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Letzter Sicherheits-Check auf dem Alsfelder Pfingstmarkt„Im Krisenfall weiß jeder, was zu tun ist“

ALSFELD (akr). Ist das Karussell standsicher aufgebaut? Sind auch alle Geländer richtig befestigt? Fluchtwege frei? Die richtig Art und Anzahl Feuerlöscher vorhanden? All das und vieles mehr wurde am Freitagvormittag auf dem Alsfelder Pfingstmarkt geprüft, damit die Sicherheit der Besucher gewährleistet werden kann und dem Rummel-Spaß auch nichts entgegen steht. Ein Blick hinter die Kulissen des Sicherheits-Checks.

Sechs Fahrgeschäfte und das Festzelt nehmen Bernhard Hofmann und Marion Etzold von der unteren Bauaufsichtsbehörde am Freitag unter die Lupe. Die sogenannte „Gebrauchsabnahme“ steht an. Keine Attraktion geht ohne Sicherheitscheck an den Start. Zuvor wurde natürlich alles schon vom TÜV überprüft und in den Prüfbüchern festgehalten.

In Sachen Sicherheit unterwegs

Schon gestern haben die beiden die Bücher begutachtet, damit sie genau wissen, welche Punkte nochmal kontrolliert werden müssen. Ob die Schausteller ihren begehrten Stempel in ihrem Prüfbuch auch verdienen, das hängt von Hofmann und Etzold ab. Seit rund zehn Jahren sind sie in Sachen Sicherheit auf dem Alsfelder Pfingstmarkt unterwegs.

Hofmann und Etzold stehen gerade am „Racing Coaster“, einer Achterbahn bei der Speed-Junkies ganz auf ihre Kosten kommen. Zuvor haben sie schon das Top-Spin überprüft. Keine Mängel, alles perfekt. „In Alsfeld ist immer alles sehr gut, Distel ist da sehr gewissenhaft“, wird Etzold später sagen. Doch zuvor stehen noch einige Geschäfte auf ihrer Liste.

Bernhard Hofmann prüft, ob der Feuerlöscher ordnungemäß vorhanden ist. Fotos: akr


Am Racing Coaster will Hofmann zunächst den Feuerlöscher sehen. Jedes Geschäft, egal ob Würstchenstand, Losbude, Karussell, Zelt oder Stadthalle, muss so viele Feuerlöscher – und auch die richtige Art -vor Ort haben, wie es vorgeschrieben ist. Einwandfrei. Dann gehen die Beiden auf die Anlage, überprüfen unter anderem, ob alle Geländer fest sind, es keine Stolperfallen gibt, Fluchtwege vorhanden und frei sind und ob alles was rappelt auch wirklich fest ist.

Besonders wichtig sei, dass die Fahrgeschäfte in der Waage sind. „Der Festplatz hat eine Steigung, die man selbst nicht wahrnimmt“, erklärt Hofmann. Damit, dass Fahrgeschäft – im Juristendeutsch auch „Fliegender Bau“ genannt, wirklich gerade ist, dafür dienen Holzklötze, sogenannte „Unterpallungen“. Dadurch könne bei der Rotation, der Dynamik keine Unwucht, also keine Massenungleichheit entstehen und das Karussell sicher fahren.

Auch unter dem Fahrgeschäft wird kontrolliert.

Das Prüfbuch als Geburtsurkunde des Fahrgeschäfts

„Alles in Ordnung“, sagt Hofmann, nachdem die Achterbahn auch die Probefahrt überstanden hat, und holt aus dem großen schwarzen Rollkoffer das Prüfbuch des Besitzers raus und stempelt. „Das Buch ist quasi wie eine Geburtsurkunde des Geschäfts“, erklärt er. Alle vom TÜV dokumentierte stehe in diesem Buch. Natürlich sind auch die Ergebnisse der unteren Bauaufsichtsbehörde sowie die Ausführungsgenehmigungen dort aufgelistet. Die Bürokratie verlangt eben eine lückenlose Dokumentation. „In Deutschland haben wir ein hohes Prüfungsniveau“, sagt Hofmann.

Anschließend statten die beiden Eugen Distel, Bruder des Generalpächters Heiner Distel, und seinem Lach und Freuhaus einen Besuch ab. Über kleine Holzstämme im Wasser geht es auch schon direkt ins Innere der Attraktion. Auch hier werden wieder Geländer, Fluchtwege, Feuerlöscher und Co. unter die Lupe genommen.


Ein Gang durchs Lach und Freuhaus.

Sie prüfen unter anderem auch, dass keine Kabel offen rumliegen, die Treppen rutschfest sind, dass es keine Stolperkanten gibt. Auch im Falle eines Stromausfalls ist das Lach und Freuhaus dank des Notlichts bestens gewappnet.

Nachdem sich auch die restlichen Fahrgeschäfte über ihren Stempel freuen durften, steuern die Beiden ihr letztes Ziel an diesem Tag an: Das Festzelt. Ist alles stabil aufgebaut, damit es auch bei Sturm nicht wegfliegen kann? Ist die Bühne standfest und sicher? Ist auch ja keine brennbare Deko im Inneren? Gibt es genügend Fluchtwege und sind diese frei zugänglich? Sind die Tische breit genug gestellt? Alles Bestens, Stempel verdient.

Auch im Festzelt wird alles stichprobenartig geprüft.

An diesem Tag sind nicht nur Hofmann und Etzold in Sachen Sicherheit auf dem Pfingstmarkt unterwegs, sondern zeitgleich auch das Ordnungsamt Alsfeld sowie der Bauhof. Letzterer ist gerade mit Heiner Distel, Marion Jäckel vom Tourist Center Alsfeld und dem stellvertretenden Stadtbrandinspektor Kevin Planz an der Einfahrt Jahnstraße zum Pfingstmarkt zugange.


Sicherheitsvorkehrungen auch an den Einfahrten zum Pfingstmarkt

In einem Abstand von rund neun Metern werden Betonklötze versetzt platziert. „Damit man nicht einfach super schnell mit dem Auto auf den Platz rasen kann“, erklärt Distel. Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme. An allen drei Einfahrten zum Pfingstmarkt werden diese hingestellt. Wichtig ist aber: Die Rettungsdienste müssen ohne Probleme durchkommen.

Generalpächter Heiner Distel gibt Anweisungen, wo die Betonklötze hin sollen.

Doch damit nicht genug: Das ganze Sicherheitsthema kommt natürlich nicht erst zwei Tage vorher auf den Tisch. „Schon lange vorher wird im Vorfeld ein ausführliches Sicherheitskonzept mit Ordnungsamt, Pächtern, Polizei, Rettungsdienst und allen Beteiligten besprochen“, erklärt Distel. Ausgearbeitet habe das Konzept Marion Jäckel erstellt, das dann mit Vorschlägen aller Beteiligten ergänzt wird. „Im Krisenfall weiß jeder, was zu tun ist“, sagt Jäckel. Die Leute müssten sich zuständig fühlen, falls der Krisenfall eintrete.

Am Donnerstag waren übrigens auch schon Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst unterwegs, um unter anderem die Fluchtwege zu prüfen. „Wenn Durchfahrten beispielsweise zu eng sind, dann kann man das noch ändern, heute wäre das etwas kurzfristig geworden“, erklärt Distel. Dann trudeln auch schon Hofmann und Etzold beim Generalpächter ein, um ihm mitzuteilen, das alles in Ordnung ist.

Ab dem heutigen Freitag wird dann auch noch der Sicherheitsdienst vor Ort unterwegs sein. „Zu den Hauptzeiten sind 13 Sicherheitsleute auf dem Pfingstmarkt. Seit 15 Jahren arbeiten wir mit dieser Firma auf Fulda zusammen“, erklärt Distel, schließlich kennt er sich bestens aus. Jetzt kann es offiziell rundgehen.


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