Burschenschaft auch heute noch für Tradition und Gemeinsamkeit – und das soll auch noch viele weitere Jahre so bleiben.