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Erste Schätzungen der KostenPolizeieinsatz im Dannenröder Wald kostet über 30 Millionen Euro

DANNENROD (ls). Im Dannenröder Wald wurden Bäume für die A49 gefällt. Das versuchten Aktivisten zu verhindern, besetzten den Wald und mussten von der Polizei geräumt werden. 29 Tage hat das gedauert. Auf mindestens 31 Millionen Euro werden die Kosten dafür bisher geschätzt.

Durch den Vogelsberg soll eine Autobahn gebaut werden und dazu mussten Bäume im Herrenwald bei Stadtallendorf und im Dannenröder Wald gefällt werden. Am 1. Oktober, pünktlich zum Beginn der Rodungssaison, starteten die Arbeiten – immer unter Polizeischutz, denn der Wald wurde seit über einem Jahr von Umwelt- und Klimaaktivisten besetzt.

Über 400 Barrikaden und über 100 Behausungen, sprich Zelte, Plattformen und sogar ganze Häuser, verteilt auf elf verschiedene Camps im Trassenbereich, hatten die Aktivisten als Protest gegen die Rodung und die Autobahn im Wald erreichtet, organisierten Sitzblockaden auf Straßen, spannten eine Seiltraverse über die Bundesstraße, besetzten Baumaschinen, Bäume und blockierten Feldwege. Dabei handelte es sich keineswegs um Barrikaden, die ohne weiteres weggeschoben werden konnten – teilweise waren die Konstruktionen meterhoch, mit Drähten und Zäunen verbunden und mit Beton im Boden verankert. Nicht selten kam es zu direkten Konfrontationen mit der Polizei, fast täglich waren Spezialeinsatzkräfte der Höhenrettung im Einsatz.

Rund um die Uhr wurden die Rodungsarbeiten durch die Polizei begleitet – zeitweise mit mehr als 2.000 Einsatzkräften pro Tag. Das teilt das Hessische Innenministerium auf Anfrage von OL mit. Erklärt wird die Anzahl damit, dass jederzeit mit „gewalttätigen Handlungen und Störaktionen gerechnet werden musste“.

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In den 68 polizeilichen Einsatztagen seien die Rodungsarbeiten von mehr als 100.000 Einsatzkräften geschützt worden. In der Räumungs-Phase im Dannenröder Wald, dort wo sich der größte Widerstand gebildet hatte, wurden durchschnittlich 2.421 Polizisten binnen 24 Stunden eingesetzt – nicht nur Einsatzkräfte der hessischen Polizei, sondern auch aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

Dass der Einsatz kostspielig sein wird, das stand von Beginn an fest. Jetzt gibt es aber erstmals greifbare Zahlen, auch wenn es nur Schätzungen sind. Insgesamt knapp 31 Millionen Euro soll der Einsatz kosten – jedenfalls mit Blick auf die Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern und deren Unterbringung und Verpflegung.

19 Millionen Euro für Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern

Die Personalkosten inklusive der Kosten der Einsatzmittel für Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern belaufen sich für den Zeitraum von Oktober bis zum 8. Dezember nach den derzeitigen Hochrechnungen auf etwa 19 Millionen Euro. Die diesbezüglich entstandenen Sachkosten wie Hotel, Verpflegung oder aber die Anmietung von Dingen wie Hubwagen oder ähnliches betragen etwa 12 Millionen Euro. Die Kosten würden sich aufgrund laufender und noch zu erwartender Abrechnungen derzeit nur hochrechnen lassen und hätten daher einen „vorläufigen Charakter“, heißt es vom Ministerium.

Auf Rückfrage erklärt ein Sprecher des Innenministeriums dazu, dass auch die hessischen Einsatzkräfte oft in anderen Bundesländern im Einsatz sind und dass dieser Einsatz dann mit dem Einsatz der „außerhessischen“ Kräfte im Dannenröder Wald verrechnet wird, was die Angabe der genauen Kosten schwierig macht. Dennoch müssen die Kosten durch das Land Hessen bezahlt werden. „Die Kosten für den Einsatz hessischer Kräfte im eigenen Land sind grundsätzlich mit den monatlichen Bezügen abgegolten“, heißt es aus dem Ministerium.

Das Ministerium fasst in seiner Sprache die geleisteten Aufgaben der Beamten schließlich so zusammen: „Seit Beginn der Maßnahmen wurden über 3.000 Identitäten von Umwelt- und Klimaktivisten festgestellt, mehr als 2.500 Platzverweise erteilt und zur Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen waren in über 1.400 Fällen Freiheitsbeschränkungen und -entziehungen erforderlich“. Zudem wurden durch die Einsatzkräfte etwa 1.500 Ordnungswidrigkeiten und etwa 500 Straftaten zur Anzeige gebracht. Mittlerweile sind zwar alle Bäume im Bereich der Trasse gefällt, doch der Einsatz für die Polizei ist noch nicht vorbei. Auch das trägt dazu bei, dass die abschließende Statistik des Einsatzes noch auf sich warten lässt.

16 Gedanken zu “Polizeieinsatz im Dannenröder Wald kostet über 30 Millionen Euro

  1. Was sind das nur für „Umweltheuchler“, manipulieren durch Ihre Bilder von Ihren „Spaziergängen“ die Leser, um immer wieder fadenscheinige Argumente gegen die Autobahn zu sammeln. Da trifft man sich am „Jesus-Point“ bei Niederklein, stellt eine Menge Bilder in den Social-Medien ein, um ein Horrorszenario zu konstruieren, und bringt dann den vermüllten Platz in einen direkten Zusammenhang mit der Baustelle. Wie es dort aussieht, ist ohne Zweifel eine riesen Sauerei, aber was hat bitteschön die Baufirma damit zu tun!!?? Da schreibt die Frau Theuermeister sofort, dass es nicht die „Aktivisti“ waren (so was machen die ja nicht), und für den Herr MauliBewohner steht natürlich sofort fest, das nur die Baumassnahmen für die Vermüllung verantwortlich seien. Solche Hetzer und Faktenverdreher braucht das Land! Die „Bösen“ sind immer die A49-Befürworter und die Guten sind immer die „Öko-Aktivisten“. Was eine gequirlte Scheisse da von sich gegeben wird!! Man erinnere sich an den vermüllten Wald bei Dannenrod, die Müllberge, die nach der Räumung in Niederklein auf dem Sportplatz zwischengelagert wurden und an den Container voller Fäkalien neben dem Camp in Dannenrod. Wenn diese Leute die Umwelt retten wollen, damit sie später so aussieht, wie die sie selber hinterlassen, dann gute Nacht Deutschland. Und wenn dann noch die Frau Baerbock nach den Wahlen im September die Regierung führen sollte, dann beginnt für Deutschland der Rückschritt von einer Industrienation zu einem Entwicklungsland! Spritpreise sollen erhöht werden, CO2-Zulagen auf die Mieten für Mieter und Vermieter und Tempo 130 auf den Autbahnen und und und…! Aber selber in der Vergangenheit die Hände aufgehalten für Zahlungen jedweder Art, die kürzlich noch schnell nachgemeldet wurden, um sich für die Öffentlichkeit reinzuwaschen. Hoffentlich werden die Wähler noch rechtzeitig wach, um uns vor einer „Öko-Diktatur“ zu bewahren.

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    1. Deshalb ist es wichig, dass wir gemeinsam auf die Barrikaden gehen, wenn Frau Baerbock im Herbst den Weiterbau stoppt.

      Als in den 90er Jahren die Gelder in den Osten gingen, haben wir freundlich zurückgesteckt.
      Als es anschließend um den Naturschutz ging, haben wir ebenfalls Rücksicht genommen, obwohl bereits damals vieles darauf hindeutete, dass der „Naturschutz“ nur ein Vorwand war, um die Kosten für die Autobahn in die Höhe zu treiben.

      Es darf nicht sein, dass diejenigen, die sich an Recht und Gesetz halten ins Gesicht geschlagen und in den Hintern getreten werden und gleichzeitig diejenigen hofiert werden, die unser Grundgesetz bis zur Perversion missbrauchen für ihre Randale.

      Es reicht langsam, aus Frust die AfD wählen wird nichts bringen. Wir sollten uns schon jetzt auf Demos, Mahnwachen und zivilen Ungehorsam unsererseits einstellen.

      Lieber „noch ein Bürger aus Homberg“,
      vielleicht können Sie ja dieses Thema auch mal in den sozialen Medien anschneiden.

  2. Warum sollte der Mensch sein Denkorgan über Genühr strapazieren wenn es sich augenblicklich gar nicht lohnt?Schließlich zogen diejenigen nur selten Vorteile aus dem übermäßigen Gebrauch der Vernunft. Erschreckent viele Vordenker der Menschheit wurden zu Lebzeiten nicht geachtet ,sondern geächtet, wurden verlacht,verfolgt, verhaftet, verbrannt.Die herschende Dummheit ist auch stets auch die Dummheit der Herrschenden.

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    1. „Warum sollte der Mensch sein Denkorgan über Genühr strapazieren wenn es sich augenblicklich gar nicht lohnt?“

      Herrlich. Dieses Zitat merke ich mir für den Moment, wenn ich das nächste Kommentar von ihnen lese…

  3. Ich möchte daran erinnern, das es sich um ein Naturschutz&Wasserschutzgebiet handelt, wo es mindestens 250 Jahre braucht, um so etwas Vergleichbares wieder aufzubauen. Wobei dies unwahrscheinlich ist. Denn sogenannte „Ausgleichsmaßnahmen“ können dieses einmalige Gebiet nicht ersetzen. Wenn man dies mit Geld bezahlen wollte, dann müsste man dort noch ein paar nullen hinten dran setzen.

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    1. Ich möchte daran erinnern, dass dieses Biotop zu 97% erhalten bleibt und durch die nun nicht mehr intensive Nutzung als rein forstwirtschaftliche Fläche (war nämlich bislang so), endlich erst ein richtiger natürlicher Mischwald werden kann.

      Aber Fakten interessieren die Grünlinge ja nicht.

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    2. @Roth
      Ehe Sie andere erinnern, sollten Sie sich doch bitte selbst daran erinnern, dass Ihre Behauptungen hier bei OL schon oft genug widerlegt wurden. Mit Ihrem Typ „Argument“ können Sie sofort die Wiedereinführung der Todesstrafe fordern und Sie werden sicherlich mehr Zustimmung ernten als die Autobahnbefürworter.

      Hier geht es nicht um einen Freizeitpark, die Fertigstellung der Autobahn ist eine Notwendigkeit, die seit 30 Jahren überfällig ist.

      Wenn Sie bereit wären, Ihren Wohnsitz an die B3 zu verlegen, dann könnte man Sie ernst nehmen.

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      1. Kleiner Tipp.
        Vom der B3 nach Homberg umziehen, da laesst sich die A49 richtig geniessen, dagegen ist die heutige B3 ein Laermschutzgebiet

  4. Liebe Anna,
    keine Angst, für die Steuerverschwendung von Herrn Scheuer zünde ich ein eigenes Mahnfeuer an.

    Man kann allerdings nicht den einen Missstand mit dem anderen Rechtfertigen.

    Es ging doch im letzten Jahr darum, einen Rechtsbruch zu unterbinden. Mit weniger Polizei hätte mehr Gewalt eingesetzt werden müssen, also Schlagstöcke, Tränengas etc. Das hätten Sie auch nicht gut gefunden. Die Polizei hat eine vorbildliche Arbeit geleistet, auch was die Koordinierung angeht.

    Den Anwohnern der Bundesstraßen müssen Sie nicht erklären, was Lärm, Dreck und Gestank sind. Der Verkehr einer ganzen Autobahn wird seit 40 Jahren mitten durch Ortschaften geführt, ohne Abstand, ohne Lärmschutz ohne alles. Damals hatten Bremsbeläge noch Asbest und Diesel und PkW ließen sich aus der Ferne am Geruch unterscheiden. Wissen Sie eigentlich was Empathie ist? Warum nehmen Sie dann mit Ihrer Meinung keine Rücksicht auf andere?

    Eine Bundesstraße darf man offiziell als Autobahn vergewaltigen, das ist der eigentliche Skandal. Für den Bau von Autobahnen gibt es Vorschriften bezüglich Abstand und Lärmschutz. Von „Verlagerung“ kann also gar keine Rede sein.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass Geld ausgeben wird. Allerdings haben die 30Mio. unsere Demokratie nicht weitergebracht. Sie haben überhaupt nichts gebracht, sie sind verbrannt. Hätte man die 30Mio. für Lärm- und Sichtschutz investiert, dann würden die Maulbacher und Dannenröder von der Autobahn weder etwas hören noch sehen. Also kein Grund für Beschwerden.

    Ich bin auch dafür, dass bei der Planung von Straßen sorgfältig abgewogen wird. Nach 30 Jahren muss so ein Projekt aber ausgeplant und ausprozessiert sein. Alles andere wäre ein Verbrechen an denen, die die Nachteile des Verkehrs aushalten müssen.

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  5. Ehe mam sich über 31 Mio. aufregt,

    sollte man erstmal die Rechnung überprüfen. Warum werden denn die Kosten der Hessischen Beamten einfach unter den Tisch fallen gelassen?

    Kostenaufschlüsselung sieht anders aus.

    Die Kosten werden dem jeweiligen Einsatzort zugeordnet. Wenn die Polizei im Fußballstadion eingesetzt ist, dann werden die Kosten dem Fußball zugeordnet. Wenn die Beamten in Berlin eine Demo begleiten, dann werden die Kosten der Demo zugeordnet. Und werden die Beamten im Dannenröder Forst eingesetzt sind, dann werden die Kosten eben der A49 zugeordnet. Aus welchem Bundesland die Polizisten kommen, spielt doch bei dieser Betrachtung gar keine Rolle.

    Eigentlich eine Sache für die Opposition im Landtag, hier Aufklärung zu fordern.

    Unter uns, zum Abschätzen: Bei 100000 Polizistentagen und einem täglichen Arbeitseinsatz zwischen 10 und 12 Stunden dürfte man zuzüglich Materialeinsatz auf 80Mio. € kommen.

    Als jemand, der die Rechnung bezahlt, kann ich allerdings von Herrn Beuth doch eine korrekte Kostenaufschlüsselung erwarten.

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  6. Ich hoffe das die ganzen linken Ökoterroristen, die diesen ganzen Zirkus zu verantworten haben entsprechend zur Kasse gebeten werden. Die Rädelsführer um Frau Schlemmer & Co. sollten den doppelten Satz entrichten.
    Jedoch muss auch ganz deutlich der heimischen Politik vorgeworfen werden, das man es überhaupt zugelassen hat, das diese Leute über ein Jahr ungestraft den Wald besetzen und vermüllen konnten und somit dieser Einsatz in diesem Ausmaß notwendig wurde.
    Diese rund 31 Mio € hätte man besser in Klimaprojekte investieren sollen anstatt sie auf diese Art und Weise regelrecht aus dem Fenster zu schmeißen. Aber das war ja nicht das Ziel der linken Ökoterroristen. Denn denen geht es nicht im geringsten um den Umwelt- und Klimaschutz sondern nur um die Provokation des Staates, also von uns allen.

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  7. 100 000 Einsatzkräfte bei einem 10h Tag und 65€/h kommt man auf einen deutlich höheren Betrag.

    Wie auch immer. Ich sammle übrigens noch Geld für mein nächstes Dokumentaprojekt, bei dem ich 31Mio. € in 5€ Scheinen über die gesamte Dauer hinweg verbrennen möchte, um Steuerverschwendung zu veranschaulichen. Spielgeld lässt sich leider nicht verwenden, die 31 Dannenröder Millionen waren ja auch echt.

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    1. Der „normale“ Bürger versteht die Welt nicht mehr…wie kann es sein, dass Steuergelder in solchen Dimensionen verprasst werden…ja, verprasst, denn man darf sich getrost fragen, ob dieser Polizeieinsatz nicht komplett überdimensioniert war, dazu völlig unnötig. Welche Summen an Steuergeldern verschleudert ein Verkehrsminister Scheuer jeden Tag? Anstatt den Aktivisten die Schuld zu geben, sollte sich der normale Bürger doch fragen, ob es Alternativen für den Bau der A49 gegeben hätte (und noch gibt!!)Denn die gibt es, siehe Planfall 2, es wurde oft und lange genug darauf hingewiesen, ab Stadtallendorf durch den Neubau einer Bundesstraße den Verkehr abfließen zu lassen. So werden Dreck, Gestank, Lärm, Einschränkung der Lebensqualität einfach nur verlagert,getreu dem Motto „des einen Freud, des anderen Leid“. Aus der Welt ist das Problem damit nicht. Aber wen kümmert’s, wenn es am Ende um Geld geht, viel Geld, damit russische Oligarchen als Geldgeber bedient werden können, was die Eile bei der Räumung und beim Bau erklärt. Jedem, der sich damit auch nur im Ansatz befasst, ist klar, wieviel Dreck da an den Stühlen der zuständigen Herren Minister klebt,was da alles getürkt, getrickst und gebogen wird. Denn nach Recht und Gesetz, nach dem alle geschrien haben, die die Aktivisten hier von den Bäumen „geschossen“ haben wollten, fragt beim Bauvorgehen niemand. Ein Anwalt reicht nicht, um aufzudecken, was alleine rund um Homberg versäumt wurde. Jeder, der einigermaßen bei Verstand ist, sollte also die Motive für den Polizeieinsatz und den Bau der A49 mal kritisch hinterfragen…

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      1. Aber Sie sind bei Verstand, gell?
        Wären die Kacktivisten nicht da gewesen hätte man das ganze Geld in die Schulen investieren können.
        So aber musste man die Kohle ausgeben um ein höchstrichterlich genehmigte Bauprojekt durchführen zu können.

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