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Brauereibesichtigung "Vogelsberger Genusstour" in der Burgbrauerei in LauterbachBier erleben, hautnah und mit allen Sinnen

LAUTERBACH (akr). Bier erleben, hautnah und mit allen Sinnen – das ist jetzt in der Burgbrauerei in Lauterbach möglich. Seit Montag kann man dort nämlich auf die Vogelsberger Genusstour gehen, eine Brauereibesichtigung, bei der man einen Einblick in die Kunst des Bierbrauens der Vogelsberger Landbrauereien erhält und bei der man in die Geschichte Hessens ältester Familienbrauerei eintauchen kann.

„Genuss aus der Burg“, das ist das Motto der neuen Lauterbacher Brauereiführung, die am Montag mit Vertretern aus Politik und der Brauerei ihre Generalprobe hatte. Die Führung übernahm niemand anderes als der Braumeister Josef Lichter persönlich. Doch bevor sich die Gruppe aufmachte, um zu erfahren wie Lichter aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe die genussvollen Bierspezialitäten braut, hing man sich erstmal das „Zwickel-Glas“ um, schließlich darf auf einer Tour durch die Brauerei auch das Probieren nicht zu kurz kommen.

Mit Handwerk und Tradition

Mit dem „Zwickel-Glas“ im Gepäck geht es dann auch schon los durch das erste Burgtor. „Dieses Glas ist übrigens das wichtigste Gefäß in der Brauerei, dadurch kann man nämlich mit dem Bier kommunizieren“, lächelt Brauereimeister Josef Lichter. Auf der Tour erhält man dann exklusive Einblicke in die Leidenschaft, mit der das Brauhandwerk gepflegt wird, dass das Bier eben nicht in industrieller Massenherstellung produziert, sondern in traditioneller Weise hergestellt wird. „Es ist eine stolze Tradition, wo viel Emotion drin steckt. Wir brauen mit Handwerk und Tradition“, erklärt Brauereichefin Ruth Herget-Klesper.

Wie riecht eigentlich Hopfen? Fotos: akr

Auf der Vogelsberger Genusstour sollen alle Sinne angesprochen werden. „Man hört das Brauwasser rauschen, riecht den Hopfen, kann den Malz schmecken, das Prickeln im Glas erleben“, erklärt Herget-Klesper. Besonderen Wert legt die Brauerei auch auf das Deutsche Reinheitsgebot, das älteste gültige Lebensmittelgesetz der Welt. Es besagt, dass nur Wasser, Malz und Hopfen im Bier sein dürfen. Ihr Bier ist also ein reines Naturprodukt, das ausschließlich aus hochwertigen natürlichen Rohstoffen produziert wird. Selbst die Hefe zieht die Brauerei selbst her.


Auch auf den Geschmack der Biere wird viel Wert gelegt. Das wird bei der Filtration deutlich. „Durch die Filtration wird das Bier länger haltbar gemacht. Die Kehrseite ist aber, dass dadurch auch viele Inhaltsstoffe herausgefiltert werden“, erklärt Lichter. „Wir wollen nicht so stark filtern, der Geschmack ist uns wichtig“, betont die Brauereichefin. Dadurch altere ihr Bier zwar schneller, schmecke aber umso besser.

„Über uns hängt der Himmel voll Bier“: im Gär- und Lagerkeller konnte dann auch das unfiltrierte Bier probiert werden.

Davon konnten sich die Gäste zuvor im Gär- und Lagerkeller überzeugen, wo dem Bier eine Reifezeit von vier bis fünf Wochen gegönnt wird und das unfiltrierte Kellerbier gezapft und probiert werden kann. Darüber hinaus kann man auch noch den ein oder anderen Tipp für den Hausgebrauch mitnehmen. Wenn das Bier beim Zapfen zu viel schäumt, dann müsse man den Druck erhöhen und nicht verringern, damit ein Gegendruck erzeugt wird, erklärt Herget-Klesper.

Nach der rund einstündigen Führung durch die Brauerei lädt dann die „Schwankhalle“ zum Verweilen und Genießen ein. Seit 1993 war diese nicht mehr in Gebrauch, wurde extra für die Vogelsberger Genusstour saniert und schick hergerichtet. Hier kann man anschließend in geselliger Runde Biere aus Schlitz, Alsfeld und Lauterbach probieren und auch die ein oder andere Spezialität entdecken, wie zum Beispiel das Urhan „helles Alt“, die obergärige Bierspezialität „Kölscher“ Brauart aus dem Schlitzerland.


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