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KOMMENTAR zum Umgang des Kreises mit der Corona-VorschriftDie Ausnahme für den Wintersport von der 15-Km-Regel ist absurd

MeinungVOGELSBERG. Im Vogelsberg darf man nur noch in seiner eigenen Gemeinde oder bis zu 15 Kilometer entfernt einen Ausflug unternehmen. Wintersport, und damit zum Beispiel der Besuch auf dem Hoherodskopf, ist aber erlaubt. Das ist absurd – und die Argumentation des Kreises macht diese Ausnahme noch absurder, findet OL-Redakteurin Luisa Stock.

Ausgangssperren in einzelnen Kreisen, Lockdown, Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, in Bahnen und Bussen, Kontaktverbote – mal mit fünf Personen, mal mit Kindern, mal ohne – und während Massagestudios geschlossen haben, sind Sonnenbänke geöffnet. Zugegeben, es ist nicht mehr ganz so einfach, bei den stetig wechselnden Corona-Regeln überhaupt noch den Überblick zu behalten.

Klar, die Fallzahlen sind enorm hoch, wir müssen etwas tun, Einschränkungen sind wichtig. Aber manchmal, da klingt das, was sich die große Politik ausdenkt, zwar gut gemeint, aber irgendwie auch absurd. Und manchmal wird es dann noch absurder, wenn die lokalen Behörden die Regeln auf ganz eigene Weise umsetzen. So wie im Vogelsbergkreis, wo der Umgang der Kreisverwaltung mit der 15-Kilometer-Regel für Schlagzeilen sorgt.

Der Kreis tut sich mit der Ausnahme keinen Gefallen

Entstanden ist die Vorschrift nämlich mit Blick auf die überfüllten Wintergebiete, in die an den vergangenen Wochenenden regelrecht scharenweise gepilgert wurde, um einen kühlen Wintertag in den traumhaft verschneiten Landschaften zu verbringen. Eine wilde Schneeballschlacht, schnelle Schlittenfahrten oder ein Tagesausflug zum Skifahren: Alles recht ungefährlich – wenn nicht Corona wäre, und die Menschen sich im Schnee beinahe auf die Füße trampeln würden, weil so viel los ist. Viele Kontakte in Wintergebieten: „Das muss verhindert werden“, sagte die Kanzlerin dazu, als sie die Idee der 15-Kilometer-Leine vorstellte.

Der Hoherodskopf beispielsweise, der Hausberg der Vogelsberger, ist von der Regelung im Kreis ausgenommen – oder besser gesagt: Wintersport, und damit das, was man dort oben gerade machen würde, ist im Vogelsberg überall erlaubt. Damit tut sich der Kreis wahrlich keinen Gefallen. Er sollte die Ausnahmeregelung zurücknehmen. In Hessen gilt die Vorschrift schon nur für „tagestouristische Ausflüge“, wie Freizeitunternehmungen ohne Übernachtung auf Beamtendeutsch heißen. Die Regel, so nutzlos sie mancher finden mag, ist wie erwähnt aufgrund der überfüllten Wintergebiete erdacht worden. Welchen Sinn macht es dann, diese Gebiete mit einen Griff in die Trickkiste von dieser Regel auszuschließen? Richtig, keinen.

15-Kilometer-Regel: Wie der Kreis die Ausnahme für den Hoherodskopf rechtfertigt 

Es ist aber nicht die Ausnahme per se, die das Verhalten der Kreisverwaltung um Landrat Manfred Görig und seinen Stellvertreter Jens Mischak so lächerlich macht – sondern vor allem ihre Argumentation. Diese lautet:

  1. Wenn Vogelsberger auf dem Hoherodskopf Sport treiben würden, habe das nichts mit einem touristischen Tagesausflug zu tun. „Mit was denn sonst?“, fragt man sich da. Ist automatisch nur Ausflügler, wer über die Kreisgrenze kommt? Dem Virus ist es übrigens egal, ob es von einem Schwälmer auf einen Vogelsberger wechselt oder nur von einem Einheimischen zum anderen wandert. („Zu den tagestouristischen Ausflügen zählen alle Unternehmungen, die der Freizeitgestaltung – zum Beispiel Wandern, Spazierengehen, freizeitsportliche Aktivitäten – ohne Übernachtung dienen“, sagt übrigens das hessische Sozialministerium.)
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  2. Die Sperrung der Zufahrten von 9 bis 16 Uhr mache den Hoherodskopf für Wintersportler von weiter außerhalb unattraktiv. Ist das wirklich so? Der für das Gebiet zuständige Förster sagte, die Leute hätten sich augenscheinlich in der Gegend nur anders verteilt, weniger los war seiner Meinung nicht. Und wenn jemand wirklich unbedingt auf den Hoherodskopf will, dann fährt er eben pünktlich los, wenn die Sperren noch nicht gelten – oder er mogelt sich an ihnen vorbei. Aber das ist ein anderes Thema.
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  3. Die Vogelsberger sollen die Möglichkeit haben, auf ihrem Hausberg ihre Abwehrkräfte zu stärken. Es mag sein, dass ein gutes Immunsystem nie verkehrt ist, auch nicht im Kampf gegen dieses Virus. Allerdings wirkt dieses Argument ziemlich konstruiert – und es kann in die Irre führen. Denn Corona ist nun mal keine Grippe und hat schon zu vielen Menschen, die normale Abwehrkräfte haben, schwer geschadet.

Der gute Wille der Kreisverwaltung ist ja verständlich. Viele Menschen sitzen seit mittlerweile fast einem Jahr im eigenen Zuhause fest, Urlaube gab es nicht und auch sonst fällt einem in dieser dunklen Jahreszeit sicherlich schnell die Decke auf den Kopf. Man möchte raus, etwas anderes sehen als die eigene Nachbarschaft und ja, auch die Kinder müssen beschäftigt werden. Da klingt Schlitten fahren auf den Hoherodskopf oder egal wo sonst sicherlich verlockend. Dass der Kreis genau das ermöglichen möchte, ist aller Ehren wert – aber aufgrund der Gesamtsituation leider trotzdem unangebracht.

23 Gedanken zu “Die Ausnahme für den Wintersport von der 15-Km-Regel ist absurd

  1. Nicht aufregen, am Mittwoch ist der Spuk vorbei, dann muss die Verordnung rechtlich aufgehoben werden. Weshalb? Vorausgesetzt das sich nun alle Altenheime im Vogelsberg an die Allgemeinverordnung gehalten haben, also nicht mehr nach 21:00 Uhr ihre Pflegeeinrichtung verlassen haben und auch nicht weiter als in 15 km Entfernung touristische Ziele Besucht haben, somit kein neuer Altenheim Hotspot entsteht, pendeln sich entgegen der Einschätzung von unserem Leiter des Gesundheitsamtes Herren Dr. med Henrik Reygers der Inzidenzwert zwischen 150 und 170 ein. Da der Wert dann 5 Tage in Folge unter 200 liegt ist die 15 km Radius Regel wie auch die Ausgangssperre laut Vierter Allgemeinverfügung aufzuheben. Herr Görig, sie können den erlass schonmal beginnen zu schreiben. Leider kann unser Vogelsberger Gesundheitsamt schlecht Zahlen werten, es verbringt wohl lieber die Zeit falsche Vermutungen und Schätzungen aufzustellen. Wie ist es sonst zu erklären das in der vierten Allgemeinverfügung vom geschrieben steht: „wobei das Gesundheitsamt für die nächsten Tage und ggf. Wochen weitere steigende Inzidenzwerte erwartet. Danke!

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  2. Die ganze 15 km Regel ist doch totaler Quatsch. Es kommt nicht darauf an wie weit ich von zuhause weg fahre, sondern wie vielen Menschen ich begegne.

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  3. Deutschland investiert Milliarden Euro in eine immer mehr zusammenfallende Wirtschaft.
    Wenn wir von Anfang an bereit gewesen wären ein paar Euro mehr für eine Impfdosis zu investieren (siehe Israel) dann bräuchte es keine Einschränkungen und Tausende von Milliarden Euro in die zusammenbrechende Wirtschaft.
    Wer sich die Dinge in der Wirtschaft wirklich anschaut wird merken das Altmaier und Scholz sich uns und sich selbst so belügen wie man es sich gar nicht vorstellen kann.

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  4. Ja, endlich mal wieder was von Johannes. Den corona-ausschuss ,der Rechtsanwälte verfolge ich schon seit Juli letzten Jahres. Die Sitzung von Freitag, siehe dein Link, war die Wucht. Kann ich nur jedem empfehlen, auch wenn manche Sitzungen über vier Stunden gehen. Ich werde meine Mutter 78, gleich nach Prof. Spitz Rat versorgen. Ob sie mit zum Rodeln kann, glaub ich leider nicht, weil sie Gelenkprobleme hat. Hast du auch die Sitzung mit dem Thema Impfung gesehen? Puh! Es gibt noch einen corona – ausschuss von Ärzten: ACU ( Außerparlamentarischer Coronauntersuchungsausschuss), mit sehr interessanten Interviews.

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  5. das eine schlimme ist der virus, das andere sind die politiker, die mit ihrem hüh und hott den normalen otto-normal-verbraucher völlig in die irre führen, hier gilt das, dort gilt das gegenteil, nur niemand verprellen, jedem es recht machen. der virus fordert immer neue opfer, während die politik rumlamentiert. der bürger will klare regeln, auch wenn es mal für eine gewisse zeit sehr weh tut,aber es kommen nur ständige schwenks hin und her. das dasheim herumsitzen geht jedem auf den senkel, aber wenn es um menschenleben oder-und das wohlbefinden von sich selbst oder anderen menschen geht, dürfte kein preis zu hoch sein.

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  6. Als Sachlage bezeichnet man „alle Tatsachen, die den Charakter einer bestimmten Lage bestimmen“. Man spricht auch vom „augenblicklichen Stand der Dinge“, den es
    zu überblicken, zu erkennen und richtig zu beurteilen gilt (Definition von Oxford Languages).

    Ich stelle in Frage, dass die Kritik des Landrats an einer unrichtigen Wiedergabe der Sachlage durch die „liebe Frau Stock“ den Kern trifft und in der vorgetragenen Argumentation überhaupt eine hinreichende Durchdringungsfähigkeit (penetration capability) des Problems zum Ausdruck. Es handelt sich lediglich um das übliche Dementi eines Politikers.
    Die Behauptung, „Alle Vogelsberger wie auch alle Wintersportler außerhalb des Landkreises dürften zu jeder Zeit zum Wintersport auf den Hoherodskopf!“ ist schlichtweg falsch! Unbegrenzten Zugang zum Hoherodskopf haben nur die Einwohner von Schotten, in dessen Gemarkung der Hausberg der Vogelsberger liegt.
    Ortsfremden ist nur dann die Anreise gestattet, wenn ihr eigener Wohnort nicht von der 15-km-Regel betroffen ist.
    Dass Wintersport nach den aktuellen Auslegungshinweisen zur Verordnung (siehe https://www.hessen.de/sites/default/files/media/21-01-08-auslegungshinweise_cokobev.docx.pdf) unabhängig von von der 15-km-Regel überall zulässig sei, sofern dieser nicht im Rahmen eines „tagestouristischen Ausflugs“ stattfindet, ist schlichtweg ein Missverständnis!
    Laut Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung vom 11. Januar 2021, die uneingeschränkt gültig ist, sind „öffentliche Verhaltensweisen […], die generell dazu geeignet sind, das Abstandsgebot zu gefährden, […] unabhängig von der Personenzahl untersagt“. Typisch für Wintersport (außer Skilanglauf) ist aber, dass dieser an dafür besonders geeigneten Plätzen (Abfahrtshängen, Skilifts, Seilbahnen, Sprungschanzen usw.) stattfindet. Dies führt – nicht zuletzt auch aufgrund des sporttypischen Bewegungsmoments – dazu, dass sich Besucher hier ballen und der vorgeschriebene Abstand von 1,5 Metern nicht mehr einzuhalten, geschweige denn die Einhaltung des Abstandsgebots zu organisieren bzw. zu überwachen ist.
    Da zudem alle gastronomischen Betriebe und öffentlichen Toilettenanlagen geschlossen sind, ist an Wintersporthotspots das Verbot des öffentlichen Toilettengangs (Urinieren etc. im Wald, hinter einem Busch am Straßenrand usw. in Deutschland generell nicht erlaubt und durch Ordnungsmaßnahmen zu unterbinden. Verstöße sind zu ahnden.) nicht durchzusetzen. Damit gilt dasselbe wie bei Nichteinhaltung des Mindestabstands oder Verstoß gegen die Maskenpflicht: Die entsprechenden Zusammenkünfte müssen aufgelöst, die Örtlichkeiten geräumt werden.
    Landrat Görig zeigt hier, indem er sich nur einen einzigen Aspekt der Auslegungshinweise heraus pickt, ein vollkommen unzureichendes Verständnis der Verordnung. Er ist offensichtlich nicht in der Lage, die Genehmigung des Wintersports mit allen prinzipiellen Vorschriften abzugleichen, die durch die Einordnung des Wintersports als „nicht tagestouristisch“ nicht außer Kraft gesetzt werden und von den Kreisbehörden und betroffenen Gemeinden einzuhalten sind.

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    1. …eine hinreichende Durchdringungsfähigkeit (penetration capability) des Problems zum Ausdruck kommt.

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    2. Der „Coronator Söder“ (frei nach Schwarzenegger) verlangt schärfere Regeln.
      Landrat Görig blickt hier nicht durch (??!!) bei der Einhaltung der 15Km Regelung bei Sport oder Spaß.
      Aber was hat Wintervergnügen auf dem Vogelsberg damit zu tun, daß 86% der Todesfälle im Pflegeheim vorkommen?
      Vielleicht sollte man die Senioren mal gut einpacken und einen lustvollen Tag am Hohenrodskopf verbringen.
      Prof. Spitz erklärt wie es gehen könnte ab ca. Min. 20:00 in Sitzung 35.
      https://corona-ausschuss.de/sitzungen/

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      1. Ja und vor allen Dingen sollte man den Herrschaften in den Altenheimen mal Vitamin D gönnen. Ja und genau Johannes, da bin ich voll bei dir,frische Luft und BEWEGUNG( soweit es möglich ist).

  7. …. und wenn wir uns von den selbstgenähten
    Alltagsmasken endlich verabschieden würden, und FFP2, welches als Goldstandard gilt, nutzen, täten wir ebenfalls ein Gutes daran uns und andere zu schützen.

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  8. Liebe Frau Stock ihr Kommentar gibt die Sachlage nicht richtig wieder:
    Wintersport ist nach den aktuellen Auslegungshinweisen zur Verordnung zulässig! Die 15 Km Regelung gilt nur für tagestouristische Ausflüge! So beschrieben und angewiesen durch Eskalationskonzept des Landes Hessen.
    D.h. Alle Vogelsberger dürften zu jeder Zeit zum Wintersport auf den Hoherodskopf!
    Auch alle Wintersportler außerhalb des Landkreises!
    Die Sperrung der Zufahrten von 9-16 Uhr soll ein Chaos, wie am ersten Wochenende verhindern! Diese Maßnahme hat sich als sinnvoll erwiesen!
    Ob eine 15 km Regelung nur für tagestouristische Ausflüge sinnvoll ist, sei dahingestellt, ist aber von uns ab einer Inzidenz von 200 (Höchste Stufe) umzusetzen! Ich hätte mir da eine klare Aussage und eine Verordnung aus Wiesbaden gewünscht und nicht diese schlecht definierte Tagestourimus-Version, die wir per Allgemeinverfügung auch noch umsetzen müssen. Diese Version war in Berlin so gar nicht vereinbart worden und jedes Bundesland hat wieder gehandelt, wie es wollte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Görig Landrat

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    1. ist sich der Schwäche der eigenen Argumentation sehr wohl bewusst. Um die Tatsache zu umschiffen, dass „freizeitsportliche Aktivitäten“ genau zu den vom Sozialministerium untersagten tagestouristischen Ausflügen zählen, erfindet man die immunologisch motivierte Hausbergbesteigung mit Fitness-Sportgerät und entsprechend ernsthaftem Gesichtsausdruck, den man sich notfalls auch auf die Mund-Nasen-Bedeckung malen kann. Nein, Wintersport ist eben nicht laut Eskalationskonzept des Landes Hessen und den aktuellen Auslegungshinweisen ausgerechnet an den wenigen überlaufenen Wintersport-Hotspots des Hohen Vogelsbergs zulässig. Wer genau liest, kann den Regelungen entnehmen, dass er den Wintersport vor allem deshalb nicht zulassen darf, weil er bei Ausübung zwangsläufig zu schweren Verstößen gegen sämtliche übrigen einschränkenden und allgemeinen Vorschriften führt, nicht zuletzt gegen den aktuellen Bund-Länder-Beschluss zur Eindämmung von Kontakten (https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-massnahmen-1734724): AHA+AL-Regeln, Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit, Hygienevorschriften (einschließlich des Verbots, sich im Wald in die Hocke zu setzen oder den Hosenstall zu öffnen).
      Ich hoffe, der Landrat höchstselbst wird die Wälder von den Rückständen der Wintersportler reinigen, die er jetzt auf den Hoherodskopf und die Herchenhainer Höhe lockt. Gern darf er sich hierzu wieder eine Mitropa-Duschhaube überstülpen, mit der wir ihn schon als selbstlosen Pflege-Praktikanten erlebt haben.

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      1. …wir geh’n zum K***en in den Wald!

        Das erinnert doch sehr an alte Sportreporter-Zeiten mit Heinz Maegerlein. Wie nannte man damals die Worldcup-Rennen der Damen? PISS-Rennen, habe ich das richtig verstanden (https://www.youtube.com/watch?t=101&v=H3fS6pEodv8&feature=youtu.be)? Legendär ist jedenfalls Maegerleins legendäre Reportage aus dem Jahr 1959, in der der doppeldeutigen Satz fiel: „Tausende standen an den Hängen und Pisten!“ (https://sportfails.de/sie-standen-an-den-hangen-und-pisten-spruch-maegerlein/).
        Nun ist es also Wirklichkeit geworden. Die von wo auch immer und angeblich zwecks Stärkung ihrer Abwehrkräfte massenhaft in den Hohen Vogelsberg strömenden „Wintersportler“ verrichten nicht nur ihre Notdurft längs der Loipen und Abfahrtshänge, sondern verbreiten mit den danach ungewaschenen Händen schädliche Keime über alles, was sich anfassen lässt. Unfassbar.

        Wer den Schaden anrichtet, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und der Vogelsbergkreis gibt mit seiner verqueren Allgemeinverfügung das denkbar schlechteste Beispiel für die Umsetzung des dringlichen Ziels, die Ausbreitung der Pandemie durch größtmögliche Reduzierung der Kontaktmöglichkeiten einzudämmen sowie das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu schützen. Angesichts der großen Gefahr einer explosionsartigen Verbreitung der Covit-19-Seuche geht es doch nicht mehr darum, was der eine darf und der andere nicht darf, um „die schönen Wintertage zu genießen“ (Zitat Dr. Mischak).

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      2. Es ist kaum zu glauben, was da an Statements aus dem Kreishaus kommt. Ich sehe eine grundsätzliche Unfähigkeit, voraus schauend zu denken, die gerade im Hinblick auf die Daseinsvorsorge für die vielen alten Menschen noch bittere Konsequenzen haben wird, zumal sich die finanzielle Situation des Landkreises durch die angestrebten Großprojekte (Klinik Neubau) nicht günstiger gestaltet. Ein anderer Kommentator hat es in irgendeinem Zusammenhang bereits angesprochen: Da stehen uns weitere verlorene Jahre der „Stimmungsdemokratie“ bevor, wo man sich durch Symbolpolitik und Pseudo-Aktivitäten selber froh macht und sich für jede PR-Aktion feiern lassen möchte, die zeigt, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist als voraus zu sehen. Aber was will man machen? Zumindest die älteren Vogelsberger leben zu einem extrem hohen Prozentsatz im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung (https://www.oberhessische-zeitung.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/wohneigentum-auch-im-vogelsbergkreis-ganz-oben-auf-wunschliste_17993247). Das führt zu besitzbürgerlicher Behäbigkeit und einer Orientierung der Kommunalpolitik an denen, die ihr Auskommen haben. Man sorgt für sich selbst, belohnt aber CDU und SPD an der Wahlurne dafür, dass es so ist und so bleibt. Alle übrigen Parteien sind an den Rand gedrängt und im Kreistag praktisch Statisten. Aber nach Corona wird sich manches dramatisch verändern, denn viele mittelständische Existenzen werden auf der Strecke bleiben, die urbanen Ballungszentren werden wieder verstärkt aufsaugen, was dann an Kreativität und Initiative im Vogelsberg fehlen wird. Die bräsige Kommunalpolitik wird dies eher befördern als verhindern.

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    2. Greift die Inzidenzregel überhaupt? Es heißt immer ab 200 Infizierten. Die gemel
      deten Zahlen sind keine Infizierten sondern positiv Getestete. Davon ist ein Teil ohne Symptome und ein Teil falsch Positiv. Wenn man genau arbeiten würde, müsste man von pos. Getesteten berichten und dann untersuchen, wer wirklich krank ist. Das wäre meiner Meinung nach die richtige Vorgehensweise. Von den zehn pos. Getesteten in unserem Umfeld, waren sechs ohne irgendwelche Krankheitszeichen, also kerngesunde Menschen. Die Menschen, gerade ältere, werden somit in Angst und Schrecken versetzt, gehen teilweise nicht mehr vor die Tür oder gehen alleine im Wald, mit Maske spazieren. Auf solchen Grundlage den Deutschen Mittelstand an die Wand zu fahren, ist für mich unverantwortlich. China steht schon in den Startlöchern um alles aufzukaufen. Die Lufthansa hat Milliardenhilfen bekommen und das kleine Geschäft geht leer aus. Mc Donalds und Starbucks, die in Deutschland fast keine Steuern bezahlen, bekommen 75% ihres Umsatzes, trotz Straßenverkauf. Zitat Dr. Brandenburg, Arzt in Berlin sagt, wir haben kein Problem mit Corona, sondern mit einem totgesparten Gesundheitssystem.

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      1. „Von den zehn pos. Getesteten in unserem Umfeld, waren sechs ohne irgendwelche Krankheitszeichen, also kerngesunde Menschen.“

        Sie haben es immer noch nicht begriffen: Symptomfrei und nicht infiziert ist nicht dasselbe. Wer (noch) keine Symptome zeigt, ist deswegen nicht „gesund“, sondern kann sein gesamtes Umfeld mit der Seuche infizieren!

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      2. Da muss ich Frieden und Freiheit sehr zustimmen. Mir wurde angetragen dieser Inzidenzwert ist nur eine Erfindung der Politiker???????? Und außerdem hat China schon den Texilrießen TOM TAYLOR für 1 Euro aufgekauft, ja da bleiben die Gläubiger mal wieder auf der Strecke. Wenn das so weitergeht, na dann GUTE NACHT.

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    3. Ich bin bestimmt kein Fan der Politik, ist mir zu verantwortungsvoll und für niemanden macht man es richtig, egal ob im schönen Vogelsberg oder in ganz Deutschland🤷‍♂️. Trotzdem finde ich es klasse, dass Herr Görig hier liest und tatsächlich sich auch mal äußert. 👌
      Die ganze Sache steht eben, bestimmt auch dem Landrat, den meisten Bürgern Oberkante, Unterlippe.🤢
      Die überwiegende Bevölkerung will doch ihr normales Leben zurück, die Altenheimbewohner ihr Angehörigen, aber bitte erst öffnen, wenn die zweite Impfung alle haben und die dann wirkt, die Kinder wollen in die Schulen, in den Kiga und mit ihren Freunden treffen.
      Die Sehnsucht danach ist doch riesengroß das kann doch keiner abstreiten. Man will nichts mehr hören über einen noch härteren Lockdown, nur weil die in Berlin nicht weiter wissen. Immer nur Hauruck Aktionen.
      Das ist das was mich “ ganz persönlich“ an🤢.

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  9. Die 15 km Regel ist für die Tonne, wenn man eh überall hin darf! Sinnlos! Dabei bräuchte es jetzt Konsequenzen! Sind die Zahlen nicht schon hoch genug? Wenn Jeder und Jede endlich mal zuhause bliebe, würden wir in 2 Wochen ein gutes Ergebnis erzielen. Kontakte vermeiden! Das ist das Einzige, was wirkt! Ist das denn wirklich so schwer? Aber auf Einsicht und Solidarität brauchen wir nicht warten. All diejenigen, die jetzt ignorant sind, verursachen weitere verschärfte Maßnahmen!

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    1. Die Argumentation des Landrates ist ja nicht von der Hand zu weisen.
      Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, mit den Anweisungen der Regierung, und den Bedürfnissen der Bevölkerung im Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung!
      Ich gehe davon aus, dass man am Dienstag bei der Bund/Länder Konferenz endlich die beschlossenen Maßnahmen eindeutig und verständlich für alle definiert und umsetzt.
      Ihre Sorgen sind berechtigt, die Kontakte im privaten wie beruflichen Umfeld müssen stärker eingeschränkt werden, und die Bürger sollten die Maßnahmen akzeptieren und auch einhalten.
      Vermutlich müssen die Maßnahmen noch einmal verschärft werden, und frühestens im März könnten wir mit einem Anfang zur Rückkehr in die „Normalität“ rechnen.
      Aber auch nur, wenn jetzt alle die Maßnahmen befolgen. Auch die jenigen, die ihr egoistisches Verhalten bis jetzt wie der überwiegende Teil der Bevölkerung noch nicht geändert hat.
      Selbstverständlich werden von Politikern,bei der außerordentlichen Krise der weltweiten Bekämpfung der Pandemie Fehler gemacht. Ob in Bund Länder oder Kommunen. Wir sollten größten Respekt haben,vor den Leistungen aller Verantwortlichen in der Bekämpfung der verheerenden Pandemie.

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      1. Noch mehr Verschärfungen, noch mehr Einschränkungen. Es reicht langsam, der Bürger will das nicht mehr. Der Herr Landrat, der MP UND die Regierung in Berlin sollen aktiv dafür sorgen, dass endlich die Massenimpfungen in der HH, wie es ja angekündigt worden ist stattfindet. Die Wirtschaft, viele Einzelhändler, Firmen können noch länger diesen massiven Lockdown nicht verkraften. Alles steht und fällt mit den Impfungen!!!

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