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Über 600 Unterschriften wurden in Leusel und Angenrod für den Weiterbau der A49 gesammelt„Wir Menschen entlang der B62 wünschen uns auch Schutz“

LEUSEL (akr). Rund 70 Menschen aus Leusel und Angenrod legten am Dienstagnachmittag für kurze Zeit den Verkehr in der Ortsdurchfahrt von Leusel lahm. Das hatte einen ganz bestimmten Grund: Bürgermeister Stephan Paule wurden die Unterschriften übergeben, die in den vergangenen Wochen für den Weiterbau der A49 gesammelt wurden. Insgesamt 619 Unterschriften kamen dabei zusammen.

„Jetzt die B62 entlasten“, steht auf dem großen Schild geschrieben, das auf dem Zaun um den Baum an der Bushaltestelle in Leusel steht. Viele der Leuseler sprechen sich für den Weiterbau der A49 aus. Sie sind aber nicht allein: Auch in Angenrod wollen viele Bürger den Weiterbau. Dabei erhoffen sie sich eine Entlastung der B62. In den vergangenen Wochen wurden deshalb Unterschriften für den Weiterbau der Autobahn gesammelt – sowohl in Leusel als auch in Angenrod.

„Wir haben uns hier versammelt, um unserer Forderung für den planmäßigen Weiterbau der A49 Ausdruck zu verleihen. Um das zu verdeutlichen, haben die Orte Leusel und Angenrod die laufende Unterschriftenaktion für den Weiterbau der A49 aufgegriffen“, erklärt SPD Stadtverordnete Anette Schmidt den Hintergrund der Aktion. Zusammengekommen sind dabei 619 Unterschriften – 319 der 645 Einwohner aus Leusel setzten ihren Namen auf die Liste, in Angenrod waren es 300 der 506 Einwohner, die für den Weiterbau unterschrieben.

Mitten auf der Hauptstraße übergab man Stephan Paule die Unterschriften – und legte den Verkehr für ein paar Minuten lahm.

„Wir sind nicht gegen Umwelt und Naturschutz“

Schmidt betont aber, dass man nicht missverstanden werden möchte: „Wir sind nicht gegen Umwelt und Naturschutz. Natürlich sollen Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschützt werden, aber wir Menschen entlang der B62 wünschen uns auch Schutz, und zwar vor ständig steigendem Verkehrsaufkommen mit allen Konsequenzen, besonders Lärmbelästigung“.

Bei der Sammelaktion habe man erfahren, dass nahezu alle Haushalte aus Leusel unterschrieben haben. „Das zeigt, dass nicht nur die direkten Anwohner der Bundesstraße sich den Weiterbau wünschen“, erklärt Schmidt. Gleiches gelte in Angenrod. „Die Haushalte haben quasi schon drauf gewartet, dass man mit der Unterschriftenliste zu ihnen kommt“, erzählt Angenrods Ortsvorsteher Axel Möller.

Anette Schmidt, Axel Möller und Bürgermeister Stephan Paule.

„Wir als Anwohner müssen etwas tun, damit die A49 endlich mal gebaut wird“, sagt Hans-Joachim Krämer. Er selbst wohnt in Leusel direkt an der B62, bekommt die Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße tagtäglich mit. Mit dem Weiterbau und damit auch der Fertigstellung der A49 erhoffe man sich endlich eine Verkehrsentlastung der B62. „Das, was hier an Autos und Lkw täglich durch Leusel, Angenrod und die anderen Dörfer fährt, das ist fast unzumutbar“, betont er. Über 6.000 Fahrzeuge würden jeden Tag Leusel passieren, über 500 davon seien Lkw, das würden Zahlen von Hessen Mobil aus dem Jahr 2015 zeigen.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres legten rund 50 Leuseler, größtenteils handelte es sich um Anwohner der Ortsdurchfahrt, für kurze Zeit den Verkehr der Ortsdurchfahrt lahm. An einem Freitag blockierten sie nämlich die B62 in der Ortsmitte – eine recht spontane Aktion, die von der SPD Stadtverordneten Anette Schmidt initiiert wurde.

Anfang November dann, als der CDU-Kreisverband Vogelsberg sowie die Stadt- und Gemeindeverbände im Altkreis Alsfeld zu einer Unterschriftensammlung aufriefen, um durch die Unterstützung der Bevölkerung für einen zügigen Weiterbau der A49 zu sorgen, fing man auch an in Leusel und Angenrod an Unterschriften zu sammeln, die an diesem Dienstag dann an Paule übergeben wurden. Er freute sich, dass Leusel und Angenrod das „gemeinsame Anliegen“ nach vorne bringen wollen. Bereits seit September besetzen Umweltaktivisten im Dannenröder Forst Bäume, im November verabschiedete das Alsfelder Stadtparlament einen gemeinsamen Resolutionsantrag von SPD, CDU und UWA, um ein gemeinsames Zeichen für den Weiterbau der A49 zu setzen.

Die Unterschriften werden jetzt erstmal an den CDU-Kreisverband Vogelsberg weitergegeben, ehe sie gemeinsam mit anderen Unterschriften an das Verkehrsministerium nach Wiesbaden gehen sollen. „Und dann hoffen wir auf eine positive Reaktion des Ministers“, lächelt Paule.

 

Link-Tipp der Redaktion: Auf dieser Sonderseite von Oberhessen-live finden Sie alle bereits erschienenen Artikel zum Weiterbau der A49.

21 Gedanken zu “„Wir Menschen entlang der B62 wünschen uns auch Schutz“

  1. aN DIE lEUSELER;
    WARUM TRETET iHR NICHT FÜR EINE vERKEHRSWENDE EIN1: lkwS AUF DIE sCHIENEß

  2. Die Leuseler sind was Besonderes. Der Herr Paule auch, verspricht er sich doch einen wirtschaflichen Aufschwung von der A 49 für Alsfeld! Lacher….

    1. Lachen Sie, lieber Freund!

      Tatsache ist: Wo Verkehrswege entstehen, tut sich was. Schauen Sie sich nur mal das jetzige Ende der A49 an. Es endet im Nirgendwo nahe eines Kaffs namens Bischhausen. Dort wird eifrig am Weiterbau gearbeitet. Aber mehr noch: ein Gewerbegebiet ist dort entstanden. Firmengebäude werden hochgezogen. Es tut sich was in der Provinz!

      Ohne Verkehrswege – kein Leben. Beispiele dafür gibt es auch im Vogelsberg genug. Die Ecke um Schlitz-Fraurombach wäre wirtschaftlich völlig uninteressant, wenn die A7 nicht in der Nähe entlangführen würde. Verkehr bringt Arbeitsplätze und Wohlstand.

      1. „Verkehr bringt Arbeitsplätze und Wohlstand.“
        Nach der Devise könnte man heute nicht mal ein Eros-Center oder einen Swinger-Club eröffnen, obwohl hier eine wichtige Regel beachtet wird: Immer dezent bleiben und die Nachbarschaft nicht unnötig auf sich aufmerksam machen. Müssen die Verkehrsfachleute aus anderen Branchen wohl noch lernen. Verkehr und Fremdenverkehr hören sich zwar ähnlich an, und der eine bringt den anderen hervor und umgekehrt,
        aber es bleibt die Ambivalenz: Man möchte zwar schnell und günstig an den Urlaubsort, aber vom unvermeidlichen „Traffic“ der anderen nichts sehen. Deshalb gilt in unseren Breiten: Tu was, aber lass die Provinz weitgehend in Ruhe. Ein paar Hotspots reichen. Warum muss der Bär an jeder Milchkanne steppen?

  3. 30 Jahre war hier Dornröschenschlaf?

    Was für eine infame und gleichzeitig falsche Unterstellung. 30 Jahre lang ging man davon aus, dass die Politik endlich dieses beschlossene Versprechen für die Bürger umsetzt. 30 Jahre lang wurde es durch die Gegenseite herausgezögert.

    Für etwas, dass bereits beschlossen ist, per se 30 Jahre auf die Straße zu gehen ist reichlich Quatsch, oder? Die meisten Bürger, die hier wohnen haben nämlich auch einen Job und müssen regelmäßig arbeiten gehen 😉

    So und nun demonstriere ich für das Frauenwahlrecht: ach nein gibt es ja schon. Ich lach mich schlapp über das Argument von 30 Jahren Dornröschenschlaf.

    1. Hat doch gar keiner gesagt, das Sie für die A49 auf die Straße gehen sollen! Die Frage war doch, warum setzt man sich nicht für eine Ortsumgehung ein?
      „Weil die A49 beschlossen ist“, ist kein Argument! Das Eine schließt doch das Andere nicht aus.

  4. Ja die A49 wurde beschlossen, aber ich glaube hier ist auch ein bisschen Gechichtsuntericht notwendig für Leute aus der Generation unseres Bürgermeisters
    Die A49 ist die Autobahn Gießen-Kassel. Sie wurde geplant und beschlossen vom Gießener Nordkreuz über Marburg nach Kassel um die B3 zu entlasten. Die Marburger Stadtautobahn wurde als Teilstück der A49 vorab gebaut.
    Wer in den 70er jahren bis Mitte 80er von Limburg kommend über den Gießener Ring zur A5 Richtung Alsfeld wollte durfte nicht der Beschilderung „Kassel“ folgen, denn Kassel war ab Gießener Nordkreuz über die noch zu bauenden A49 ausgeschildert und man fuhr dann nicht zur A5 sondern über Lollar auf die B3. Viele Autofahrer aus dem Altkreis Alsfeld sind lieber die B49 bis Klinikum gefahren und dann über die Frankfurter Str – Elefantenklo – Dachkaffee – Grünberger Str mitten durch Gießen durch und sind in Reiskirchen auf die A5 aufgefahren um dem „Irrgarten“ Gießener Ring zu entgehen.
    Ende der 70er Jahre kam eine Partei „die Grünen“ auf, die sich dem Umweltschutz widmen wollte. Der damalige Oberbürgermeister von Marburg (CDU) befürchtete ein Weiterbau der A49 über Marburg könne dieser Partei Aufwind geben und wand sich an die Landes-CDU (Ich hab schon einen von der DKP im Stadtparlament, ich will nicht auch noch welche von den Grünen da drin – stoppt bitte die A49)
    Daraufhin wurde der Weiterbau der A49 erst mal unterbrochen und Alternativwege gesucht die nicht über Marburg gehen.
    Der jetzt geplante Ausbau zur A5 bei Gemünden belastet nicht nur unnötig die Natur, sondern passt auch nicht zum Namen der A49 (die immer GI – KS heißt und nicht Gemünden-Felda – Kassel)und entlastet weder die Anwohner an der B3 nördlich von Marburg (wofür sie gedacht war) noch die Anwohner der B49 wegen Überlastung der A5, am allerwenigsten aber die Anwohner B62 zw. Niederklein und Alsfeld.
    Da die seit der Angst des OB vor den Grünen 40 Jahre vergangen sind und die CDU sich mitlerweile nicht vor ihnen fürchtet sondern mit ihnen zusammenarbeitet, könnte man doch jetzt wieder auf die alte Planung zurückkehren, die Stadtautobahn und den 4spurigen Ausbau MR-GI mit nutzen und die Wälder und Wasserschutzgebiete lassen wie sie sind.
    Wie sich die Anlieger der B62 Entlastung durch dei A49 versprechen ist mir unklar. – Verkehr von MR nach Norden fährt über die B3 bis Borken auf die A49, Verkehr nach Süden über die B3 bis Nordkreuz Gießen und da auf die A485 – Verkehr von Stadtallendorf Richtung Norden fährt über B3 o. B454 weg; Verkehr Richtung Süden über Schweinsberg / Homberg(Ohm) auf die A5 – Verkehr der die Ahnwohner der B62 in Leusel belastet kommt von MR & Stadtallendorf mit dem Ziel Osten über die A4 und umgekehrt. Und der wird auch nach dem Ausbau der A49 weiterhin über die B62 führen.

    1. Ich kann mich noch sehr gut an die 1970er- und 80er-Jahre und die merkwürdige Verkehrsführung ab Gießen erinnern. Ein Tollhaus der Verkehrsplanung. Und man musste höllisch aufpassen, dass man auf dem Weg nach Kassel nicht plötzlich in Reiskirchen, Lich oder sonstwo rauskam. Ständig endeten die Autobahn-Teilstücke irgendwo in Wettenberg oder Linden. Das Chaos war komplett, wenn auf der Autobahn-Umgehung rund um Gießen gebaut wurde.

    2. Wenn die Protestler ebenfalls mal (wie „Großvater“) einen „geschichtlichen“ Rückblick und gleichzeitig einen größeren Überblick auf der Landkarte wagen würden, dann ergäbe sich für jeden klar und logisch denkenden Menschen, daß seine Argumente schlüssig sind.
      Folge: Als Zubringerverkehr nach Stadtallendorf / Niederklein / Kirchhain aus/in Richtung Osten und dann später auch als Anschlußverkehr Richtung A49 wird sich das Verkehrsaufkommen über die B62 sicherlich ohnehin nicht verringern

      1. Genauso ist es.
        Das was in Leusel und
        Entlang der B 62 geschieht
        Spielt der Politik in die
        Karten. Rechtsanwalt Moeller-Meinecke hat in
        Einem Interview deutlich
        Gemacht, dass man mit Absicht den Verkehr der A49 in die Ortschaften abfließen ließ und lässt
        Um den Druck für einen
        Weiterbau zu erhöhen.
        Man lässt die Bürger in
        Dem Glauben, dass damit
        Ein Verkehrsproblem gelöst
        Wird.

  5. Warum setzen sich die Leuseler und Angenröder nicht für eine Ortsumgehung der Bundesstraße ein? In Wartenberg hat das nun auch funktioniert.
    Möchte man den bequemeren Weg und springt jetzt nach so vielen Jahren auf den laufenden A49-Zug auf?
    30 Jahre war hier Dornröschenschlaf. Da hat ein Schreiber vollkommen Recht.

    1. Die Bürger der Ortschaften entlang der B 62 haben das Recht sich
      Über das hohe Verkehrsaufkommen
      Zu beschweren und Abhilfe einzufordern. Nur habe ich große
      Zweifel, ob die A 49 Ihre Probleme
      Lösen wird. Niemand kann exakt vorher sehen wie sich die Verkehrs-
      Ströme entwickeln werden. Man
      Könnte unangenehm überrascht werden
      Und anstatt weniger mehr Verkehr
      Bekommen. Die Vergangenheit hat
      Gezeigt, dass man den Aussagen der
      Politiker nicht vertrauen kann.
      Wir sollten uns für eine Verkehrs-
      Wende und Umgehungsstraßen einsetzen.

    2. Dornröschen ist nach langer Nacht, langer Nacht, langer Nacht
      Im Gleental endlich aufgewacht, auf – ge – wacht!
      Und jetzt plädiert es für die Strecke, für die Strecke, für die Strecke
      Quer durch die eig’ne Dornenhecke, Dornenhecke.
      So blöde muss man erst mal sein, erst mal sein, erst mal sein.
      Der Küchenjunge fängt sich ein’n. Fäääängt sich ein’n.
      Die Leuseler und die Angenröder, Angenröder, Angenröder
      Sind auch so blöd oder noch blöder, ooooder blöder.
      Doch sind auch die nicht mehr zu retten, mehr zu retten, mehr zu retten
      Die sich jetzt an die Bäume ketten, Bääääume ketten.
      Die Autobahn wird jetzt gebaut, jetzt gebaut, jetzt gebaut
      Auch wenn’s noch 100 Jahre dau’rt, Jaaaahre dau’rt.

  6. 600 Unterschriften? Allein schon diese Zahl spricht dafür, sich über eine Verkehrswende Gedanken zu machen. Die würde dann auch für mehr Ruhe in Leusel und Angenrod sorgen.

  7. Ich verstehe das Anliegen der B 49-Befürworter, kann aber auch den Argumenten der Naturschutz-Befürworter manches abgewinnen. Die Lücke zwischen Gemünden und Schwalmstadt hätte man eben vor zwanzig oder dreißig Jahren schließen sollen. Dann würde heute kein Hahn mehr danach krähen und alle wären zufrieden.

  8. Ja, so sieht die Wahrheit nämlich aus. Aber die wollen die Baumkinder natürlich nicht hören. Sie wollen die Konfrontation. Nichts anderes erwärmt ihr kaltes Herz mehr.

      1. Die A49 kommt. Und das ist sicher. Da werden sich die Baumkinder halt einen neuen Wald suchen müssen. Der Bau der Trasse ist bis Schwalmstadt nahezu fertig. Es wäre völliger Nonsens, ihn nun zu stoppen. Eine Verkehrswende gibt es ohnehin nicht. Der Individualverkehr wird weiter wachsen. Und das ist gut so. Autofahren ist Freiheit.

    1. Die Anwohner der B 62 leiden sicher
      Seit Jahren unter dem Durchgangs-
      Verkehr. Genau so sicher befinden
      Sich die Ortschaften aber auch im
      Dornröschenschlaf. Jetzt wo sich
      Widerstand gegen die A 49 formiert scheint man aufzuwachen. Nur wird
      Die A49 nicht ihre Probleme
      Lösen. Schauen Sie sich einmal
      Die B 252 von Blomberg aus kommend
      Richtung Marburg an. Diese Strecke wird sehr häufig von LkW genutzt.
      Dort gibt es bis in den Landkreis
      Marburg-Biedenkopf hinein jede
      Menge Umgehungsstraßen. Hier
      Bei den Schlafmützen Fehlanzeige.
      Aber anderen Menschen eine Autobahn
      Aufnoetigen

      1. Dumm ist nur wer dummes tut. Forest Gump. Oder wer dummes schreibt . Baut die A 49 es ist beschlossen und Ende

      2. Die Autobahn wurde nun einmal beschlossen und somit sollte diese nun endlich auch fertiggestellt werden. Eine Umgehungsstraße wäre auch toll, aber wer glaubt denn, dass sich dagegen nicht auch Widerstand bilden würde???!!!!

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