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Großes Glück hatte eine 29-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Fotos: polizei

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Autofahrerin konnte trotz Verletzung und Schock einen schweren Unfall vermeidenEisscholle durchschlägt Frontscheibe

REGION (ol). Am heutigen späten Mittwochmorgen hatte eine 29 Jahre alte Autofahrerin offenbar ihren sprichwörtlichen Schutzengel dabei. Eine von einem Sattelzug herabstürzende Eisscholle durchschlug die Windschutzscheibe ihres Audis, mit dem sie auf der Autobahn 49 unterwegs war.

Die Eisbrocken verletzten sie zwar am Kopf, einem schweren Unfall konnte sie dennoch entgehen, da sie ihren Wagen in der Spur halten konnte, berichtete die Polizei.

Anschließend habe sie trotz Platzwunde ihren Wagen auf das an der A 49 liegende Tankstellengelände bei Edermünde gesteuert. Glücklicherweise hatte auch der Fahrer des Lastzuges den Unfall bemerkt und stoppte ebenfalls, so die Polizei weiter. Mitarbeiter der Tankstelle hätten anschließend die Polizei versändigt. Ein eingesetzter Rettungswagen habe die Autofahrerin schließlich zur weiteren Untersuchung vorsorglich in ein Kasseler Krankenhaus gebracht. Die mit der Unfallaufnahme betrauten Beamten der Polizeiautobahnstation Baunatal hätten auf Anordnung der Kasseler Staatsanwaltschaft vom 45 Jahre alten Lkw-Fahrer aus Bulgarien eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.000 Euro verlangt.  Nachdem der Bulgare diese bezahlt und sein Lkw-Dach vom Eis befreite, durfte der 45-Jährige seine Fahrt fortsetzen, berichtete die Polizei. Er müsse sich nun wegen des Unfalls verantworten.

Der Unfall ereignete sich laut Polizei gegen 10.30 Uhr. Zu dieser Zeit hätten die beiden beteiligten Fahrzeuge die A 49 von Kassel in Richtung Süden befahren. Zwischen den Anschlussstellen Baunatal-Süd und Edermünde sei schließlich die Eisscholle vom Dach des Lastzuges auf den dahinter fahrenden Pkw gerutscht. Die bis zu sechs Zentimeter dicken Eisbrocken hätten anschließend im gesamten Fahrzeuginnenraum gelegen.

Im Fahrzeuginneren sind die großen Eisbrocken gut zu erkennen.

Eis und Schnee – Lkw-Fahrer kämpfen mit gefährlichen Dachlasten

Am 4. Januar informierte die Polizei in Fulda über die Gefahren durch herabfallende Eis- und Schneebrocken bei freier Fahrt, die oftmals schlimme Folgen haben können. Nicht selten kommt es zu Verkehrsunfällen, bei denen die Insassen nachfolgender oder vorbeifahrender Fahrzeuge verletzt oder schwer verletzt werden, teilten die Beamten aus Fulda vergangene Woche mit.

Lkw-Fahrer seien gesetzlich verpflichtet, vor Fahrtantritt die Dächer der Fahrzeuge von gefährlichen Dachlasten – Eis und Schnee – zu befreien, doch dies sei in der Praxis oft schwer machbar. Eisige Kälte, vereiste Autohöfe und Parkplätze, Dunkelheit und Sicherheitsvorschriften stellten die Fahrer vor schwer zu lösende Probleme.

Daher versuche die Polizei im Rahmen der Verkehrsprävention bundesweit mit der Organisation und Bereitstellung von so genannten „Schneegerüsten“ auf Autohöfen ein Zeichen zu setzen. Sicher und bequem begehbare Gerüste böten den Fahrern die Möglichkeit, ihre Dachlasten vor Fahrtantritt abzuräumen.

Die Polizei möchte auf großen Rastanlagen vermehrt solche Schneegerüste aufstellen.

In Osthessen stehen an diesen Rasthöfen Räumgerüste zur Verfügung:
A 7/A4/A5 – SVG Autohof in Kirchheim, Hauptstraße 1, 36 275 Kirchheim,

A 7 Fulda – ESSO-Autohof Fulda-Nord, Michelsrombacher Straße 6, 36039

A 7/A 66 – EURO-Rastpark Eichenzell, Rhönhof 5, 36124 Eichenzell

7 Gedanken zu “Eisscholle durchschlägt Frontscheibe

  1. Ich kann nur jedem raten die Landstraße zwischen Fischbach und Ruhlkirchen bei Tauwetter weiträumig zu umfahren. Dort kommt es des Öfteren mal zu Eiswurf von WKA. Die Anlagen sind viel zu nah an der Straße erbaut worden. Ich beobachte das schon seit längerem, habe schon sehr viel Foto- und Videomaterial gesammelt und die Behörden darüber in Kenntnis gesetzt.. Sollte mal was passieren werde ich selbstverständlich den Geschädigten diesen Schriftverkehr zur Verfügung stellen.

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  2. Herr Schneider, hier handelt es sich nicht um ein moderiertes Forum, wo jeder Eintrag super passen muss.

    Die Rubrik heißt Kommentar, so dass Nicole doch kommentieren kann, was sie möchte, so lange sie dabei niemanden beleidigt, verletzt, usw.

    Ich denke Sie haben auch schon in der Schule alle gern verpetzt, die mehr Spaß hatten.

    Und bevor ich es vergesse: Ich habe Nicoles Kommentar gerne gelesen, obwohl ich Windkraft gut finde ;-)

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  3. Das Problem ist auch das die meisten Leut ganz schnell ihre Sachen geschickt haben möchten, wodurch den Logistikern sehr großer Zeit-Druck entsteht. Eigentlich müßte es Logistiker geben die mehr Wert auf Qualität legen, u.a. bessere Arbeitsverhältnisse für Fahrer (die dann auch zeitlich problemlos VOR Fahrtantritt Schnee, Eisschollen etc. beseitigen können) und dafür der Kunde mal eben nicht nach 1 Tag sondern nach 2 Tagen „erst“ seine Sendung erhält…na vielleicht kommts ja noch…die Vernunft auf beiden Seiten…

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  4. Herr Thomas Schneider, auch wenn es sich hier um Eiswurf von LKW handelt, wollte ich nur auf die Gefahr aufmerksam machen die von Eiswurf von WKA ausgeht. Die Gefahr dürfte im VB ja nicht gerade unerheblich sein, wenn man die Masse der Anlagen bedenkt die gefährlich nah an den Landstraßen erbaut werden. In dem speziellen Fall nur 100 Meter von der Landstraße entfernt.Leider kann ich Ihnen hier keine Fotos hochladen. Ich könnte Ihnen aber anhand von Fotomaterial eindrucksvoll beweisen, dass sich Eiswurf von WKA nicht nach Warnschildern richtet. Bei entsprechenden Windverhältnissen fliegen die Eisbrocken hunderte von Meter weit. So war es an diesem Tag.

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  5. Jeder LKW Fahrer weiß das dass er das kontrollieren muss!! Macht er das nicht,und es passiert was, ist das je nach Ausgang Totschlag. „10 Jahre Knast“. Leider verlassen die meisten LKW`s innerhalb von Stunden Deutschland. Deutschland hat keine Kontrolle mehr, von A bis Z.Von wem bekommt der Geschädigte den Schaden ersetzt??? Pech gehabt genau wie……….
    Wer noch was hat wird ausgepresst die den Schaden verursachen und nichts haben werden…….. Davon gibt es jedes Jahr mehr. Bin mal gespannt wie lange das noch gut geht?

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  6. Wenn man lesen kann geht’s hier nicht um Windkraftanlagen.An Windkraftanlagen stehen Schilder die vor Eiswurf warnen,da sollte man bei diesen Witterungsbedingungen einen Bogen drum machen. Ich gehe mal davon aus das sie eine Gegnerin von Windkraftanlagen sind und deswegen diesen Kommentar geschrieben haben.

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  7. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis kürzlich beim Spaziergang mit meinem Hund. Direkt vor mir fiel ein Eisbrocken von einer Windkraftanlage. Hunderte von diesen Eisbrocken fielen an diesem Tag u.a. auf die Landstraße zwischen Fischbach und Ruhlkirchen.
    http://ruhrkultour.de/tag/eiswurf/

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