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Alsfelder Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt Resolutionsantrag aller Fraktionen zur AnnahmeEin gemeinsames Zeichen für den Weiterbau der A49

ALSFELD (ls). „Es ist wichtig, das für die Alsfelder zu tun“, sagte Carsten Weitzel im Alsfelder Haupt- und Finanzausschuss. Gemeint war damit ein gemeinsamer Resolutionsantrag von SPD, CDU und UWA zum Weiterbau der A49, der an diesem Dienstagabend auf den Tischen der Ausschussmitglieder lag und am Ende sogar zu einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen wurde. Einstimmig wurde er zur Annahme empfohlen.

Dabei stand das Thema nicht einmal auf der Tagesordnung. Das Vorhaben wurde allerdings als Eilantrag noch aufgenommen. 

„Die Stadtverordnetenversammlung stellt fest, dass die Entwicklung von Alsfeld vom kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur abhängt. Hierzu gehören die digitale Infrastruktur, die Schiene und die Straße zum Transport von Gütern und Personen sowie als tragender Teil des ÖPNV“, heißt es im Text des Resolutionsantrags, der nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Magistrat an die Fraktionen im Hessischen Landtag sowie an die Hessische Landesregierung weitergeleitet werden soll. Und weiter: „Die Stadtverordnetenversammlung fordert die hessische Landesregierung auf, entsprechend dem ergangenen Planfeststellungsverfahren für einen zügigen Weiterbau der A49 zu sorgen.“

Der Weiterbau der geplanten Autobahn, so erklärte es SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Christoph Stüber, sei von großer Bedeutung für die Alsfelder, denn sie sorge für Entlastung bei den Anwohnern, die an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen leben – „besonders entlang der B62 in Leusel und Angenrod“. Natürlich sei es ein Eingriff in die Natur, doch die Vorteile würden überwiegen. „Es ist eine Entlastung und sorgt außerdem für Belebung im Gewerbe“, sagte er.

Dem pflichtete auch CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Heinz bei. Durch die solidarischen Waldspaziergänge von Gegnern des Ausbaus, Demos und die Waldbesetzungen von Umweltaktivisten sei der Eindruck erweckt worden, dass die Region nicht hinter dem Ausbau stehe. „Die Bevölkerung ist aber dafür und der Antrag bringt zum Ausdruck, dass die Region es will“, erklärte Heinz.

Spychalski-Merle: „Das Wesentliche ist doch, dass die A49 gebaut wird

Dass das Gewerbe von der Autobahn profitiert, dem widersprach Marc Lerch von der ALA. Die Fraktion könne dem Antrag in dieser Form nicht zustimmen. Auch wenn man per se nicht gegen den Weiterbau sei, glaube die Fraktion nicht an die Wirksamkeit der geplanten Ausgleichsmaßnahme – also die Vorkehrungen, um den Eingriff in die Natur durch den Bau abzumildern. Anschließen würde man sich der Resolution dennoch anschließen, wenn der Text geändert würde – und somit die Befürwortung des Baus nicht an die Befürwortung der bisherigen Planung gekoppelt wäre.

Der Vorschlag für den neuen Resolutions-Text: „Die Stadtverordnetenversammlung fordert die hessische Landesregierung auf, für einen zügigen Weiterbau de A49 zu sorgen“. Dann würde, so habe man es laut Lerch vorher besprochen, auch die ALA hinter der Resolution stehen, ohne dass es sich mit dem Antrag der Linken und den Grünen im Kreistag widerspreche. Die Parteien haben dort einen Baustopp gefordert, bis die Ausgleichsmaßnahmen überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Zwar hatte Lerch im Ausschuss gesagt, sein Fraktionskollege Michael Riese werde den geänderten Antrag mittragen, dennoch meldete sich Riese am Mittwoch zu Wort und sagte, von einem einvernehmlichen Antrag könne keine Rede sein.

„Das schwächt die Resolution meiner Meinung nach nicht ab. Das Wesentliche ist doch, dass die A49 gebaut wird und es ist wichtig, dass ein gemeinsames Zeichen gesetzt wird“, sagte Achim Spychalski-Merle von der UWA. Das sahen auch die anderen Ausschuss-Mitglieder so. Die Resolution soll abgeändert und damit zum gemeinsamen Resolutionsantrag aller Fraktionen werden, der mit neun Ja-Stimmen einstimmig zur Annahme an die Stadtverordneten am Donnerstag empfohlen wurde.

9 Gedanken zu “Ein gemeinsames Zeichen für den Weiterbau der A49

  1. Hallo die Herren Heinz und Stübner,

    was hat den Alsfeld für eine Belebung durch die A 5 bekommen? Und jetzt
    glauben Sie an wirtschaftlichen Aufschwung durch die A 49!
    Sie gehören zu den den ewig gestrigen! So wie viele in unserem Land.
    Mir sind die Baumbesetzer in Dannenrod allemal lieber als Sie Herr Heinz.
    Schämen Sie sich, junge Menschen die sich für eine bessere Zukunft für uns alle einsetzten zu beschimpfen! Sie und Ihre politischen Freunde haben tatkräftig mitgewirkt dass wir in so einer bedrohlichen Situation sind und uns alles um die Ohren fliegt!

    Beste Grüße
    von einem Waldläufer

  2. Welche Partei setzt sich denn hier für Verkehrswende und Klimaschutz ein? Oder anders gefragt: Wenn sich alle Parteien einig sind, warum sollte ich dann noch wählen gehen? Da bleibt ja nur noch ziviler Ungehorsam.

  3. Pferdehändler hatten schon im Mittelalter einen zweifelhaften Ruf.
    Die Pferdehändler unserer Zeit sind
    Die Politiker. Daher würde ich eher
    Einem Aktivisten vertrauen als einem
    Politiker.

  4. Falsches Pferd lasse ich mal dahin gestellt. Dafür gibt es falsche Bäume wie die Robinia pseudoacacia, die „falsche Akazie“. Ich wünschte mir, die „Leute“ wären weniger „realistisch“ und feierten sich nicht im Schulterschluss mit der Politik als „Mehrheit“, deren „Interessen“ es zu vertreten gelte. Die „Leute“ haben leider immer noch nicht bemerkt, dass nach ihren Interessen (das sind nicht die, die sie sich einreden lassen!) in diesem Land überhaupt nichts läuft und sie bestens beraten wären, den „Entscheidungsträgern“ bei Tag und Nacht auf die Finger zu schauen und notfalls auch zu hauen.

  5. Das die Leute in Alsfeld und Umgebung realistisch sind sehe ich übrigens nicht so.
    Die A49 darf nicht durch das Wasserschutzgebiet gebaut werden.
    In Romrod steht ein schönes Schild auf dem steht „nicht noch mehr Grundwasser nach Rhein Main“
    Das Wasserschutzgebiet bei Dannenrod ist in der Lage 500000 Menschen zu versorgen.
    Alsfeld besitzt stan ca.16000 Einwohner der Vogelsberg Kreis ca.106000
    Einwohner. Also ist alleine dieses Gebiet in der Lage 5×den Vogelsberg zu versorgen.
    Jetzt gehen wir mal davon aus, dass es bei den baulichen Maßnahmen, oder später im laufenden Betrieb der Autobahn zu der Verunreinigung des Trinkwassers kommt. Wo soll das Wasser denn jetzt herkommen?
    Ich würde es echt super finden, wenn Romrod, Alsfeld und alle die sich daran beteiligen ihre Brunnen zu Verfügungen stellen um die weitere Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
    Das es dazu kommen kann wird übrigens nicht ausgeschlossen und selbst der Wasser verband hat sich klar dazu geäußert.

  6. Ja, bei Beschlüssen die nichts verändern und nur rein simbolischen Karakter haben war das Alsfelder Stadtparlament schon immer groß.

  7. Na die trauen sich aber was, die Alsfelder Stadtverordneten. Gegen den Willen von evangelischer Kirche und Dekanat die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung zu vertreten ist ja fast schon Ketzerei.
    Kann es sein, daß Politiker der Altparteien doch wieder die Interessen der Mehrheit vertreten wollen? Mich würde das überraschen, aber auch sehr freuen.

  8. Realistische Leute in Alsfeld! Gut so! Die Unterstützer für die Menschen in ihren Baumhäusern haben auf’s falsche Pferd gesetzt.

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