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Ein Einblick in eine Probe der ASS Schul-BigbandAngezählt und losgespielt

VIDEO|ALSFELD (akr). Sie ist die beste hessische Schulbigband, die Bigband des Albert-Schweitzer Gymnasiums Alsfeld. Im Mai dieses Jahres sicherten sich die 23 Schüler den Titel. Dafür wurde natürlich fleißig geübt. Auch jetzt wird immer noch freitags eineinhalb Stunden geprobt, es stehen nämlich viele unterschiedliche Anlässe an, wo die Band wieder ihr musikalisches Können unter Beweis stellen wird. Wie läuft eine typische Freitag-Probe eigentlich ab? Ein Einblick.



Schwarze und braune Instrumentenkoffer liegen auf dem Boden des kleinen, hell beleuchteten Musikraums hinter der Aula der Albert-Schweitzer Schule. Posaunen, Saxophone und Trompetenklänge ertönen, im Hintergrund sind sanfte Klänge von einer Gitarre, eines Bass und einem Klavier zu hören. Es ist Freitag, 15.30 Uhr. Die Bigband des Gymnasiums hat gerade Probe, die erste, nach ihrer CD-Aufnahme. Neben einem Geldpreis hat die Band für den Sieg beim HR- Wettbewerb für Schulbigbands im Mai eine professionelle CD-Aufnahme im Tonstudio gewonnen.

Dann wird es leise, die Blasinstrumente vom Mund entfernt, die Gitarren vorsichtig auf den Boden gestellt, die Finger von den Tasten des Klaviers gehoben und die Hände von den Schlaginstrumenten genommen. Die Aufmerksamkeit ist auf Martin Wilhelm gerichtet. Er ist seit sechs Jahren der Leiter der Big Band. „Ich habe einige neue Songs dabei, habe aber auch ein wenig was aus den Altbeständen rausgekramt“, sagt Wilhelm.

„Eins, zwei, eins, zwei, drei, vier“

Er dreht sich um und blickt auf das Whiteboard hinter sich. Hier hat er bereits einen der neuen Songs bei Youtube geöffnet. Es ist Jack Lawrence bekannter Hit „beyond the sea“. Diesmal allerdings in der Version von Robbie Williams, die er 2001auf seinem Album „swing when your’e Winning“ veröffentlichte. Die Notenblätter werden verteilt und auf die schwarzen Notenständer gelegt. Der Big Band-Leiter zählt an: Eins, zwei, eins, zwei, drei, vier – und los geht es. Während fast alle Instrumente schon erklingen, warten die Trompeten noch auf ihren Einsatz.

Wilhelms rechter Fuß wippt und seine Finger schnipsen im Takt. Dann hebt er seinen rechten Arm nach oben, die Schüler hören auf zu spielen. „Es geht heute noch nicht um die Feinarbeit, wir wollen einfach ins Spielen reinkommen. Wir machen das Ganze nochmal“, sagt er. Die Blicke der rund 20 Schüler wandern wieder auf die Noten, dann beginnt die Songprobe von vorn, Wilhelms Arme schwingen und seine Finger schnipsen im Takt mit.

Die Töne werden leiser, die Aufmerksamkeit auf Martin Wilhelm gerichtet Fotos: sb

Da die Probe nur rund eineinhalb Stunden dauert und noch einige anderen Stücke auf dem Programm stehen, folgt auch gleich das nächste Lied. Wilhelm geht an die Tastatur und tippt bei Youtube „Everywhere you turn“ von dem Jazz-Trio „The bad plus“ ein, das sich aus einem Bass, Klavier und Schlagzeug zusammensetzt. „Es ist etwas ganz anderes. Sowas haben wir noch nie gespielt. Es ist sehr minimalistisch, lebt von dem Zusammenspiel“, erklärt der Bigband-Leiter euphorisch. Den Song hatte die HR-Big-Band am HR-Wettbewerb für Schulbigbands im Mai gespielt.

„Das Stück hat uns so gut gefallen, dass ich mich danach erkundigt habe. Das gibt es als Big Band-Arrangement gar nicht zu kaufen und würde speziell für die Musiker von HR arrangiert. Sie haben es uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt und können es jetzt erstmals ausprobieren“, freut sich Wilhelm. Die Blätter werden ausgeteilt, im Hintergrund ist die Melodie leise bei Youtube zu hören.

Eine echte Herausforderung für die jungen Musiker

„Zähl- und Tonartenmäßig ist es eine echte Herausforderung. Es braucht Arbeit, aber das schaffen wir“, motiviert Wilhelm seine Schüler. Er fängt an zu schnipsen, summt die Melodie an und es geht los. Den Einstieg bildet Takt fünf. Die Musiker beginnen leise, nicht jeder findet sofort seinen Rhythmus. Nur wenige Sekunden später folgt Takt 18, dann 31. Die Klänge werden immer lauter, immer mehr Instrumente steigen ein. Zwischendurch greift der ein oder andere zur Wasserflasche. Dann ist auch dieser Song von der heutigen Liste gestrichen. Es wird noch ein Mal Luft durch die Hörner geblasen, aber ohne Töne, zum Reinigen der Instrumente.

Es wird fleißig geprobt.

Mittlerweile ist es fast 16.30 Uhr. Seit gut einer Stunde laufen die Proben. Bevor der nächste Song geprobt wird, ist eine kurze Verschnaufpause angesagt. Einige unterhalten sich kurz mit dem Sitznachbarn, andere legen einen kleinen Soloauftritt hin. Dann geht es aber schon weiter. Immerhin ist nur noch eine knappe halbe Stunde Zeit. „Can’t buy me love“ von „The Beatles“ steht als nächstes auf dem Programm. Kein unbekanntes Stück für die Jungs und Mädchen. „Ein, zwei, eins, zwei, drei, vier“, zählt Wilhelm, die Finger schnipsen, der Fuß wippt – und dann erklingen die Instrumente, eingestiegen wie wahre Profis füllen die jungen Musiker den kleinen Raum mit lauten aber zugleich sanften Jazz-Tönen. Nur wenige Minuten später endet die Probe, weiter geht es am nächsten Freitag. Die gleiche Uhrzeit, der selbe Raum.

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