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CDU Mücke kritisiert: Schaufensterpolitik statt Wahrnehmung der Verantwortung„Haben SPD/FW plötzlich die Natur und Umwelt in Mücke entdeckt?“

MÜCKE (ol). Die Gemeinde Mücke soll 200 Obstbäume bekommen, jedenfalls wenn es nach der SPD und den Freien Wählern geht. Das wird nun von der CDU Mücke kritisiert, die sich fragt, ob die Mehrheitsfraktionen kurz vor der Kommunalwahl die Natur und die Umwelt in der Gemeinde entdeckt haben.

In der Pressemitteilung der Mücker CDU heißt es, wer die Veröffentlichungen der (noch) Mehrheitsfraktionen von SPD und FW in den letzten Wochen gelesen hat, könnte zu dem Ergebnis kommen, in der Gemeinde Mücke gebe es einen Mangel an Bäumen. Dieser Gedanke dränge sich auf, weil kurz vor Jahreswechsel je ein Baum auf dem Gelände des Waldkindergartens am Flensunger Hof und des Flensunger Friedhofs gepflanzt worden sind. Mit dieser Pflanzung sei der ohnehin schon große Baumbestand auf der gesamten Fläche der Gemeinde Mücke mit einer Ausdehnung von 86,23 Quadratkilometer um zwei Setzlinge vermehrt worden.

Angesichts dessen, dass die Gemeinde selbst Eigentümer von mehr als 300 Hektar Wald mit vielen Baumarten sei und zusammen mit den Flächen des Staats- und des Privatwaldes in der Gemeinde hunderttausende Bäume stehen, können die zwei zusätzlichen Bäum eher als ein symbolischer Akt zur Rettung des Klimas verstanden werden. Aus Sicht der Mücker CDU stelle sich die Frage, ob die beiden Fraktionen wenige Wochen vor der Kommunalwahl plötzlich Natur und Umwelt in der Gemeinde entdeckt haben.

Fragen über Fragen bei der CDU

Ein Beleg für diese Vermutung sei der im Jahr 2020 von FW und SPD gestellte Antrag, die Gemeindeverwaltung solle 200 Obstbäume an die Bürgerinnen und Bürger verschenken. Mit diesem Antrag solle sicher etwas Gutes für die Vogelwelt, Insekten aller Art – insbesondere Bienen – und das Klima generell erreicht werden. Leider hätten es die Antragsteller versäumt, ihr Anliegen mit konkreten und umsetzbaren Inhalten zu versehen. So stelle sich für die Mücker CDU zuerst die Frage, aus welcher Haushaltsstelle die 200 Obstbäume bezahlt werden sollen, denn immerhin sei die Obstbaumverschenkung bisher nicht in den gemeindlichen Haushaltsplänen vorgesehen gewesen und welche Kosten dabei entstehen würden?

200 Obstbäume für die Mücker Bürger

Noch wichtiger sei die Frage, nach welchen Vorgaben die Bäume an die Einwohner der Gemeinde abgegeben werden sollen: pro Haushalt ein Baum oder für jedes Grundstück? Müssen die Interessenten nachweisen, dass sie eine für größere Obstbäume geeignete Fläche besitzen und dass sie überhaupt Ahnung davon haben, wie ein Obstbaum gepflanzt und vor allem wie er in den ersten Jahren gepflegt wird? Aus Sicht der CDU müsse darauf geachtet werden, dass der Bauabteilung der Gemeindeverwaltung und/oder dem Bauhof damit nicht eine Menge Arbeit aufgehalst werde, denn diese arbeiten seit Jahren an der oberen Belastungsgrenze.

Vorgaben für gemeindeeigene Grundstücke würden fehlen

„Statt in der Öffentlichkeit nur eine positive Stimmung erzeugen zu wollen, wäre es viel besser und nachhaltiger gewesen, wenn die Mehrheitsfraktionen sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel mehr um den vorhandenen Baumbestand im Wald als auch in der Feldflur und in den Ortslagen gekümmert hätten“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Allgemein sei bekannt, dass die Gemeinde selbst Eigentümer von Obstanlagen sei. In fast allen Ortsteilen gebe Kirschenalleen sowie Apfel-und Birnbaumbestände.

Diese ökologisch sehr wertvollen Grundstücke seien teilweise völlig unbeachtet geblieben und dadurch für die Tier- und Pflanzenwelt sogar immer wertvoller geworden. Nur ihren ursprünglichen Zweck als Obstlieferanten für Menschen und Haustiere würden sie nicht mehr erfüllen können, da Obstbäume ab einem gewissen Alter immer weniger tragen würden. Auf diesem Gebiet hätten die beiden Fraktionen mit ihrer Mehrheit in Gemeindevertretung und Gemeindevorstand klare Vorgaben machen können, was mit diesen gemeindeeigenen Grundstücken geschehen, diesbezüglich sei aber nichts geschehen. Unter dem Stichwort „Ausgleichsmaßnahmen“ wäre hier viel machbar gewesen und man hätte sogar noch Zuschüsse aus Mitteln des Landes Hessen und der EU bekommen können, meint die CDU.

CDU Mücke ruft zur Verantwortung auf

Auch um große Bäume in den bebauten Ortslagen der Dörfer habe man sich keine Gedanken gemacht, bis vereinzelt die Gefahr von Astabbrüchen oder des Umfallens großer Laubbäume sichtbar geworden sei. Erst Bürgermeister Andreas Sommer habe nach seinem Amtsantritt im Jahr 2018 den wichtigen Gesichtspunkt der Verkehrssicherungspflicht aktiv angepackt und sei dafür noch von ehemaligen SPD-Kommunalpolitikern kritisiert worden. Abschließend ruft die Mücker CDU die Kolleginnen und Kollegen von SPD und FW auf, die von ihnen beanspruchte Verantwortung auch tatsächlich wahrzunehmen; dies gelte auch für weitere Bereiche der Gemeindepolitik.

Mücke mit dem höchsten Wasserverlust im kreis

Etwas wunderlich sei nach den Worten von Jürgen Kornmann als Vorsitzendem des CDU-Gemeindeverbands Mücke auch die Kampagne der beiden Fraktionen zum Thema „Wasserverluste“. Wasserverlust sei die Differenz zwischen der Menge an Grundwasser, die in den gemeindeeigenen Brunnen pro Jahr gefördert werde und der Menge die (nach Ablesen der Wasseruhren) an die Verbraucher geliefert wird.

Wasserverluste gebe es in allen Städten und Gemeinden aufgrund verschiedener Ursachen. Mit 106.265 Kubikmetern Verlust habe Mücke bedauerlicherweise die höchsten Verluste aller Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis. Die jährliche Menge des Wasserverlusts sei in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen, der damalige Bürgermeister Dieter Böck habe Mitte der 1990-er Jahre aktiv etwas dagegen unternommen und eine Reduzierung erreicht. Seitdem sei nichts Erkennbares unternommen worden, um die Verluste zu verringern. „In diesen 20 Jahren hätten beide Fraktionen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, denn sie haben von 2001 bis 2005 und von 2011 bis 2021 die Mehrheit für sich in Anspruch genommen“, heißt es abschließend.

Ein Gedanke zu “„Haben SPD/FW plötzlich die Natur und Umwelt in Mücke entdeckt?“

  1. Wasserverlust in Mücke. Alle Fraktionen wussten es und keine hat was unternommen. Plötzlich wird es zum Wahlkampfthema.
    Anstatt sich gegenseitig vorzuwerfen wer hier untätig war , sollte den Bürgern gesagt werden wie teuer die Konsequenzen sind.
    Mück hat durch Investitionen im Gewerbegebiet keine finanziellen Mittel dies zu finanzieren. Alle Fraktionen haben zugeschaut und der Bürger zahlt jetzt. Wie teuer wird es??

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