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Konservativ, konservativer, VogelsbergSo haben die Städte und Gemeinden bei uns gewählt

VOGELSBERG (ls). Die Ergebnisse der Landtagswahl stehen vorläufig fest. Das Bild, welches sich für unsere Region zeichnet: Der Vogelsberg ist konservativ. Fast durchgängig landete die CDU auf dem ersten Platz, meist dicht gefolgt von der SPD. Doch es geht noch konservativer, um nicht zu sagen populistischer: In den Gemeinden Freiensteinau und Antrifttal und rund um die Stadt Ulrichstein wurde die AfD zweitstärkste Kraft. Eine Übersicht.

Im Vogelsberg gesamt gesehen vorne lag die CDU 27,9 Prozent als stärkste Kraft, dicht gefolgt von der SPD mit 22,8 Prozent und der AfD mit 16,0. Die Linke erreicht 4,9, die FDP 6,9 und die Grünen 14 und die Freien Wähler 4,1. Wie die einzelnen Städte und Gemeinden gewählt haben? Das sehen Sie hier.

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Stadt Alsfeld

In Alsfeld zeigte sich bei einer Wahlbeteiligung von 63,9 Prozent ein deutliches Votum in Richtung CDU, die als stärkste Partei mit 28,0 Prozent abschließen konnte. Dicht gefolgt: Die SPD mit 24,7 Prozent. Auf dem dritten Platz folgte die AfD mit 15,0 Prozent und mit nur 0,2 Prozent weniger die Grünen. Auf FDP und Linke entfallen 5,4 und 5,6 Prozent und die Freien Wähler kommen auf 3,1 Prozent. Die Stadt zeigt sich damit mit einem durchschnittlichen Wahlergebnis, dass dem Ergebnis des gesamten Kreises nahe kommt.

Gemeinde Antrifttal

In Antrifttal zeigt man sich überwiegend konservativ. Auf Platz 1: Die CDU mit 45,3 Prozent der Wählerstimmen. Mit großem Abstand dahinter, aber doch auf dem zweiten Platz steht die AfD mit 16,6 Prozent und erst auf dem dritten Platz befindet sich die SPD mit 10,4 Prozent, dicht gefolgt von den Grünen mit 9,7 Prozent. Die FDP, die Freien Wähler und die Linken zeigen sich auch hier auf den letzten drei Rängen der großen Parteien. In Antrifttal selbst zeigte sich eine große Wahlbeteiligung von 78,8 Prozent.

Gemeinde Feldatal

Auch in Feldatal ein ähnliches Ergebnis wie in Alsfeld: CDU auf Platz 1, gefolgt von der SPD mit 23,2 Prozent. Danach die AfD mit 16,4 Prozent und die Grünen mit 14 Prozent auf Platz 4. Das Schlusslicht bilden hier die Linken mit lediglich 3,8 Prozent vor den Freien Wählern und der FDP.

Gemeinde Freiensteinau

In der Gemeinde Freiensteinau ein etwas anderes Bild: Zwar zeigte sich hier auch die CDU als führend mit 20,7 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 73,5 Prozent. Doch auch hier wurde die AfD zweitstärkste Kraft. Erst danach folgt die SPD auf Platz 3, die Grünen auf Platz 4 mit 9,9 Prozent und die Freien Wähler mit 9,3 Prozent auf Platz 5. Schlusslicht auch hier: Die Linken, noch nach der FDP.

Gemeinde Gemünden

Auch in der Gemeinde Gemünden ein ähnliches Ergebnis: CDU an der Spitze, dicht gefolgt von der SPD und die AfD auf dem dritten Rang. Die Grünen mit 12,6 Prozent danach und weiter geht es mit der FDP, den Linken und den Freien Wählern am Ende der Liste der größeren Parteien.

Stadt Grebenau

In Grebenau war es nicht die CDU die überzeugte, sondern die SPD, die sich den Platz an der Sonne sicherte. 26,7 Prozent konnte die Partei im Gründchen holen und zeigte sich dort mit am stärksten vertreten. Mit 23,8 Prozent landete die CDU in der Stadt und ihren Ortsteilen auf dem 2. Platz, gefolgt von der AfD erneut auf Platz 3 mit 14,8 und den Grünen auf Platz 5 mit 12,7 Prozent. Die Freien Wähler zeigten sich in Grebenau auch deutlich stärker als sonst wo: 7,9 Prozent konnten sie dort erreichen. Mit 5,7 Prozent teilen sich FDP und Linke das hintere Feld.

Gemeinde Grebenhain

Ein enges Ergebnis samt Kopf-an-Kopf-Rennen gab es in der Gemeinde Grebenhain, wo CDU nur knapp vor der SPD lag und die wiederum nur knapp vor der AfD. 25,3, 21,0 und 20,2 Prozent der Wählerstimmen gab es jeweils. 13,2 Prozent fielen bei einer Wahlbeteiligung von 70,0 Prozent auf die Grünen ab, 8,4 auf die FDP, 4,2 auf die Linken und 4,0 Prozent auf die Freien Wähler.

Stadt Herbstein

Einen deutlicheren Abstand gab es in Herbstein. Hier gewann die CDU als stärkste Partei mit 34,4 Prozent. Dichter wurde es erst im Mittelfeld, wo die SPD dennoch dominierte, gefolgt von AfD und Grünen. Schlusslicht hier: Die Freien Wähler.

Stadt Homberg Ohm

Wie in den anderen Städten, gab es auch in Homberg keine großen Überraschungen. CDU, SPD, AfD, Grünen, FDP, Linken und die Freien Wähler zum Schluss – und das, obwohl der FW-Direktkandidat ebenfalls in der Homberger Lokalpolitik tätig ist.

Stadt Kirtorf

In Kirtorf zeigte man sich ebenfalls konservativ: Bei einer Wahlbeteiligung von 71,7 Prozent entfielen auf die CDU ganze 37,3 Prozent. 19,2 gab es für die SPD und die AfD landete mit 14,8 Prozent lediglich auf dem 3. Platz – und das obwohl der Stadt oftmals nachgesagt wird, sie sei eine „Hochburg der Rechten“, was viele Kirtorfer stört. Die setzten sich gegen den Ruf ein und konnten mit Netzwerken wie dem „Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus“ bisher große Erfolge erziele. Für die FDP gab es unterdessen 6,9 Prozent.

Stadt Laubach

Der Wahlkreis Vogelsberg wurde um Laubach erweitert. Besonders stark zeigten sich hier die Grünen, die mit 15,2 Prozent noch vor der AfD (14,7 Prozent) auf Platz 3 stehen. Dennoch: Auch hier ist die CDU unangefochten auf dem ersten Platz, gefolgt von der SPD. Aber auch die Freien Wähler waren hier stark vertreten bei einer Prozentzahl von 7,5 – sogar noch vor der FDP.

Stadt Lauterbach

Auch die Kreisstadt zeigte sich Grün: 16,5 Prozent gab es hier für die Partei, wenn auch die CDU das Rennen mit 26,5 Prozent anführte – dicht gefolgt von der SPD mit 23,4 Prozent. Für die AfD reichte es hier nur für 14,8 Prozent, bei der FDP für 7,7 und Linke für 5,3 Prozent. Das Schlusslicht der Tabelle: Die Freien Wähler mit 2,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,9 Prozent.

Gemeinde Lautertal

Sozialdemokratisch eingestellt dürfte der größere Teil der Wähler aus Lautertal sein, den dies war zweite Gemeinde die SPD mit 30,9 Prozent auf Platz 1 kürte. Auf die CDU entfallen 24,2 Prozent, dahinter die AfD mit 17,0. Die Grünen zeigten sich hier im Mittelmaß um 12,5 Prozent und FDP, Linke und Freie Wähler folgten in eben dieser Reihenfolge.

Gemeinde Mücke

In Mücke schien alles beim Alten: CDU, SPD, AfD, Grüne, FDP, Freie Wähler und die Linken. Keine großen Abweichungen von der „Norm“.

Stadt Romrod

Knapp wurde es hingegen in Romrod: Einmal zwischen der CDU und der SPD, wo die erste mit 28,2 Prozent überlag, dann zwischen Grüne und AfD, wo sich die AfD mit 14,4 Prozent den dritten Platz sicherte und dann nochmal zwischen Linken und FDP, wo Zweitere mit nur 0,2 Prozent Vorsprung dominierte.

Stadt Schlitz

Einen deutlichen Vorsprung gab es für die CDU hingegen wieder in Schlitz, wo die Partei mit 30,0 Prozent der Wähler überzeugen konnte. Ziemlich knapp ging es danach zu: Die SPD sicherte sich knapp den zweiten Platz mit 19,5 Prozent vor der AfD mit 17,8 und die wiederum vor den Grünen mit 14,8 Prozent. Die FDP kam in der Stadt und den Ortsteilen auf immerhin 7,5 Prozent vor den Linken und den Freien Wählern.

Stadt Schotten

Auch in Schotten zeigte sich ein ähnliches Bild: CDU an der Spitze. Dicht auf den Fersen die SPD, danach die AfD mit 17,1 Prozent, die Grünen, die FDP mit 7,2 Prozent dann die Linken und am Ende die Freien Wähler. Die Wahlbeteiligung lag im Übrigen bei 64,6 Prozent.

Gemeinde Schwalmtal

In Schwalmtal zeigte sich die AfD entgegen der meisten Städte und Gemeinden nicht auf dem dritten Platz, sondern auf dem vierten. 13,5 Prozent bekam die Partei hier. Erneut auf Platz 1 und 2: CDU und SPD, gefolgt von den Grünen. Auch hier gab es für die FDP bei Ergebnis über der 7-Prozent-Marke und für die Linken reichte es hingegen nicht für 5 Prozent.

Stadt Ulrichstein

Mit eines der stärksten Ergebnisse dürfte die AfD auch in der Kommune Ulrichstein erzielt haben: Mit 19,2 Prozent steht sie zwar auf dem dritten Rang, doch nur knapp hinter der SPD auf Platz 2 mit 23,2 Prozent. Nur 0,4 Prozent Abstand konnte die CDU vor der SPD erreichen, die damit auch in Ulrichstein auf Platz 1 steht. Für die FDP gab es sogar 9,0 Prozent – eines der stärksten Ergebnisse dieser Wahl im Vogelsberg.

Gemeinde Wartenberg

Ein starkes Ergebnis gab es unterdessen in der Gemeinde Wartenberg – jedenfalls für die Grünen, die 18,7 Prozent einsacken konnten. Unangefochten auf Platz 1 aber auch hier die CDU mit 24,1 Prozent, dicht gefolgt von der SPD mit 22,0 Prozent. 7,8 Prozent gab es für die FDP, für die Freien Wähler 5,7 und das Schlusslicht bildeten auch hier die Linken.

4 Gedanken zu “So haben die Städte und Gemeinden bei uns gewählt

  1. @ Der Vulkan lebt
    „Ziehe doch einfach nach Offenbach…“
    …oder geh doch nach Anatolien, Russland oder nach „drüben“ (womit nach der deutschen Einheit wohl nur noch das Jenseits gemeint sein kann).
    Eine Stadt wie Offenbach ist leider mit einem Landkreis, der viele Parallelen mit Mecklenburg-Vorpommern aufweist, nur sehr schwer zu vergleichen. Auch lassen sich SPD- und CDU-Politik dank der geschmeidigen GroKo-Verhältnisse im Lauterbacher Kreistag nur schwer unterscheiden. Und ob gerade unser frisch in den Wiesbadener Landtag gewählter „heimischer CDU-Direktkandidat“ aus dem katholischen Herbstein ein Leuchtturm von Weltoffenheit und Toleranz darstellt, erscheint mir zumindest diskussionswürdig.
    Ihr Eintreten für die Politik der CDU im Kreisgebiet wäre überzeugender, wenn Sie nicht gleich die polemische Keule „verbohrte Weltsicht“ hervorholen, sondern konkrete Beispiele für den Aufwärtstrend beibringen würden, den Sie auf eine stärkere Beteiligung der CDU an den politischen Entscheidungen im VB zurück führen.

  2. Ja genau, weil die SPD ja vor allem in Alsfeld in vielen Jahrzehnten gezeigt hat, wie man eine Stadt herunterwirtschaftet.

    Die CDU ist nicht verschlafen, sondern in vielen Themen weltoffener als die SPD und allemal toleranter als die Grünen. Und seitdem die CDU im Vogelsberg etwas mehr zu sagen hat, geht es vielerorts aufwärts.

    Aber na klar, es ist natürlich einfacher seine verbohrte Weltsicht hier zu posten als sich mit den Fakten zu beschäftigen. Ziehe doch einfach nach Offenbach, da übergibt die SPD an die Grünen und wie es der Stadt geht, sieht man ja.

  3. Dass „konservativ“ im Vogelsberg die am meisten verbreitete Grundüberzeugung darstellt, wundert mich nicht. Schon viele „Zugewanderte“ mit frischen Ideen haben sich hier die Zähne ausgebissen am hinhaltenden Widerstand gegen alles Neue. Den Satz „Hier im Vogelsberg funktioniert das nicht!“ hört man tagtäglich. Aber das Festhalten am Bewährten, an Traditionen oder einer bestimmten Lebensweise muss ja nicht von vornherein schlecht sein. Wie viele „Reformen“ haben nur viel Geld gekostet und Chaos verursacht und sind dann im Sande verlaufen oder haben zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt? Gerade im Bereich der Politik fällt mir kein einziges Gesetzes- oder Reformvorhaben aus jüngerer und jüngster Zeit ein, das die Erwartungen erfüllt hätte, die mit ihm verbunden wurden. Man muss wirklich nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen, um „modern“ zu sein.
    Der Vulkan schläft und das ist gut so. Denn wie würde das Gegenteil aussehen? Wer beim Reformieren lange genug überlegt, verpasst nicht die Zukunft, sondern oft nur den Zug, der in eine falsche Richtung fährt. Und er überspringt dadurch vielleicht ein paar teure Irrtümer oder Irrlehren, die schon nach wenigen Jahren für betretene Minen sorgen.

  4. Super! Die „Konservativen“ CDU und AfD sind im Vogelsberg stärker (45,5%) als SPD, Grüne und FDP zusammen (45,0%). Der Vulkan schläft. Und die Schlafmützen wählen andere Schlafmützen. Tendenz: Nächstes Mal absolute Mehrheit für CDU + AfD. Neuer Vogelsberg-Song: Lied der Schlümpfe. Vadder Abraham (https://www.youtube.com/watch?v=LhjgOiSnUSY) wird (als „unabhängiger“ Kandidat mit falschem Bart!) der nächste Landrat. Gute Nacht!

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