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Tarek Al-Wazir mit dem Rad in Alsfeld und LauterbachProblempunkte des öffentlichen Personennahverkehrs

ALSFELD/LAUTERBACH (ol). Unter dem Motto „Mobilität im ländlichen Raum – Bahnhöfe und Radwege“ hat Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir im Rahmen seiner Wahlkampftour Alsfeld und Lauterbach besucht. Die Grünen des Kreisverbandes Vogelsberg hatten bewusst die Bahnhöfe in Alsfeld und Lauterbach als Zwischenziele ausgewählt, um Problempunkte des Öffentlichen Personennahverkehrs aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.

In der Pressemitteilung der Grünen Ortsverband Lauterbach heißt es, die Grüne Landtagsabgeordnete Eva Goldbach begrüßte den Minister, der regelmäßig den Vogelsberg besucht: „Nach der Radtour heute wirst Du den Vogelsberg noch mehr lieben als bisher“, Al-Wazir, der mit einem Hybridfahrzeug anreiste, informierte sich am Alsfelder Bahnhof über dessen Zustand und die Planungen zum barrierefreien Ausbau. Derzeit müssen Fahrräder oder Kinderwagen getragen werden und Menschen mit Behinderung aufwändige Umwege auf sich nehmen. „Hier muss die Bahn gekniffen werden, so dass es zeitnah zu einer Verbesserung der Situation kommt“ sagte Al-Wazir.

Barrierefreier Umbau des Alsfelder Bahnhofs

Dass hierbei ein stufenweiser Ausbau sinnvoll wäre, darüber waren sich die Beteiligten einig. Gegenüber Vertretern des Fahrgastverbandes und des ZOV zeigte sich Al-Wazir bestens informiert und kannte sogar die Bahnsteighöhe in Alsfeld „Eine bessere Anbindung des ländlichen Raums an die Ballungsgebiete scheitert derzeit vor allem noch an eingleisigen Strecken und Kapazitätsengpässen in den Großstädten; Konzepte zur Verbesserung der Situation werden aber auf den Weg gebracht“, fasste Al-Wazir zusammen. Um die Barrierefreiheit an kleinen hessischen Bahnhöfen weiter zu verbessern, investieren Bund und Land zusammen 30 Millionen Euro in die Modernisierung von Stationen mit weniger als 1000 Ein- und Aussteigern am Tag. Tarek Al-Wazir erläuterte, dass Hessen mit 31 Bahnhöfen die höchste Zahl der erfolgreich angemeldeten Projekte im ganzen Bundesgebiet hat.

Zweite Station der Tour mit dem Minister war die Alsfelder Innenstadt, welche die Grünen Wahlkämpfer zusammen mit einigen interessierten Bürgern mit dem Fahrrad erreichten. Bürgermeister Stefan Paule informierte über die Probleme der Einzelhändler und die derzeitigen Planungen zur Neugestaltung der Innenstadt. Dass Al-Wazir den Marktplatz autofrei vorgefunden hat, war dabei Zufall – Filmaufnahmen machten es möglich. Al-Wazir nahm Stellung zur Beliebtheit des ländlichen Raums und seiner hohen Lebensqualität, machte aber auch die Bedeutung der Mobilität deutlich: „Gerade für den ländlichen Raum ist Mobilität und damit auch der öffentliche Personen-Nahverkehr lebensnotwendig.“

Al-Wazir im Gespräch mit Alsfelds Bürgermeister Stefan Paule

Dass auch ländlich geprägte Städte wie Alsfeld Probleme mit Autobahnlärm und Abgasen haben, wurde in einer kurzen Fragerunde mit Alsfelder Bürgern deutlich. Etwa ein Dutzend Personen machte sich schließlich mit Fahrrädern mit Al-Wazir auf den Weg zur nächsten Station. Sechs E-Bikes wurden hierfür von der Touristinformation in Bad Salzschlirf ausgeliehen, um die Fahrt „zügig und im Gespräch“ absolvieren zu können. Neben Windenergie kamen dabei auch das Holzwerk Pfeifer und die Umgehungsstraße B254 zur Sprache.

Zustand des Lauterbacher Bahnhofs

Am Lauterbacher Bahnhof informierte Lauterbachs Grünen-Fraktionsvorsitzender Daniel Schmidt über die derzeitige Nutzung des Bahnhofsgebäudes. Zudem wurden mit Al-Wazir Bahnsteiggelände und Bahnhofsvorplatz begangen, wobei Schmidt erläuterte, dass seit langem ein Antrag der Grünen Stadt-Fraktion vorliege, der die Stadt Lauterbach auffordere, den Bahnhofsvorplatz zu erwerben und umzugestalten und dass hierzu nun Voruntersuchungen im Gange sind. Beim Rundgang wurde der große Handlungsbedarf deutlich und von Stefan Sitzmann vom Fahrgastverband Pro Bus und Bahn erläutert. Al-Wazir sprach auch den schlechten Zustand und die Nutzung der umliegenden der Gewerbeimmobilien an.

Schließlich kam die Gruppe am Berliner Platz an, wo bereits der Bürgermeister und einige interessierte  Bürger warteten. Nach kurzer Begrüßung durch den Bürgermeister gab Al-Wazir den etwa 35 Anwesenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Die erste Frage drehte sich um Breitband und Funkverbindung im ländlichen Raum, worauf hin Al-Wazir antwortete: „Wir fördern den Breitbandausbau im Vogelsberg und der östlichen Wetterau mit nochmal 3,3 Millionen Euro. Um den Mobilfunkstandard 4G-LTE in ganz Hessen zu gewährleisten, zahlt das Land Funkmasten im ländlichen Raum, die für die Mobilfunkbetreiber nicht wirtschaftlich sind.“

Daniel Schmidt erläutert die Situation des Bahnhofs Lauterbach.

Auf die Frage, wie man geschafft habe, die letzten Jahre in der Schwarz-Grünen Koalition so geräuschlos zusammen zu arbeiten, antwortete der Grüne Minister, dass den Medien das zuerst gar nicht gefallen habe, weil sie lieber über Krisen, Krach und Konflikten berichten, als über ruhiges und besonnenes Regierungshandeln. „Dass es trotz großer Unterschiedlichkeit von CDU und Grünen gelungen ist, in Hessen erfolgreiche Politik zu machen, ist den vielen Gesprächen zu verdanken, die CDU und Grüne über Sachthemen führen und sie nach oft kontroversen Diskussionen immer einen Kompromiss finden.“ Die große Bedeutung des Kompromisses stellte Al-Wazir dabei in den Vordergrund – dieser sei gerade bei den aktuellen Mehrheiten von Bedeutung und müsse von den Menschen auch akzeptiert werden, so wie generell das Zusammenleben von Menschen nur mit Kompromissen und gegenseitiger Rücksichtnahme möglich sei.

Radwegekonzept gefördert durch das Land Hessen

Die Fragen der Bürger schlugen einen großen Bogen über aktuelle politische Themen. Abschließend kam Schmidt nochmals auf das Thema der Veranstaltung zurück, indem er das anstehende Radwegkonzept für die Stadt erwähnte, wofür es vom Land kürzlich einen Zuschuss in Höhe von 32.000  Euro gab. Al-Wazir ließ es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass mittlerweile nicht nur bauliche Maßnahmen unterstützt werden, sondern auch Konzepte, um jeweils die geeignete Lösung zur Umsetzung zu finden.

Al-Wazir steht den interessierten Lauterbachern Rede und Antwort.

Bevor es dann zum geselligen Abschluss im Café Stöhr kam, mussten noch zwei Rätsel geklärt werden: Warum Radfahrer laut Schild am Berliner Platz an einem ausgeschilderten Radweg absteigen müssen – was nach Auffassung des Verkehrsministers gar nicht gehe – und was es mit dem roten Löwen auf sich hat. Hierzu gab es eine kurze Erläuterung von Ute Kirst, die mit den Damen von Soroptimist International das mit Wolle als Friedenssymbol verwandelte Löwendenkmal nach vierwöchiger Standzeit nach der Veranstaltung entkleideten.

5 Gedanken zu “Problempunkte des öffentlichen Personennahverkehrs

  1. Armer Julius, überall siehst du nur Hetzer, dabei hetzt du überall und bei jeder Gelegenheit.

    Eigentlich liegt es auf der Hand, dass du ein Hardcore AfDler bist und einen ganz verkappten Wahlkampf führst. Zum Glück wird es in Hessen für die bürgerliche Mitte gepaart mit realpolitisch agierenden Grünen wieder reichen – ein Dank an Volker und Tarek 👍

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  2. Nun kriegen Sie sich mal wieder ein, Sie distanzloser oberhessischer Duzbruder. Die „wahren Probleme der Bürger“ (siehe Ihr erster Post) bestehen sicherlich nicht im Radlfoan oder wo immer Sie diese vermuten. Also wischen Sie sich mal den Schaum vom Mund und setzen ihren Schutzhelm wieder auf. Der Herr Al-Wazir kann zumindest besser Deutsch als Sie, wozu es allerdings keiner großen Anstrengung bedarf. Wie kann man nur derart ausrasten!?

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  3. Der „Orientale Teppichhändler“ kann besser Deutsch als du, Internet Tastaturenheld.
    Besser du verkneifstdeine indirekten Rassismus bzw. alles was von deinem „Hirn“ in Form von „Kommentaren“ an die Tastaturen weitergeleitet wird(für immer).

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  4. „Dass es trotz großer Unterschiedlichkeit von CDU und Grünen gelungen ist, in Hessen erfolgreiche Politik zu machen, ist den vielen Gesprächen zu verdanken, die CDU und Grüne über Sachthemen führen und sie nach oft kontroversen Diskussionen immer einen Kompromiss finden.“
    Den Kalauer mit orientalischen Teppichhändlern etc. will ich mir hier mal verkneifen, um mir nicht den Rassismus-Vorwurf einzuhandeln. Die Erklärung der Fachwelt für die schwarz-grüne Harmonie ist allerdings der extreme Opportunismus auf beiden Seiten. Hauptsache, man bleibt/kommt in Amt und Würden. (Siehe https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/es-koennte-liebe-werden).

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  5. Endlich ein guter Politiker der mal die wahren Probleme der Bürger anpackt, Motto ist handeln statt labbern/hetzen.

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