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Schüleranzahl an den Grundschulen im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen800 neue Grundschüler im Vogelsbergkreis

VOGELSBERG (ol). 2.150 Schülerinnen und Schüler werden in dieser Woche in den Grundschulen im Landkreises Gießen sowie 800 Schülerinnen und Schüler im Vogelsbergkreis eingeschult. Auch wenn die Schülerzahlen an den Grundschulen im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen sind, so besuchen rund 120 Schülerinnen und Schüler weniger als im vergangenen Schuljahr die 110 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen der beiden Landkreise.

Doch nicht nur für die 2.950 Grundschülerinnen und Grundschüler beginnt ein neuer Lebensabschnitt, sondern auch für die 65 Lehrkräfte, die zum neuen Schuljahr in den heimischen Schulen verbeamtet werden, das teilt Dirk Fredl, Sprecher des Schulamts Gießen-Vogelsberg in einer Pressemitteilung mit. Damit sei an allen Schulen die Grundunterrichtsversorgung voll abgedeckt, den Schulen würden überall mehr Stellen zur Verfügung  stehen als von der Stundentafel vorgegeben sind.

„Obwohl der Lehrerarbeitsmarkt bundesweit deutlich schwieriger geworden ist, haben wir es in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen geschafft, offene Stellen so zu besetzen, dass an allen Schulen der Unterricht nach Stundentafel stattfinden kann“, freut sich Michael Scholz, der Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis, über die Bilanz zum Schuljahresbeginn. Diese ermögliche es den Schulen, nicht nur den Pflichtunterricht zu erteilen, sondern auch zusätzliche Angebote einzurichten, die wichtig für das jeweilige Profil der Schule seien, so Scholz.

Trotz der derzeit voll besetzten Schulen werden mittelfristig noch weitere Lehrkräfte gesucht: Insbesondere im Bereich der Grund- und Förderschulen gebe es aufgrund anstehender Pensionierungen oder Elternzeiten weitere Einstellungsmöglichkeiten, so dass Bewerberinnen und Bewerber herzlich willkommen seien, prognostiziert der Schulamtsleiter.

Weniger Anmeldungen als im Vorjahr

Insgesamt sind an den 110 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen der beiden Landkreise für das beginnende Schuljahr 33.870 Schülerinnen und Schüler angemeldet – 117 weniger als im vergangenen Schuljahr. Dies liegt zum einen daran, dass die Zahl der Kinder- und Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund erneut zurückgegangen ist: Die dafür bestehenden Intensivklassen besuchen im kommenden Schuljahr nach derzeitigem Stand 286 Schülerinnen und Schüler, 151 weniger als noch vor einem Jahr. Weniger Schülerinnen und Schüler als noch vor einem Jahr sind auch an Real- und Förderschulen angemeldet.


Ein neues Angebot gibt es an zwei Gießener Grundschulen: Die Ludwig-Uhland-Schule und die Grundschule Gießen West bieten mit dem Schuljahresbeginn Familienklassen an. Diese unterstützen Grundschülerinnen und -schüler, die Schwierigkeiten haben, bei der Bewältigung des Schulalltags. Einmal pro Woche verbringen Eltern und Kinder gemeinsam einen Unterrichtsvormittag und lernen mit professioneller Unterstützung durch eine Multifamilientrainerin oder einen Multifamilientrainer des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs und einer Förderschullehrkraft, wie sie durch Verhaltensänderungen Erfolge erreichen können.

Wie erfolgreich dieses Modell sei, würden Auswertungen im Lahn-Dill-Kreis zeigen, wo das Konzept zuvor als Modell erprobt wurde, wie Schulamtsleiter Michael Scholz erläutert: „Rund zwei Drittel der Kinder geben an, dass sie seit der Teilnahme an der Familienklasse mehr Spaß in der Schule haben – und 100 Prozent sagen, dass sie sich jetzt besser an die Schulregeln halten können.“

Dies wirke sich auch auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler aus, so der Leitende Regierungsdirektor, die sich sowohl mündlich als auch schriftlich signifikant verbessert habe. Positiv entwickelt habe sich zudem das Sozialverhalten und das Klima in den Familien, wo es wesentlich seltener zu Streitigkeiten wegen Schule und Hausaufgaben komme, erklärte der Schulamtsleiter. „Diese und viele weitere gute Erfahrungen haben die Familienklassen im Lahn-Dill-Kreis zu einem Erfolgsmodell gemacht, weshalb ich sehr froh bin, dass wir dieses ab sofort auch in Gießen umsetzen können“, sagte Scholz.

Unterschiedliche Ganztagsangebote in der Region

Ein Erfolgsmodell seien bereits heute die unterschiedlichen Ganztagsangebote in der Region, die ebenfalls ausgebaut werden konnten: Insgesamt 94 Schulen (47 im Landkreis Gießen, 19 in der Stadt Gießen und 28 im Vogelsbergkreis) nehmen jetzt am Pakt für den Nachmittag oder an einem der Ganztagsprofile teil. Hier sind zudem vielfach die Betreuungszeiten ausgedehnt worden.

An den 110 allgemeinbildenden Schulen im Bezirk des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis unterrichten insgesamt 4.189 Lehrkräfte. Für das beginnende Schuljahr sind 33.870 Schülerinnen und Schüler angemeldet, 24.524 im Landkreis Gießen und 9.346 im Vogelsbergkreis. Neu eingeschult an den Grundschulen des Amtsbezirks werden 2.950 Erstklässler (2.150 GI, 800 VB).



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