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Rebekka Schwarzer von der Alexander-von-Humboldt-Schule erfolgreich bei der Bio-OlympiadeHochbegabt, hochmotiviert und zu Höchstleistungen bereit

LAUTERBACH (ol). Welche Rückschlüsse lässt die Regeneration von Korkeichenwäldern auf die Auswirkungen des Klimawandels in Portugal zu? Wie kann man die Wirksamkeit von Antibiotika gegenüber bestimmten Keimarten bestimmen? Welche möglichen pathologischen Einschränkungen des Gesichtsfeldes kann es geben? Und wie kann man die Lokalisation eines bestimmten Proteins verfolgen? Mit all diesen Themen beschäftigte sich vor kurzem die 18-jährige Rebekka Schwarzer aus Lauterbach.

Sie ist Schülerin des Biologie-Leistungskurses der Jahrgangsstufe Q1 der Alexander-von-Humboldt-Schule, doch diese Themen waren bisher nicht Teil des Unterrichts, sondern Fragen der Internationalen Biologieolympiade, an der Rebekka im Herbst dieses Jahres mit großem Erfolg teilgenommen hat, heißt es in der Pressemitteilung der Schule. Hoch erfreut darüber zeigten sich in diesen Tagen sowohl Schulleiterin Gitta Holloch als auch Leistungskurslehrer Frank Schmidt, als sie der Schülerin die Urkunde des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) überreichten.

„Eine so hochleistende Schülerin wie Rebekka Schwarzer hat man nicht alle Tage“, so das Lob der Schulleiterin, und das bezog sich längst nicht nur auf den 20. Platz in Hessen und den 224. Platz in Deutschland, den Rebekka erreicht hat, sondern auf die Leistungsbereitschaft, die die Schülerin an den Tag gelegt hat. „Die Themen sind weit über Schulniveau und wurden im Unterricht noch nicht einmal ansatzweise angesprochen“, so Frank Schmidt. „Noch dazu hat Rebekka aus eigenem Antrieb und eigener Motivation heraus an dem Wettbewerb teilgenommen – und das neben allem, was der schulische Alltag an Anstrengung erfordert.“

Rebekka Schwarzer selbst sieht das Ganze sportlich: Sie habe von ihrer Schwester gewusst, dass es eine Chemie-Olympiade gebe, und sich auf die Suche nach einem entsprechenden Bio-Wettbewerb gemacht, berichtet sie. Dabei stieß sie erst kurz vor dem Abgabetermin darauf, was sie nicht von einer Teilnahme abhielt. Warum? Weil es ihr Spaß macht, sich tiefer mit Problemstellungen zu befassen. Weil sie Lust darauf hatte, zuhause eine kleine Experimentierstation aufzubauen, für die sie sich Gerätschaften aus dem Schullabor auslieh und Zutaten aus der Apotheke holte.

Auf diese Weise entstand ein Nährboden, der Aufschluss über die Verbreitung von Bakterienkulturen gab und Rückschlüsse über die richtige Art und Weise der Verhinderung derselben, beispielsweise anhand geeigneter Desinfektion, lieferte. Der aktuelle Bezug lag dabei auf der Hand. „Rebekka ist sowohl mit den Themen als auch mit der Herangehensweise ihrer Zeit voraus“, lobt Schmidt seine Schülerin. „Sie hat sich alle Aufgabenstellungen allein erarbeitet und dabei sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene ein Ergebnis erzielt, das zur Teilnahme an der nächsten Runde berechtigt.“

Der Wettbewerb

Die Internationale Biologieolympiade (IBO) ist ein jährlich wiederkehrender Schülerwettbewerb, der der Förderung biologisch interessierter und talentierter Schülerinnen und Schüler insbesondere der Sekundarstufe II dient und unter anderem von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wird. Der Wettbewerb wird auf nationaler und internationaler Ebene vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Er zählt zu den von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerben und ist im Begabungslotsen, dem Informationsportal zur Talentförderung, vertreten.

Die Ziele des Wettbewerbes sind, aktives Interesse an biologischen Arbeiten und kreatives Denken beim Lösen biologischer und ökologischer Fragestellungen zu fördern, Kontakte zwischen biologisch besonders interessierten Schülerinnen und Schülern herzustellen und freundschaftliche Beziehungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder zu entwickeln, um dadurch zur internationalen Zusammenarbeit und zum Verständnis verschiedener Nationen beizutragen. Aus diesem Grund finden die Auswahlverfahren ab der 3. Runde auch nicht mehr an den jeweiligen Schulen, sondern zunächst im IPN in Kiel statt und das Finale im Jahr 2021 in Lissabon.

Ganz gleich, ob Rebekka an den weiteren Auswahlterminen teilnehmen wird oder nicht, die Bewunderung und Anerkennung ihrer Schule sind ihr bereits jetzt sicher, denn: „Rebekka hat uns gezeigt, dass sie nicht nur hochbegabt, sondern auch hochmotiviert ist. Sie kann aus eigenem Antrieb Hochleistung erbringen, und damit ist sie sicher eine Ausnahmeerscheinung in unserer Schulgemeinde.“ Die Urkunde für das gute Abschneiden in der 1. Runde hat die 18-Jährige jetzt sicher im Gepäck – und für viele weitere Höchstleistungen hat die Schülerin ja immer noch alle Zeit der Welt.