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„Von Hexen, Teufel und anderem Kuriosen“: Neuer, schauriger Stadtrundgang vorgestelltAlsfeld im Bann von Hexen und Teufeln

ALSFELD (ls). Dass die Alsfelder Altstadtgassen etwas Magisches und Zauberhaftes haben, das dürfte mittlerweile bekannt sein. Dass sie allerdings zeitgleich auch schaurig und teuflisch sein können, das zeigte der Stadtrundgang „Von Hexen, Teufeln und anderem Kuriosen“. An insgesamt zwölf Stationen in der Innenstadt macht der Rundgang eine Zeitreise in die städtische Vergangenheit, die sich zwischen zwei Welten bewegt und in der sich Magisches mit Realem vermischt.

Nachdem Stadtarchivar Michael Rudolf mit interessierten Schülerinnen und Schülern der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule und in Zusammenarbeit mit dem TCA im vergangenen Jahr das Thema des Dreißigjährigen Krieges aufgegriffen hat, ist in diesem Jahr als weiteres Gemeinschaftsprojekt die Broschüre „Von Hexen, Teufel und anderem Kuriosen – ein Alsfelder Stadtrundgang zwischen den Welten“ in Form einer 68-seitigen illustrierten Broschüre entstanden. Aber es ist nicht allein eine Broschüre, sondern gemeinsam mit dem TCA ein ganzer Stadtrundgang rund um die Broschüre entstanden, der dazu einlädt, sich auf Spurensuche nach Hexen und Teufeln in der Altstadt zu begeben.

So gibt es an zwölf Stationen in der Stadt eine Zeitreise in die Vergangenheit, die sich zwischen zwei Welten bewegt: Der realen und der magischen Welt. „Es ist beeindruckend, dass hier ein Stück der Geschichte runtergebrochen wurde und nicht nur erlebbar, sondern auch lebendig gemacht wird“, freute sich Stadtarchivar und Geschichtslehrer Michael Rudolf bei der offiziellen Vorstellung der Broschüre und des Rundgangs am Alsfelder Marktplatz. Gemeinsam mit einigen Schülern führte er die ersten Zuschauer durch einige Stationen des Rundgangs auf eine Reise durch die unbekannte Welt.

Eigentlich hätte es zu einigen Stationen des Rundgangs gehen sollen, doch der plötzlich eintretende Regen verlagerte den schaurigen Stadtrundgang unter das Rathaus. Lediglich zum szenischen Spiel ging es in den Klostergarten. Fotos: ls

So jedenfalls war der Plan – und so hätte es eigentlich schon am 30. April pünktlich zur Walpurgisnacht sein sollen. Durch die Corona-Pandemie hat das in diesem Jahr allerdings nicht geklappt, weshalb der kleine Rundgang und auch das szenische Spiel zur Alsfelder Hexennacht in 1663 in dieser Woche nachgeholt wurden.

Eindrucksvoll vermittelten die Schüler unter dem Rathaus in ihren Kostümen einen Eindruck davon, wie Hexen und Teufel den Alsfeldern einst das Fürchten lehrten. Da ging direkt am Marktplatz über das wilde Treiben der Teufel im Alsfelder Passions- und Weihnachtsspiel, über die Untersuchungen, die einst Magister und Pfarrer Georg Eberhard Happel vor allem gegen die der Zauberei verdächtigen Frauen geführt hat und über das Verhör und die Hinrichtung eines „Zauberers“.

Auch über Himmelserscheinungen, die Hexenstubb, wo Gutes und Böses nah beieinander liegt, Sittenverstöße und Ausgrenzung, die Rolle der Alsfelder Scharfrichter und deren „fliegende Drachen“ und Wasenmeister sowie über Abwehrzäune an verschiedenen Alsfelder Fachwerkhäusern kann man auf dem schaurigen Rundgang allerhand Wissenswertes erfahren.

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