Gleich drei Ausschüsse tagten am Montagabend in Sachen Kindergarten. Die Tendenz am Abend: Ein Kindergarten-Neubau. Der Standort bleibt allerdings noch offen. Fotos: ls

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Ausschüsse tendieren zu sechsgruppigem NeubauDie Tendenz: Ein Kindergarten-Neubau für Alsfeld

ALSFELD (ls). Ein Kita-Neubau oder ein Kita-Anbau? Darüber und über die dafür in Auftrag gestellte Machbarkeitsstudie wurde bereits in der letzten gemeinsamen Ausschusssitzung im Oktober diskutiert. Jetzt zeigt sich bereits die erste Tendenz – und die geht mit großer Einigkeit in Richtung Neubau. Der mögliche Standort blieb dabei allerdings noch offen.

Insgesamt drei Ausschüsse tagten und diskutierten am Montagabend – nur wenige Wochen nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Geißler – erneut zum Thema Kindergarten-Neubau in Alsfeld. Damals wurde deutlich: Alsfeld braucht einen Mehrbedarf von mindestens drei Kindergartengruppen. Schon da habe sich herausgestellt, dass der größere Teil des Stadtverordneten zu einen Neubau tendieren. Das würde allerdings den Wegfall der Kita „Wichtelland“ in der Schellengasse mit sich bringen. Darauf machte auch Bürgermeister Stephan Paule eingangs der Sitzung nochmal aufmerksam und fasste damit die letzte Oktober-Sitzung zusammen. „Hervorgehoben hat sich ein sechsgruppiger Neubau und das entspricht auch der Präferenz der Stadtverwaltung“, ergänzte er.

Bürgermeister Stephan Paule fasste gleich am Anfang der Sitzung nochmal alles Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie zusammen. Fotos: ls

Die bauliche Situation des „Wichtellands“ sei nicht mehr zeitgemäß. Die zwei dort betreuten Gruppen würden mit in den Neubau ziehen. Standorte dafür gab es einige, doch hervorgetan hatten sich besonders der Reibertenröder Weg, in der Feldstraße, am Rande des Alsfelder Musikerviertels und das Bückinggelände. „Alle haben ihre Vor- und Nachteile“, stellte der Bauamtsleiter Tobias Diehl im Anschluss heraus. Doch der Fokus liege in der heutigen Sitzung nicht auf dem Standort. Dennoch: Das Konzept des Neubaus sei so konzipiert, dass bei steigenden Kinderzahlen, die Möglichkeit zum Ausbau an bestehenden Standorten weiterhin möglich wäre und bei sinkenden Zahlen ein angemieteter Standort aufgegeben werden könne, worauf Paule hinwies.

Einigkeit in Sachen Neubau, aber auch Erweiterungen im Blick behalten

„Uns ist es wichtig, dass wir dieses Thema in städtische Hände gegeben haben“, leitete Alexander Heinz, der CDU-Fraktionsvorsitzende ein. Mehrheitlich habe sich die CDU/UWA-Koalition für einen Neubau eines sechgruppigen Kindergartens in der Feldstraße ausgesprochen und entsprechend für den Umzug der Kita „Wichtelland“. Dem stimmten auch die Oppositionen bei. „Die Schellengasse ist so nicht zukunftsfähig. Wir halten einen Neubau auch für erforderlich“, vertrat SPD-Mitglied Swen Bastian die Meinung der Partei.

„Mehrheitlich präferieren wir einen sechgruppigen Neubau in der Feldstraße“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Heinz.

Er freue sich über die Bedeutung der Machbarkeitsstudie, halte aber nicht nur einen Neubau für wichtig, sondern auch die Erweiterung und Sanierung von anderen Kindergärten. „Mir wäre es sehr wichtig, dass wir auch an die bestehenden Kitas denken“, gab Bastian zu bedenken. Ein Zeitplan und auch die Absprache, welche Kindergärten im Fall eines steigenden Bedarfs erweitert werden sollen vertrat er. Man solle sich nicht nur auf die Kernstadt konzentrieren, sondern auch bewusst für die Stadtteile einsetzen. „Wir investieren dort, wo es erforderlich ist“, entgegnete Paule dabei. Man solle sich zunächst darauf fokussieren, wo der Bedarf sei. Eine konkrete Zeitplanung sei dabei nicht möglich.

Allein bei der Dauer des Kindergartenneubaus sprach der Rathauschefs anfangs der Sitzung von rund drei bis 5 Jahren. „Ein Neubau ist eine Herausforderung, aber eine schöne Herausforderung. Wo der Mehrbedarf für Erweiterungen bis dahin liegt, kann man heute nicht sagen und auch nicht entscheiden. Das zeigt sich mit der Zeit und den entsprechenden Prioritäten“, ergänzte er. Klar sei allerdings: Investieren werde man trotzdem.

Auch Michael Riese von der ALA stimmte der SPD in Sachen strategischem Plan als Diskussionsgrundlage zu. „Wir sollten nicht Warten und eine Politik von der Hand in den Mund führen“, führte er aus. Dem stimmte auch Bastian zu und halte eine Prioritäten- und Zeitplanung als Diskussionsgrundlage für notwenig. Den sicherte Paule zu, gab allerdings zu bedenken, „wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, dann kann sich auch der strategische Plan ändern“. Trotzdem wolle man einen Plan ausarbeiten.

Standortfrage noch ungeklärt – Favoriten gibt es bereits

Zwar herrschte im Ausschuss ohne Abstimmung und Beschlussempfehlung große Einigkeit über den Neubau, doch blieb die Frage nach dem richtigen Standort noch offen. Während sich die CDU bereits für die Feldstraße aussprach, gab auch Bauamtsleiter Diehl seine Empfehlung bekannt: Er favorisiere ebenfalls den Standort der Feldstraße, da das Grundstück bereits in städtischer Hand sei. „Der Reibertenröder Weg muss erst erworben werden und auch das Bückinggelände gehört bisher nur zu einem kleinen Teil der Stadt“, erklärte er. Goethepark und die alte Feuerwache halte er aufgrund vieler Faktoren für nicht geeignet. Doch nicht alle Stadtverordneten zeigten sich dem Standort angetan.

Bauamtsleiter Tobias Diehl präferiere den Standort der Feldstraße, da sich das Grundstück bereits in städtischer Hand befinde.

Auf Anregung von Carsten Weitzel (SPD) und Christoph Stüber (SPD) entschied man sich letztendlich dazu, über den genauen Standort zusammen mit allen Betroffenen zu beraten. „Die Ideenausgestaltung ist wichtig“, ergänzte Stüber. Dazu soll eine Kindergartenarbeitsgruppe aus Betreuern, Leitern und Elternbeiräten diskutieren um ein pädagogisches Konzept auszuarbeiten. Ob Feldstraße, Reibertenröder Weg, Bückinggelände oder doch der Goethepark oder die alte Feuerwache, darüber wolle man in einer weiteren Sitzungen diskutieren. Fest steht allerdings schon jetzt: Alle Zeichen deuten auf einen Kindergarten-Neubau.

Luisa Stock
Studierte in Gießen Germanistik und Kunstgeschichte und ist seit Juli 2016 Volontärin bei Oberhessen-live.

4 Gedanken zu “Die Tendenz: Ein Kindergarten-Neubau für Alsfeld

  1. Lieber Herr Becker,

    warum waren Sie denn nicht bei der Veranstaltung, wenn Sie so interessiert sind? Da wurden fast alle Ihrer Fragen beantwortet und die Kritikpunkte auch entsprechend diskutiert. Natürlich gibt es zu kritischen Punkten zumeist zwei oder noch mehr Meinungen. Wären Sie da gewesen, müssten Sie hier jetzt zumindest nicht Rumjammern und den übergangenen besorgten Bürger spielen.

    Und das OL Team kann ja auch schlecht einen Roman darüber schreiben.

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  2. Ich finde es interessant, dass die Innenstadt immer mehr mit Altersgerechtem Wohnen und Seniorenbetreuung bestückt wird und die Kinder zu einer „Randgruppe“ gemacht werden sollen.
    Naja, dann steht zumindest einem verkehrsfreien Marktplatz nichts mehr im Wege – würde es den Senioren ermöglichen im Sommer vorm Kartoffelsack zu sitzen, und ohne Abgase zu speisen… wer mir hier mit den grob 12 Parkplätzen kommt, die wegfallen und das Geschäft beeinträchtigen, muss ich leider auslachen. Wer mitm Autofahren kann, kann immer nah parken… zB am Märchenhaus es gibt im Umkreis von 200m mehr als genug Parkmöglichkeiten. Wir sind nicht in Amerika, wo jeder Laden nen Drive Through benötigt.

    Doch zurück zu den Kindern:
    Wie stehen eigentlich die Anwohner der Karl-Weitz-Str zu den zusätzlichen 600 Autofahrten pro Tag? (150 Kinder 2x hin und zurück). Natürlich nur ein „worst case“ Szenario, wenn jedes Kind von seinen Eltern im „Porsche Cayenne“ gebracht wird… oder wird auch nen Zubringer gebaut? Für 3 Miollionen klingt das nach Zubringer. Denn den Planern ist hoffentlich klar, dass ein Grossteil des „Musikerviertels“ aus Einbahnstrassen besteht…

    Ich hatte auch mal direkt bei den Zuständigen angemerkt, dass es zu dem damaligen Startpunkt der Diskussion das Gelände am Lieden, direkt neben dem bestehenden Kindergarten für 70.000€ zzgl Abriss zu kaufen gab. Jeder kann sich gerade ein Bild von der Grösse des Geländes machen. Stadt sollte wie immer Vorkaufsrecht gehabt haben… bei den veranschlagten 3 Millionen nen Schnapper, wie der Makler sagen würde…
    Interessierte nicht. Das hätte aber wieder eine Zentrumsnahe Kita gebracht (gerade da es um das zentrumsnahe Wichtelland geht), welche auch Nähe zu einem Kindergarten gehabt hätte. Die Eltern wären beim rein- und rausfahren stadtnah gewesen und es hätte Umsatzpotential für die Innenstadt gegeben (Kita als Katalysator: man bringt Geschäft und zeitknappe Eltern zusammen und puff – Umsatz). Allein was sich der Gebäck und Brötchenumsatz des anliegenden Bäckers hätte vergrössern können.
    Und nicht nur Eltern holen die Kleinen ab, sondern auch – oh mein Gott – Senioren (per Definition Eltern der Eltern)… welch unglaubliche symbiotische Innenstadt hätte sich ergeben…und all das Eis von den Omas an die Kleinen…
    Bevor mir einer mit meinen 600 Autos kommt – die machen auch keinen Unterschied mehr auf der Alice etc. und der Lieden ist dank Kindergarten und Schulzubringer ohnehin auch gut befahren. Und wenn die Eltern im Lieden die Möglichkeit haben Ihre Kinder dort abzusetzen, dann reicht es auch für die Kita.
    Naja nun wirds was für Senioren.

    Ich vermute es soll dann noch eine Mall in der Feldstrasse gebaut werden, um die Synergien wieder herzustellen.

    Ich möchte hier betonen, ich habe nichts gegen Senioren, werde auch irgendwann einer sein, kenne genug und die sind auch meist sehr umgänglich.

    Mir schlägt nur der sichtbare „politische“ Demographiewechsel gerade regelrecht ins Gesicht. Wie es jedem sollte, der Kinder hat.

    PS: Die Hier nicht namentlich genannte Kita „Krabbelstube“ versteht vermutlich die Anspielung mit: „Mietstände aufgeben, bei Unterbelegung“.
    Ich frage mich nur, wie man 3 Millionen für einen Neubau den 10-20.000€/Jahr an Kaltmietkosten (denn nur hierum geht es, denn Betriebs- und Belegschaftskosten werden vergleichbar bleiben) gegenüberstellen will, wenn man hier im Text schon den Vorteil an Flexibilität von Miete bei einer notwenigen Verkleinerung anmerkt? Und das bei 3-5 Jahren Bauzeit… bis dahin gibts bei der Demographischen Planung keine Kinder u3 mehr (ich übergehe hier kommentarlos das Thema „Geburtenstation“)…
    Da kann man lange mieten… allein die Machbarkeitsstudie hätte vermutlich 1 Jahr Miete gedeckt…

    Ausserdem gab es/ gibt es/ und wird es mehr als genug Leerstand in Alsfeld geben, warum auf Teufel komm raus neu bauen?

    Somit leiser Applaus (kleine Hände klatschen nicht laut und Senioren hören ggf nicht so gut)…

    Was man hier braucht in Alsfeld, um die Entwicklung aufzuhalten ist ein Auge auf die Kleinen und Eltern – zB kostenlose Kitas oder zumindest zum bestehenden Satz und das von 6-18 Uhr damit die steuerzahlenden Eltern auch vernünftig arbeiten können…

    Ja Kitas kosten Geld… aber sorry, das tragen die Eltern auch wieder in die Stadt!!!!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christopher Berg-Schlosser

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  3. Gibt es eine Standortbewertung, die für die Feldstraße spricht?
    Die Verkehrsanbindung jedenfalls nicht!

    Gibt es einen potenziellen Interessenten für die Feuerwache?
    Was kostet ein Neubau ( ca.3.000.000 €)? Was kostet der Umbau?
    Der Flächenbedarf liegt bei einer eingeschossigen Bauweise bei 4 bis 5000 qm! Haben wir den Platz?
    Neubau eines Kindergarten mit 6 Gruppen bedeutet 120 bis 150 Plätze je angedachter Gruppengröße! Wichtelland hat 50 Plätze!
    Gibt es eine Analyse für den Mehrbedarf?
    Werden andere Kindergärten gestrichen oder Gruppen geschlossen?
    Die Stadt (Kirche) hat aktuell Platz für rund 480 Kinder!
    Wie viel Kinder kommen aus Nachbarkommunen?
    Sollte der Neubau beschlossen werden, muss man mit Planung und Bauzeit von mind. 3 bis 4 Jahren rechnen! Wie ist die Einwohnerentwicklung jetzt und prognostiziert für die Zukunft? Aktuell liegt die Betreuung in Hessen zwischen 7 und 11 Kinder je Betreuer, Ziel ist es, auf 3 Kinder je Betreuer zu kommen! Denkt man daran dass in Zukunft weiter qualifizierte Mitarbeiter eingestellt werden müssen?

    Herr Paule wünscht sich wie die FDP eine Deregulierung der Arbeitszeiten für Arbeitnehmer, also weg von dem regulierten 8 Stunden Arbeitstag! Sollte das eintreffen, werden sich mehr Pendler vom Vogelsbergkreis verabschieden!

    Mich würden mehr Zahlen Daten Fakten interessieren!
    Als Bürger sollte man etwas mehr erfahren als nur Neubau oder Umbau und welcher Standort kommt infrage!

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