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Sonntag im alten Güterbahnhof: "Demokratie leben!" und Vogelsbergradio laden zu viel Musik und Programm – Live-ÜbertragungEin Festival für Toleranz und Weltoffenheit

ALSFELD (aep). Es geht um Toleranz und Weltoffenheit, wenn am kommenden Sonntag Leben in den alten Güterbahnhof in Alsfeld einzieht: mit dem Musikfestival, zu dem die Jugend des Programms „Demokratie leben!“ im Vogelsberg zusammen mit dem Vogelsbergradio einlädt. Fünf Gruppen beziehungsweise Musiker mit zum Teil internationaler Bekanntheit sorgen ab 17 Uhr für Stimmung in der Halle – bei freiem Eintritt. „Das geht nur durch die Förderung“, sagt Sylvia Lucas, die Koordinatorin beim Vogelsbergkreis.



Der Anstoß kam vom Vogelsbergradio: Man könnte vielleicht ein Musikfestival für junge Leute und Familien veranstalten, das auch Flüchtlinge direkt anspricht. Die Vertreter des Programms „Demokratie leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ griffen den Gedanken sofort auf und organisierten binnen kurzer Zeit das bunte Festival in der vom Modehaus Campus aufbereiteten Halle des Güterbahnhofs. Gastgeber sind offiziell die beiden Jugendforen des Programms.

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Ein künstlerisches Highlight: der Auftritt der Soul-Künstlerin Kaye-Ree & Nelson.

Im Programm sind regionale Musikerinnen, so die Schrecksbacher Popkünstlerin Milena Bock und Sängerein Melanie Schwalm aus Alsfeld, die sich bei verschiedenen Auftritten mit einer Mischung aus Soulrock und Pop bereits ihr Fan-Publikum erarbeitet hat. Aber auch die Singer-Songwriterin und frühere Frontfrau der Gruppe „Neoh“, Fee aus Frankfurt. Oder die Band Reininghaus, deren Gitarrist Volker alias Katze 1976 die Band Karat mitgegründet hat. Sie bringen eine Mischung aus Rock und Pop mit, etwas Funk, etwas Rock’n Roll.

Als besonderes Highlight gilt der Auftritt von Kaye-Ree und Nelson: der Soulstimme Europas. Das Duo ist gerade durch ganz Deutschland getourt und bringt musikalischen Genuss auf hohem Niveau mit. „Ich bin froh, dass ich die gekriegt habe“, sagt Christopher Din, der als Mitglied beim Vogelsbergradio das Programm organisiert hat.

Dya Ilhan, Luisa Schmidt und Arina Klingenberg heißen die drei Jugendlichen aus dem Team des Vogelsbergradios, die die Veranstaltung moderieren. Die Vogelsberger Radiomacher sind natürlich auch live dabei und übertragen die Konzerte per Live-Stream im Internet. Die Firma Deltaweb hilft dabei mit einer Richtfunkstrecke. Ohnehin freuen sich die Veranstalter über eine Reihe Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft, die das Festival erst ermöglichen.

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Stimmungsvoller Rock-Pop: die Gruppe Reinighaus.

Zu den Musikkonzerten bietet das Festival verschiedene Live-Acts, Interviews mit Gästen und eine Ausstellung der Grafittiwand, die seit dem Sommer durch den Vogelsbergkreis wandert. Auch die Schüler-Initiative „Alsfeld hilft“ an der Max Eyth-Schule wird sich präsentieren und ansprechbar sein. Geparkt werden kann übrigens ausnahmsweise auch auf dem nahen Herkules-Parkplatz

»Mit unseren Aktivitäten im Rahmen der Jugendforen im Bundesprojekt »Demokratie leben!«, wollen wir zeigen, dass der Vogelsberg weltoffen und tolerant ist und die hier lebenden Flüchtlinge willkommen heißt«, ist die Meinung der Mitglieder beider Jugendforen.

Zu den Besuchern werden in jedem Fall auch zahlreiche Jugendliche aus der Jugend-Flüchtlingsunterkunft in Landenhausen zählen. Und offen ist, was die auch noch zum Programm beitragen. Ein syrischer Jugendlicher, der in Landenhausen unterkam, kündigte bereits eine eigene Musik-Performance an.