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Familie Steiner verlor bei einem Hausbrand alles - doch die Hilfe ist überwältigend„Es ist ein persönlicher Albtraum, der nie endet“

ALSFELD/WOHNFELD (akr). Es ist einer der Albträume, den ein Mensch niemals erleben will: bei einem Hausbrand alles zu verlieren. Doch leider ist genau das Familie Steiner am 1. Mai passiert. Ihr Wohnhaus im Ulrichsteiner Stadtteil Wohnfeld stand am Mittwoch in Flammen, alles haben sie verloren. Die achtköpfige Familie ist jetzt dringend auf Hilfe angewiesen und die haben sie jetzt auch bekommen – vor allem auch Dank des Vereins „Alsfeld erfüllt Herzenswünsche“.

Es war ein Feiertag, an dem sich für die Familie Steiner aus Wohnfeld alles änderte. genaue: der 1. Mai, also vor zwei Tagen. „Es war 12.36 Uhr, als wir nach draußen sind, um Wäsche aufzuhängen. Dann haben wir ein lautes Knistern gehört und gemerkt, dass der Dachstuhl in Flammen steht“. 12.36 Uhr, eine Zeit, die sie, wie Mutter Susanne sagt, nie vergessen wird. Sofort wurden alle aus dem Haus gebracht und die Feuerwehr alarmiert.

„Bei Eintreffen der Feuerwehr schlugen bereits Flammen aus dem Dachstuhl“, schilderte Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke am Mittwoch. Mehr als 130 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Ulrichstein sowie der Gemeinde Mücke waren über Stunden im Löscheinsatz. Drei Bewohner des Hauses wurden leicht verletzt, erzählt Susanne. Mittlerweile seien aber alle wieder wohl auf.

Der Brand am 1. Mai in Wohnfeld. Foto: Philipp Weitzel

Über Hydranten und zwei Zisternen wurde das notwendige Löschwasser für die Brandbekämpfung zum Einsatzort befördert. Teilweise Hunderte Meter lange Schlauchleitungen mussten dafür verlegt werden. Auch eine Drehleiter kam für die Löscharbeiten zum Einsatz. Insgesamt zehn Feuerwehrleute waren mit Atemschutzgeräten im Inneren des Hauses für die Brandbekämpfung im Einsatz.


Öffentlich um Hilfe gebeten

Am Donnerstagabend inserierte sie eine Anzeige auf Ebaykleinanzeigen. „Wir haben gestern durch einen Brand alles verloren und stehen jetzt vor dem nichts. Wir brauchen Eure Hilfe“, steht in der Anzeige. Alles haben sie verloren, was nicht durch die Flammen an sich zerstört wurde, wurde durch das Löschwasser vernichtet. „Innerhalb von Sekunden erreichten mich tausende Nachrichten, alle wollten helfen“, erzählt Susanne.

Das Inserat hat auch ein Vorstandsmitglied von Alsfeld erfüllt Herzenswünsche entdeckt und prompt in die WhatsApp-Gruppe geschickt. „Es war sofort klar, dass wir helfen müssen“, sagt Vorstandsvorsitzende Julia Schuchard. Es folgte ein Aufruf über Facebook – und der Andrang an Helfenden war mehr als groß, wie man am Freitag im kleinen Secondhand-Geschäft in der Baugasse zu sehen bekam: Mit vollgepackten Bollerwagen, Wäschekörben, Säcken und vielen mehr, kamen nach und nach immer mehr Menschen rein, die unbedingt Helfen wollten. Allein innerhalb einer halben Stunde kamen rund zehn Helfende vorbei. „Wir haben die Anzeige auf Facebook gesehen und sofort unseren Kleiderschrank ausgemistet“, erklärt ein Spender.

Auch nigelnagelneue Kleidung wurde gespendet.

„Es ist einfach der Wahnsinn, wie viele Menschen helfen“, freut sich Schuchard. Neben unzähligen Privatspenden haben auch die Alsfelder Einzelhändler Sport Kober, Sport Müller, Santana und Sagawe gespendet, wie die Vorstandsvorsitzende erklärt. Überwältigt waren auch Susanne Steiner und ihr 18-jähriger Sohn Maximilian, als sie in den Secondhand-Laden ankamen und die vielen Spenden erblickten: „Oh mein Gott“, sagte Susanne Steiner und hielt sich die Hände vor ihr Gesicht. Sie konnte kaum glauben, was sie dort sah. Stapelweise Kleidung, Spielsachen und vieles mehr.

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„Ich bin einfach so unendlich dankbar“, freut sich die Mutter. „Wir können beziehungsweise müssen bei Null anfangen, wir haben nichts mehr“. Derzeit wohnt die achtköpfige Familie in Münzenberg beim Opa im Haus. Dort werden jetzt erst einmal die ganzen Spenden hingebracht. „Man fängt langsam an zu realisieren, was da eigentlich passiert ist. Es ist einfach ein persönlicher Albtraum, der nie endet“, sagt sie und betont noch einmal ihre Dankbarkeit für die ganze Unterstützung.


Wer die Familie noch unterstützen will, kann das gerne machen und Spenden im Secondhand-Geschäft in der Baugasse 1-3 in Alsfeld beim Verein Alsfeld erfüllt Herzenswünsche abgeben.

  • Jungenbekleidung in Größe 98, 134, 176
  • Frauenbekleidung in 38, 44/46
  • Männerbekleidung in M und XL/XXL
  • Schuhe in 21 (Junge), 38 (Frau), 34 (Junge), 41 (Junge) und 42 (Junge)
  • Spielsachen