Gesellschaft2

Technikschulung "Wartung hydrostatischer Fahrantriebe" für Bezirksfachklassen der Alsfelder Max-Eyth-SchuleEinblicke in das Innenleben eines „ungewöhnlichen Alleskönners“

ALSFELD (ol). Alles begann auf der Baumaschinenmesse, also sich Tino Seitz, der Technische Kundendienstleiter des finnischen Kompaktladerherstellers Avant mit der Frage konfrontiert sah, ob er den Kompaktlader auch mal auf dem Dach vorführen könne. Gesagt, getan: Zu Besuch bei den Land- und Baumaschinenmechatronikern der Alsfelder Max-Eyth-Schule gab er theoretische und praktische Einblicke in das Innenleben eines „ungewöhnlichen Alleskönners“ – und das direkt vor Ort.

In der Pressemitteilung der Schule heißt es, ein nur knapp ein Meter breiter und sehr wendiger Avant 200 Multifunktionslader mit hydrostatischem Allradantrieb und hydraulischer, parallelgeführter Schotterschaufel wurde daraufhin über den Lastenaufzug eines Großkrankenhauses auf dessen Flachdach verfrachtet und zum Räumen des Schotters eingesetzt – sehr zur Freude der Dachdecker, die sich jetzt das schweißtreibende Schotterschaufeln in Schubkarren sparen konnten.

„Inzwischen hat diese bundesweit tätige Flachdachdachsanierungsfirma 16 unserer Avant-Kompaktlader im Einsatz“, erläuterte Seitz im Schulungsraum der Bezirksfachklassen für Land- und Baumaschinenmechatronik der Max-Eyth-Schule Alsfeld. „Und das hat mindestens vier Gründe“.

Der Avant Lader sei durch die Knicklenkung ohne seitliches Drehgelenk extrem wendig und trotzdem sehr standsicher. Im Gelände sei der hydrostatischer Fahrantrieb sogar hydraulisch sperrbar und man habe ein sehr gutes Verhältnis von Hublast und Eigengewicht und deshalb können alle Lader mit einem PKW-Anhänger transportiert werden, der weniger als 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht habe. Außerdem, so Seitz, können an den Multifunktionsladern des finnischen Herstellers mehr als 200 hydraulisch betriebene Zusatzgeräte angebracht werden vom Betonmischer, über eine hydraulische Grabenfräse bis zum Säge- Spaltautomaten.

Praktische Übungen an einem Multifunktionslader

Gegenstand der eintägigen Technik Schulung sei dann Theorie und Praxis von Zusatz- und Arbeitshydraulik sowie die unterschiedlichen Ventile, Fahrmotoren, sowie Konstant- und Verstellpumpen der hydrostatischen Fahrantriebe und der Zusatzhydraulik von Avant Ladern gewesen.


Nach einer theoretischen Einführung, die den Aufbau von Zahnrad- und Verstellpumpen genauso wie den von Radmotoren beinhaltete, ging es dann um die notwendigen Einstellvorgänge an Arbeits- und Zusatzhydraulik. Praktisch wurden an einem Multifunktionslader der 600er-Serie grundlegende Hydraulikdruckmessungen und die Funktion des Avant Power Control Systems demonstriert.

Auch eine theoretische Schulung gab es. Foto: MES

So ermögliche beispielsweise das manuelle Einstellen von Vorsteuerdruck und Hochdruck eine Feinabstimmung des Systems, die verhindere, dass der Dieselmotor während des Betriebs abgewürgt werde. Eine weitere technische Besonderheit aller Lader sei zum Beispiel, dass über das Fahrpedal entweder volle Geschwindigkeit oder voller Schub regulierbar seien, während die Drehzahl des antreibenden Kubota Vierzylinders über einen Handgashebel erfolge und somit die hydraulischen Zusatzgeräte unabhängig betrieben werden können.

Kippsicherheit auf Parkplatz getestet

Außerdem schwenke der Fahrer anders als bei den meisten knickgelenkten Radladern zusammen mit dem Vorderwagen über den Hinterwagen und dadurch gelinge noch engere Wenderadien. Ein weiterer Vorteil seien die Anti-Slip-Ventile, die im Antrieb des Avant 640 Laders verbaut seien und dafür sorgen, dass bei hydraulischer Sperrung der Radmotoren beider „Achsen“ trotzdem eine optimale Traktion erreicht würden, dass zwischen kurveninnerem und kurvenäußerem Rad die Verdrängung auf 1:3 geregelt werde.

Eindrucksvoll demonstrierte Tino Seitz dann auf dem Parkplatz der Max-Eyth-Schule die außerordentliche Kippsicherheit des Laders. Mittels zweier Paletten, auf die er den 640er Lader fuhr, stand zwar meistens ein Rad aufgrund des nicht in zwei Richtungen drehbaren Knickgelenks in der Luft, aber der Lader zeigte gerade deshalb keinerlei Neigung zum Umfallen, wie es drehbar gelagerte Knickgelenkfahrzeuge gerne tun.


Fazit aller Auszubildenden und auch ihrer Lehrer sei gewesen, dass Konzept und Produkte der Firma Avant einen größeren Bekanntheitsgrad verdient hätten und dass in der Ausbildung in Zukunft auf eine Intensivierung und Institutionalisierung der Zusammenarbeit mit Avant Tecno Deutschland gesetzt werden soll.


2 Gedanken zu “Einblicke in das Innenleben eines „ungewöhnlichen Alleskönners“

  1. …die in dieser Welt nicht allzu viel bewegt haben, aktuell nicht bewegen und auch nicht bewegen werden. Schotter schaufeln (nicht zu verwechseln mit Schötter Schaufeln!) hat immer zwei Seiten. Damit die einen immer mehr Schotter schaufeln können, müssen die anderen eben immer mehr Schotter schaufeln. Multifunktionslader können da eine wertvolle Hilfe sein. Und damit sich der Chef demnächst einen Multifunktionslader der 600er-Serie leisten kann, müssen die Schotterschaufler mit fliegenden Schaufeln Schotter Schaufeln. Da kann man nur hoffen, dass es immer so viel Schotter zu schaufeln gibt, dass alle Teilnehmer an den praktischen Übungen mit dem Multifunktionslader der 600er-Serie zum Schotter Schaufeln auch weiterhin benötigt werden. Nach dem Schotter Schaufeln ist vor dem Schotter Schaufeln.

    9

    2
  2. Ich kann die Angestellten der Dachdeckerei, die sich so sehr über den Lader freuen sehr gut verstehen. Als Schüler habe ich mal ein Praktikum in der Dachdeckerei meines Onkels gemacht und habe dieses Schotter Schaufeln verabscheut. Es sei ihnen gegönnt, dass diese Baumaschine ihnen etwas Arbeit abnimmt.

    44

    -34

Comments are closed.