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Stadt plant Erlebnistouren, Führungen, Aufführungen rund um den Alsfelder KinofilmAuf den Spuren der Wolf-Gäng

ALSFELD (ls). Mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, dass in Alsfeld der Kinofilm „Die Wolf-Gäng“ gedreht wurde. Seit Januar ist der Streifen auf den Kinoleinwänden zu sehen. Die Stadt möchte das jetzt für sich nutzen und plant Führungen zu den Drehorten. Auch kurzfristige Kinowerbung für rund 10.000 Euro war angedacht. Daraus ist allerdings dann doch nichts geworden.

Es war das Highlight vor zwei Jahren: Mitten in der historischen Altstadt von Alsfeld wurde ein Kinofilm gedreht. Da richtete sich die Filmproduktionsfirma Ratpack kurzzeitig ein Produktionsstudio ein und die Stadt wurde zur Hauptkulisse für den Kinderfantasy-Film „Die Wolf-Gäng“. Mehrere Wochen lang lag ein Hauch großer Filmwelt über der Stadt.

Es wurde gedreht, geschnitten und über 100 Alsfelder wurden als Komparsen für den Film gecastet, die neben Rick Kavanian, Axel Stein und den Kinderhauptdarstellern Aaron Kissiov, Arsseni Bultmann und Johanna Schraml nun in den Kinos zu sehen sind.

Genau das möchte die Stadt jetzt nutzen und sieht einige Aktionen zur Vermarktung vor, wie Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule am Donnerstagabend vor dem Stadtparlament aus dem Bericht des Magistrats vortrug. Bereits im Rahmen der Dreharbeiten sei über Öffentlichkeitsarbeit viel Werbung für die Stadt gemacht worden und auch die Premiere auf dem roten Teppich im Kinopolis Main-Taunus in Sulzbach bei Frankfurt sei für das Stadtmarketing genutzt worden. Doch das ist noch längst nicht alles, denn jetzt soll es noch verschiedene Aktionen rund um den Kinofilm geben.

Eine Szene auf dem Alsfelder Marktplatz. Foto: 2019 Carolin Ubl / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Rat Pack Filmproduktion GmbH

Erlebnistouren, Führungen und Aufführungen rund um den Film geplant

Wolf-Gäng-Führungen an den Drehorten, Aufführungen der Marktspielgruppe und Erlebnistouren für Kinder sind nur ein paar Beispiele der Angebote, die die Stadt für die Zukunft plant. All das soll in Verbindung mit dem angemieteten „Antiquariat“ am Kreuz entstehen, das seit dem Film unverändert mit einigen Original-Requisiten und Kostümen ausgestattet ist. „Wir haben uns die Domain www.crailsfelden.de gesichert“, erklärte Paule im Bericht. Dort sollen künftig alle Marketingaktivitäten der Stadt in Zusammenhang mit dem Kinofilm gebündelt werden.

„Es ist wichtig, den Zuschauern klar zu machen, dass Crailsfelden Alsfeld ist und dass es hier besondere Angebote gibt“, sagte der Rathauschef weiter. Insbesondere sollen dabei auch Kinder angesprochen werden, die auf den Spuren der Wolf-Gäng wandern wollen. Eine Erlebnistour ähnlich einer Schnitzeljagd sei hier beispielsweise angedacht.

Ursprünglich, so erzählte Paule, sei auch eine kurze Kinowerbung vor den Filmaufführungen angedacht gewesen, um den Zuschauern die Verbindung zwischen Alsfeld und der fiktiven Filmstadt Crailsfelden zu schaffen. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres habe es hier ein Angebot gegeben, für einen mittleren fünfstelligen Betrag. Das sei allerdings nicht weiter verfolgt worden, da zu diesem Zeitpunkt „weder ein möglicher Erfolg noch Inhalt und Qualität“ bekannt waren.

„Es hätte ja sein können, dass durch Schnitte und ähnliches, nicht wirklich etwas von der Stadt zu sehen gewesen wäre“, erklärte Paule. Erst am Premieretag sei bekannt geworden, inwiefern Alsfeld zu sehen und zu erkennen ist. Die Marketing-Aktionen der Stadt seien also bis zum Filmstart zurückgestellt worden, um zu schauen, ob der Film „auch tatsächlich für Alsfeld bewerbbar ist“.

Genau zu diesem Thema hatte es vorab der Stadtverordnetenversammlung eine Frage eines Stadtverordneten gegeben, die allerdings aufgrund der verstrichenen Frist nicht zugelassen werde konnte, wie Stadtverordnetenvorsteher Michael Refflinghaus erklärte. Man gehe aber davon aus, dass die Antwort schon im Bericht des Bürgermeister stecke.

Na, wer erkennt den Baum im Hintergrund? Foto: 2019 Carolin Ubl / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Rat Pack Filmproduktion GmbH

Vorhaben „Kinospot“ wurde eingestellt

Der erklärte darin, dass sich nach dem Filmstart eine gute Resonanz gezeigt habe und auch Alsfeld an einigen Stellen deutlich wiederzuerkennen sei. Kurzfristig wurde also die Anfrage über die Kinowerbung nochmal gestellt. Dadurch, dass der Film zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen hatte, seien die Kosten auf rund 10.000 Euro gesunken.

„Da auch dieser Betrag nicht im Rahmen des Marketing-Budgets liegt, wir uns zudem im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung bewegen und es auch grundsätzlich überlegenswert scheint, ob die Stadt allein mit Steuergeldern in dieser Höhe Kinospots schalten sollte, wurden kurzerhand per E-Mail Unternehmen angefragt“, erklärte Paule. Dabei soll es sich um Unternehmen gehandelt haben, die aufgrund der bisherigen Erfahrung oder von der Art des Unternehmens oder ihres Produktes eventuell für eine gemeinsame, deutschlandweite Kinowerbung in Frage kämen.

In der entsprechenden Mail vom 29. Januar, die Oberhessen-live vorliegt, heißt es: „Im Zuge der Vermarktung Alsfelds im Rahmen des jetzt in den Kino laufenden Films die ‚Wolf-Gäng‘ haben wir jetzt ein Sonderangebot erhalten, deutschlandweit einen kurzen Spot im Vorfeld des Filmes zu buchen, der den Zuschauern vermittelt, dass diese schöne Stadt Crailsfelden im Film in Wirklichkeit Alsfeld ist und es dort zukünftig Führungen an Drehorten u.vm. geben wird.“ Für die deutschlandweite Vermarktung in jedem Kino für die Dauer von vier Wochen würde man etwa 300.000 Zuschauer erreichen.

„Die Frage ist daher, ob jemand schnellentschlossen Interesse hat, gemeinsam in einem kleinen Spot mit zu werben und sich gemeinsam mit crAiLSFELDen darzustellen“, heißt es weiter in der Mail. Wie der Rathauschef vorm Stadtparlament sagen hätten sich bis zum 4. Februar jedoch nur zwei positive Rückmeldungen, jeweils im dreistelligen Bereich, ergeben, weshalb das Vorhaben eingestellt worden sei.

Ein Gedanke zu “Auf den Spuren der Wolf-Gäng

  1. Man könnte ja auch überlegen, evtl.ein Komparsen-Treffen zu veranstalten. Denn es waren ja nicht nur 100 Komparsen aus Alsfeld am Dreh beteiligt, sonder auch noch viele andere aus ganz Hessen und darüber hinaus. Dafür würden sich doch Veranstaltungen auf dem Marktplatz anbieten.

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