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Zwischen Christkindwiegen, Kinderlächeln und FamilienfestenWeihnachtserinnerungen Vogelsberger Bürgermeister

VOGELSBERG (ls). Weihnachten ist die Zeit der Erinnerungen. Vielleicht ist es ist der Duft von Tannenzweigen und frisch gebackenen Plätzchen. Vielleicht ist es das gedämpfte Licht und der Kerzenschein. Vielleicht ist es aber auch der Baumschmuck, das Beisammensein in der Familie oder aber die Weihnachtsmusik aus dem Radio, die unterschiedliche Erinnerungen hervorruft – egal ob aus der Kindheit, Jugend, oder aber aus der näheren Vergangenheit. Trotzdem ist und bleibt Weihnachten eine Zeit der Erinnerungen. Deshalb haben wir Vogelsberger Bürgermeister nach ihren schönsten – zum Teil auch witzigsten – Weihnachtserinnerungen befragt.

Dietmar Krist, Bürgermeister der Gemeinde Antrifttal

Dietmar Krist, Bürgermeister der Gemeine Antrifttal. Foto: archiv/privat

„Mir ist das Abschmücken des Weihnachtsbaumes am Tag nach Dreikönig noch lebhaft in Erinnerung. Ich dürfte so ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein und bat meinen Vater, noch ein letztes Mal eine Wunderkerze anzuzünden und in den Baum zu hängen. Nach langem Bitten und Betteln hat er schließlich nachgegeben. Kaum war die Wunderkerze angezündet – ich war gerade einmal in die Nähe des Baumes getreten – puff, tat es einen großen Knall und der Baum hatte mit einem Schlag sämtliche Nadeln verloren. Mein Vater hat den Baum dann schnell über das nahegelegene Fenster nach draußen befördert. Glück im Unglück – er hatte nicht Feuer gefangen. Aber dieser erste Schockmoment steht mir noch heute bildlich vor Augen. Heute kann ich darüber lachen, aber es hätte auch schlimm ausgehen können. Ein kleiner Kinderwunsch, aber eine große Wirkung. Seitdem haben wir keine echten Kerzen mehr am Baum.“

Rainer-Hans Vollmöller, Bürgermeister der Stadt Lauterbach


Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller. Foto: archiv/aep

„Die schönste Erinnerung an Weihnachten liegt in meiner Kindheit und die hatte ich beim Christkindwiegen in Lauterbach. Mein Großonkel war Stadtkapellenmeister und ich durfte als kleiner Junge mit hoch auf den Turm. Das war nach dem 18-Uhr Gottesdienst. Als wir dann also die Treppen zum Turm hoch sind, sind wir an den großen Kirchenglocken vorbei und oben im Türmerstübchen ging noch eine kleine Treppe in einen extra Raum ab. Mein Opa erzählte mir damals dass dort oben in diesem kleinen geschlossenen Raum das Christkind wohnt. Als Kind fand ich das natürlich sehr beeindruckend und aufregend. Das ist eine Erinnerung, an die ich mich gerne und oft zurückerinnere.“

Leopold Bach, Bürgermeister der Gemeinde Feldatal

Leopold Bach, der Bürgermeister von Feldatal. Foto: archiv/ls

„Für mich war Weihnachten 2013 ein besonderes Fest, da unser erster Sohn geboren wurde und wir die Weihnachtstage im Krankenhaus verbracht haben. Die Weihnachtsfeiertage sind für mich schon immer ein schöner Anlass, um im Kreise der Familie besinnliche Stunden zu verbringen.“


Andreas Sommer, Bürgermeister der Gemeinde Mücke

Andreas Sommer, der Bürgermeister der Gemeinde Mücke. Foto: Andreas Sommer

„Weihnachten 1970 bekam ich von meinen Eltern ein T-Shirt und einen Ledergürtel geschenkt – und war natürlich total enttäuscht! Keine Spielsachen, nichts was man an Weihnachten als Kind eigentlich hätte erwarten können! Auf die dann folgende spitzfindige Frage meines Vaters, ob ich denn zufrieden mit meinen Geschenken sei, sagte ich aus lauter Enttäuschung gar nichts. Dann ging er schmunzelt zur Tür des Nachbarzimmers und öffnete verheißungsvoll die Tür. Dort stand dann eine komplett aufgebaute und ausgestattete Modelleisenbahn: Gleise, Züge, Anhänger, Häuser, Tunnel, Brücken – alles war vorhanden und Weihnachten gerettet. Die ganzen folgenden Tage dann wurde die Eisenbahn bespielt und auch heute noch besitze ich eine schönen Sammlung von Lokomotiven. Bis heute habe ich weder das T-Shirt noch den Ledergürtel vergessen und erst recht nicht den Anblick, der sich mir bot, als die Tür zum Nachbarraum geöffnet wurde.“

Lars Wicke, Bürgermeister der Stadt Grebenau

Grebenaus Bürgermeister Lars Wicke. Foto: Stadt Grebenau


„Unsere große Tochter war an ihrem ersten Weihnachtsfest gerade zehn Wochen alt. Zu dieser Zeit lag sie gerne im Laufstall und schaute sich um. Beim Schmücken des Weihnachtsbaumes band meine Frau unserer Tochter eine glänzende Weihnachtsbaumkugel an den Laufstall. Vom ihrem Lieblingsplatz im Laufstall hatte unsere Tochter nun direkten Blickkontakt auf diese Weihnachtsbaumkugel. Immer wenn sie die glänzende rote Kugel sah freute sich unsere Tochter über dernen warmen Glanz. Das glückliche Gesicht unserer Tochter bleibt einem für immer in Erinnerung.

Weihnachten ist für mich, wenn nach aller Betriebsamkeit in der Vorweihnachtszeit der Nachmittag des Heilig Abend anbricht. In Schwarz spielt der Posaunenchor alljährlich zwei Stunden  vor dem Krippenspielgottesdienst zum ‚Kurrende Blasen‘ auf. An verschiedenen Stellen im Dorf wird mit Weihnachtsliedern der Heilig Abend ‚eingeblasen‘. Die Menschen kommen zur Ruhe und freuen sich auf das was kommen wird. Als aktiver Bläser im Posaunenchor ist mir das ‚Kurrende Blasen‘ einer der schönsten Auftritte im Jahreslauf, denn damit beginnt Weihnachten.“

Stephan Paule, Bürgermeister der Stadt Alsfeld

Der Alsfelder Bügermeister Stephan Paule. Foto: Merci Photpgraphy

„Bei uns kam an Weihnachten immer das Christkind als ich noch klein war – und natürlich kam es immer so, dass man keine Chance hatte, es zu sehen. Das war so: Am 24. Dezember wurde immer normal gefrühstückt. Das Haus und das Wohnzimmer waren immer ganz normal. An dem Tag hatte ein Jugendfreund in Kirtorf Geburtstag. Also wurde am frühen Nachmittag dorthin gefahren und Kindergeburtstag gefeiert. Am späten Nachmittag wurde man dort abgeholt und es ging in die Kirche. Als man dann nach 18 Uhr von der Kirche nach Hause kam, war das ganze Haus und insbesondere das Wohnzimmer festlich geschmückt und der Weihnachtsbaum strahlte. Natürlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine solche totale Verwandlung des Zuhauses ohne Zutun des Christkindes möglich war. Also war mir klar, dass es da gewesen sein musste, ohne dass ich es jemals bei der Arbeit gesehen hatte.“