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Das Coronavirus und die Post: So viel zu tun wie in der VorweihnachtszeitWenn der Postbote selbst fürs Paket unterschreibt

ALSFELD (akr). Nicht jeder kann während der Corona-Zeit von zu Hause aus arbeiten – Postboten zum Beispiel. Tag für Tag sind sie unterwegs, damit Briefe und Pakete weiter bei uns ankommen. Weniger zu tun haben sie in der Krise nicht. Im Gegenteil.

„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden steht für uns an oberster Stelle – das gilt auch für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in Alsfeld und Umgebung die Postversorgung in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten“, betont Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post. Einer dieser Menschen, die auch in der Corona-Krise dafür sorgen, das Tag für Tag die Briefe und Pakete ankommen, ist Thomas Kober. Er ist seit rund 15 Jahren der Teamleiter am Zustellstützpunkt in Alsfeld. In dieser Woche hat Kober Frühschicht, nächste Woche Spätschicht. Das ist aber noch nicht lange so. Normalerweise gibt es dieses Zwei-Schichten-System nicht.

„Wir wurden in zwei Teams eingeteilt, arbeiten in unterschiedlichen Schichten, um den gegenseitigen Kontakt zu minimieren und natürlich, dass falls es zu einer Infektion kommt, ein Team weiterhin bereit steht“, erklärt Kober. Die Frühschicht muss bis 10 Uhr das Zentrum in Alsfeld verlassen haben, denn spätestens um 10.30 Uhr kommen die Zusteller der Spätschicht – und die beiden Teams sollen sich natürlich nicht über den Weg laufen. „Aber auch die Teams untereinander halten Abstand, das ist wichtig in dieser Zeit. Wir haben zum Beispiel auch die Zustell-Tische weiter auseinander gestellt.“ Sortiert wird jetzt übrigens mit Handschuhen.

Jetzt unterschreibt der Zusteller

Das ist aber nicht das einzige, das sich in dieser Zeit geändert hat. Musste man vor der Corona-Krise noch selbst auf dem Handscanner unterschreiben, um zu bestätigen, dass man seine Sendung erhalten hat, ist das jetzt nicht mehr der Fall. Nun, unterschrieben wird zwar noch immer, aber das übernimmt jetzt ganz einfach der Postbote. Dadurch soll eine mögliche Übertragung von Viren über den Handscanner und Stift vermieden werden.

„Wir klingeln natürlich immer noch“, sagt Kober. Wem das als Empfänger immer noch zu unsicher ist, dem empfiehlt die Post, ihr einen Ablageort mitzuteilen oder sich die Pakete in eine Packstation schicken zu lassen. „Manche Menschen sagen auch einfach direkt, legen sie es dort hin oder halten direkt von vornherein Abstand“, erzählt Kober. Er persönlich habe noch nicht erlebt, dass jemand beispielsweise Angst hatte, die Türe zu öffnen.

Seit 15 Jahren ist Thomas Kober bereits Teamleiter in Alsfeld. Er ist für die Bereiche Angenrod und Kirtorf zuständig. Foto: privat

Die Menschen seien einfach dankbar für das, was die Zusteller leisten. Dazu zählt zum Beispiel Agostinho Oliveira aus Angenrod. Seit Jahren bekommt er von Thomas Kober seine Post gebracht. „Ich bin sehr zufrieden. Die Zusteller machen alle eine super Arbeit, dass muss einfach mal gesagt werden“, betont der Angenröder. „In unserer internen WhatsApp-Gruppe erzählen auch einige Zusteller, dass sie kleine Präsente hingestellt bekommen, sei es Schokolade oder ein eingepackter Mundschutz. Man merkt, dass man von den Leuten anerkannt wird“, freut sich Kober.

Händewaschen unterwegs möglich machen

„In den kommenden Wochen werden alle Zustellfahrzeuge mit einem Wasserkanister ausgestattet, sodass man sich auch während der Zustelltour die Hände waschen kann“, sagt Pressesprecher Kutsch. In Alsfeld sind die Autos bislang noch nicht mit Kanistern aufgerüstet worden. „Wir haben aber auch noch Desinfektionsmittel“, erklärt Kober. Für die Zustellung seien in den letzten Tagen rund 30.000 Liter Handdesinfektionsmittel zusätzlich zur Verfügung gestellt worden, berichtet der Pressesprecher – natürlich nicht alles für Alsfeld.

Die Zustellfahrzeuge sollen nach und nach mit Wasserkanistern ausgestattet werden.

Zu Beginn der Corona-Einschränkungen habe sich zunächst kein nennenswerter Effekt bemerkbar gemacht, doch mittlerweile spürt man, dass die Bestellungen zunehmen. Kein Wunder, schließlich dürfen die Einzelhändler ihre Waren nur noch über das Internet verkaufen. „Wir sehen nun aber eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt“, erzählt Kutsch – und die Menge werde voraussichtlich über Ostern noch weiter steigen.

Sendungen auf Vorweihnachtsniveau gestiegen

Dr. Tobias Meyer, der das Ressort Post & Paket Deutschland leitet, sagte, dass die Menge der Sendungen inzwischen auf Vorweihnachtsniveau gestiegen sei. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen, sagt Meyer. Man sei aber dabei, für Verstärkung zu sorgen und so Kollegen aus den derzeit weniger gefragten Bereichen, etwa dem Brief- oder Landfrachtgeschäft, vermehrt für die Pakete einzusetzen. Auch in Alsfeld spürt man den „Pakete-Boom“. „Jeden Tag wird es mehr“, erzählt der Teamleiter. Die ganze Situation sei zwar eine Herausforderung, aber aktuell laufe alles noch sehr gut.

Bisher gebe es keine wesentlichen Einschränkungen beim Brief- und Paketversand innerhalb Deutschlands – das steht zumindest auf der Homepage der Deutschen Post geschrieben. Bei internationalen Sendungen könne es aber aufgrund der Pandemie zu Verzögerungen kommen. „Diese können durch Änderungen im Transportablauf (zum Beispiel Grenzkontrollen), im internationalen Transport (zum Beispiel Wegfall von bisher zum Transport genutzter Flugverbindungen) und auch in der Zustellung im Zielland (beispielsweise Schutzbestimmungen und Quarantänemaßnahmen) verursacht werden“, heißt es dort in den aktuellen Coronavirus-Informationen der Deutschen Post.

Darüber hinaus nimmt die Deutsche Post laut ihrer Corona-Informationen keine Päckchen und Pakete nach China, Hongkong und Macao mehr an. Aber auch Warensendungen nach Japan, Kanada, Mexiko oder Neuseeland werden bis auf Weiteres nicht mehr angenommen, um nur einige Länder zu nennen. „Das kann sich täglich ändern, wir aktualisieren das immer auf unserer Homepage“, erklärt Pressesprecher Kutsch.

Auch wenn die ganze Situation momentan in gewisser Weise eine Herausforderung ist, die mit mehr Stress einhergeht, hat Thomas Kober den Spaß, die Freude an seinem Beruf nicht verloren. „Es ist immer mal wieder stressig. Solange das Team gut zusammenarbeitet, und das tut es, macht es auch weiterhin Spaß“, sagt der Teamleiter. Angst, sich mit dem Virus während der Arbeitszeit anzustecken, habe er nicht. „In einem schmalen Gang beim Einkaufen komme ich Menschen näher, als wenn ich Post ausliefere.“

13 Gedanken zu “Wenn der Postbote selbst fürs Paket unterschreibt

  1. Man kann auch als Kunde betrügen in corona Zeiten und einfach sagen ich habe es nicht bekommen. Gut oder nicht gut hier gets um die Sicherheit der Zusteller. Dann mach das nächste mal deine Tür auf oder lass es dir irgendwo hinlegen. Oder bestell dir nichts und geh einkaufen. Schlimm ich könnte kotzen wenn ich solche Komentare lese

  2. Hallo, sowas ist mir auch schon passiert nur das ich per Nachnahme bestellt habe und mein Packet nirgends aufzufinden war, es war wie vom Erdboden verschluckt.
    Mir wurde nur gesagt das man einen sogenannten Nachforschungsantrag stellen soll und mann müsste abwarten was passiert.Ich drücke dir die Daumen das du es doch noch erhältst.

    PS. Ich bin leider auf meinen 120 € sitzen geblieben und hatte nichts doch ein etwas leichteres Portemonnaie.

  3. Finde es nicht gut,das die Postboten selbst unterschreiben. Da wird der eine oder andere auf dumme Gedanken kommen und Pakete für sich selbst behalten wollen und unterschreibt einfach.Das ist einfach eine neue Tür für die Kriminalität.

    1. Die Sichtweise ist wirklich interessant. Ich fenke, das die Gefahr der Versuchung eines Betrugs eher auf der Kundenseite liegen könnte.

    2. Da muss ich dir vollkommen Recht geben. Bei mir war es nicht das erste mal so gewesen. Ich finde es nur komisch wenn ich die Benarichtigungskarte im Briefkasten hatte aber es dann noch nicht einmal mehr in der Filiale ankommt. Da gibt es für mich nur eins naja. Ach ja das ist in Trier passiert.

    3. das ist doch überhaupt kein problem, wenn man es nicht will dass der postbote selber unterschreibt. man kann das paket auch gleich benachrichtigen, evtl. gleich nach der email vorankündingung, lassen, einfach den postboten drum bitten, eine abstellgenehmigung erteilen oder einfach NICHTS online bestellen. denn dann braucht man sich auch keine gedanken des betruges zu machen ;), Zitat „Das ist einfach eine neue Tür für die Kriminalität“. dann einfach warten bis die geschäfte aufmachen dafür den örtlichen geschäften nach der krise finanziell zu unterstützen!
      aber es ist schon der hammer, das man den ein oder anderen postbote dann unter verdacht stellt was zu klauen, wo sie ihre gesundheit auf spiel setzen, damit ihre kunden briefe und pakete bekommen.

  4. Es gilt mal einen Respekt auszusprechen. Auch an die Mitarbeiter in den Paket und Briefzentren. Unglaublich was dort geleistet wird. Ostern ist normalweise nicht Weihnachten. Die Paketmenge steigt aktuell sehr rasant. Liebe Zusteller, liebe Mitarbeiter in allen Bereichen, achtet auf eure Gesundheit. Zusammen schaffen wir das. Zu den Wasserkanistern, sei gesagt :
    Ich halte das für eine Top Idee, nur sollte man sich Regional einen Kopf machen wo man dieses beschafft. Und für die naeste Krise gleich welche Einlagern. Man könnte das ähnlich wie der Staat es tut, in Lagern vorhalten. Das mit dem Desinfektionsmittel ist ne andere Sache. Wenn man sich das durch rechnet, kommen auf einen Mitarbeiter pro Tag 2 Liter Desinfektionsmittel. Da sollte vielleicht doch über Atemschutzmasken nach gedacht werden.

    So nun lasst es euch gut gehen in dieser doch er unangenehmen Zeit.

    Liebe Grüße an alle Zusteller aus Senftenberg 😊

    1. FFP2 Masken darf man bis zu 120 Minuten tragen. Danach wäre die naeste fällig. Bei der Schutzklasse FFP3 erhöht sich der Schutz um weitere 120 Minuten. Die Masken müssen danach an der Luft getrocknet werden oder sind bei 60,besser 90 Grad zu Waschen.

    1. Hallo Frau Karaskova,

      das tut und sehr leid, da ist uns wohl ein Missgeschick unterlaufen. Wir haben es im Text abgeändert und bitten den Fehler zu entschuldigen. Ihnen ebenfalls schöne Ostern und bleiben Sie gesund!

      Beste Grüße

    2. Hallo, leider habe ich vor ein paar Tagen erlebt, dass der DHL-Bote mein Paket als „an Empfänger (orig.) zugestellt“ per E-Mail bestätigt hatte. Aber: ich habe das Paket NICHT entgegengenommen, also nicht erhalten! Es ist auch nicht beim Nachbarn abgegeben worden. Was kann ich jetzt tun??? MFG

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