Die Ehrenamts-Card gab es für Mathias Köhl, den Vorsitzenden Der Alsfelder Tafel und für seine Kollegin Azam Shadmand, die als ehrenamtliche Dolmetscherin tätig ist. Bürgermeister Stephan Paule überreichte die Ehrung am Dienstagvormittag in den Räumen der Tafel. Foto: Stadt Alsfeld

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Ehrenamtscard für Mathias Köhl und Azam ShadmandEin Dank für das ehrenamtliche Engagement an der Alsfelder Tafel

ALSFELD (ol). Für den Blick über den Tellerrand hinaus bekamen im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Vorsitzende der Alsfelder Tafel, Mathias Köhl und Azam Shadmand die Ehrenamts-Card für ihr ehrenamtliches Engagement im Namen des Landes Hessen und des Vogelsbergkreises von Bürgermeister Stephan Paule verliehen.


In der Pressemitteilung der Stadt Alsfed heißt es, die Alsfelder Tafel vor etwas über elf Jahren – also 2006 – gegründet worden. Seit Anfang 2014 sei Mathias Köhl als Vorsitzender der Alsfelder Tafel ehrenamtlich tätig. Zusammen mit der ehrenamtlichen Dolmetscherin Azam Shadmand bekam Köhl an diesem Dienstagvormittag die Ehrenamts-Card des Landes Hessen und des Vogelsberges von Bürgermeister Stephan Paule verliehen.

Jeder Bürger werfe im Jahr rund 80 Kilogramm Lebensmittel weg – die Verbraucherzentrale spreche allein in Deutschland von bis zu 11 Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel, die pro Jahr vernichtet werden. Gerade deshalb sei es Menschen wie Azam Shadmand und Mathias Köhl zu verdanken, dass diese Lebensmittel statt den Weg in den Müll, den Weg zu den Bedürftigen finden.

Eine Schaffenskraft gänzlich für das Ehrenamt

Das Tafel-Konzept basiere auf praktiziertem Bürgersinn und die ehrenamtlich Tätigen in der Tafel sollen eine pragmatische, aber höchst wirksame Hilfe leisten. Das Konzept beweise, dass jeder Einzelne einen Beitrag leisten könne, Not zu linden, Probleme aufzufangen und Menschen in Notlagen zum Mittelpunkt des Helfens zu machen. „Dass die Menschen in unserer Stadt durchaus über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen und eben nicht nur am eigenen Fortkommen oder der Sicherung eigener Pfründe interessiert sind, belegt die Mitgliederzahl des Alsfelder Tafel-Vereins, die schon bei 284 liegt. Rund 50 von Ihnen betätigen sich hier aktiv“, sagte Paule in seinem Grußwort.

Während Köhl als Vorsitzender des Vereins überall helfe, wo Hilfe benötigt werde, sei Azam Shadmand als ehrenamtliche Dolmetscherin, aber auch in Lebensmittelsortierung und Ausgabe tätig. Zum Einsammeln von Lebensmitteln seien die Helfer bis zu fünf Tagen in der Woche auf Tour. Drei Ausgabetage sollen von den ausschließlich ehrenamtstätigen Helferinnen und Helfern bewältigt werden.

In der Pressemitteilung der Stadt heißt es weiterhin, dass über 11.000 ehrenamtliche Stunden dabei im Jahr zusammen kommen und dabei etwa 27.000 Euro jährlich an Betriebskosten abzufangen seien. Die Alsfelder Tafel unterstütze mittlerweile 456 Bedürftige, davon 131 Kinder unter 14 Jahren. Für die Zukunft soll Paule den Geehrten gewünscht haben, dass dessen Schaffenskraft weiter dem Ehrenamt gelten möge.

Hintergrundinformationen
Das Konzept stammt aus den USA, dem Land mit der großen Tradition sozialen Bürgerengagements. 1963 wurde in Phoenix in Arizona die weltweit erste Tafel, die „St. Mary‘s Foodbank“, ins Leben gerufen. 1993 wurde dann die erste Tafel in Deutschland gegründet. Einige Berliner Frauen ergriffen die Initiative, nachdem eine von ihnen das Tafel-Prinzip in New York kennen gelernt hatte. Auch hierzulande entwickelte sich die Tafel-Idee zur Erfolgsgeschichte. Bereits zwei Jahre nach der Berliner Gründung wurde der Dachverband von bis dahin 35 Tafeln konstituiert. Noch drei Jahre weiter, 1998, gab es bereits 100 Tafeln und heute sind es über 934 mit mehr als 2.100 Tafel-Läden und Ausgabestellen. Im Jahr retten die Tafeln durchschnittlich 200.000 Kilogramm genießbarer Lebensmittel vor der Vernichtung. Und das heißt konkret, dass rund 65.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag etwa eine 1,5 Million Menschen mit Essen versorgen.