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Alexander-von-Humboldt-Schule beteiligt sich an Schulaktion für Demokratie#wirsindmehr: Vielfalt pflegen, Wertschätzung üben, Haltung zeigen

LAUTERBACH (ol). Unter dem Hashtag „#wirsindmehr“ positionieren sich derzeit Tausende von Menschen symbolisch im Netz. Ins Leben gerufen wurde er, um ein Zeichen zu setzen gegen diejenigen, die vor wenigen Wochen in Chemnitz auf den Straßen lautstark fremdenfeindliche und rassistische Parolen verkündeten. Mit einer bunten, gutgelaunten und auffälligen Aktion beteiligte sich die Lauterbacher Alexander-von-Humboldt-Schule an dieser symbolischen Tat.

Der Hashtag ist zu einem Symbol gegen Populismus, für Demokratie, gegen Ausgrenzung und für Wertschätzung geworden. „Wir sind mehr“ meint eine Mehrheit, die zwar nicht lautstark unterwegs ist, aber dennoch klar gegen demokratiefeindliches, ausgrenzendes und rassistisches Gedankengut steht. In der vergangenen Woche riefen sowohl die Caritas als auch die Integrierte Gesamtschule Frankfurt (IGS West) Schulen dazu auf, sich klar zu positionieren. Auch die Alexander-von-Humboldt Schule in Lauterbach ließ es sich nicht nehmen, sich mit einer Aktion zu positionieren.

Keine langen Überlegungen

„Wir als ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ mussten nicht lange überlegen, um mit unseren Schülern darüber zu sprechen, ob wir eine Aktion zum Hashtag machen wollten“, berichtet Koordinator Sebastian Recklies. Als Schule habe man schließlich Verantwortung für die politische und demokratische Bildung junger Menschen. „Der Hashtag #wirsindmehr vereint Menschen, denen Demokratie wichtig ist“, sagte Recklies, „und das fern von jedem Frontendenken.“ In der Schule, die solche Themen immer wieder in den Fokus rückt, fand die Idee auch bei den Schülern offene Ohren und Herzen.

Infopost ging per E-Mail an die ganze Schulgemeinde, und vorbereitend zu der Aktion besuchten zwei PoWi-LKs der Oberstufe alle Klassen der Schule und informierten sowohl die jüngsten als auch die älteren Schüler über den Hashtag und die Ereignisse, die dazu geführt haben. „Sicher haben die Fünftklässler ein anderes politisches Wissen als die Oberstufenschüler“, so der stellvertretende Schulleiter Joachim Gerking, der die Aktion begleitet hat, „aber auch sie haben eine Ahnung davon, was Ausgrenzung bedeutet, was gerecht und ungerecht ist.“

Die ausführenden Oberstufenschüler äußerten sich positiv über die Teilnahme ihrer Schule an der Aktion: „Ich finde es gut, dass die Schule und damit auch die Schulgemeinschaft sich hier positionieren“; sagte Ekko Stöppler, der gemeinsam mit anderen jungen Leuten seines Kurses den ganzen Tag unterwegs war, um an die tausend Mitschüler zu informieren. Andere nutzten schon den Vormittag, um den knallbunten Schriftzug des Hashtags und der Schule auf den Hof zu malen.


Hunderte Schüler versammelten sich

Als sich die Schüler dann in der zweiten großen Pause zu Hunderten rund um dieses Motiv versammelten, bot sich ein wunderbares, vielversprechendes Bild: „#wirsindmehr – AVH“. Und genau das waren sie in diesen Minuten: Eine überwältigende Mehrheit der Schüler beteiligte sich an der Aktion, schwenkte buntes Papier, hielt das Emblem der „Schule ohne Rassismus“ hoch und verbreitete jede Menge Hoffnung, dass die demokratischen Stimmen im Land wirklich mehr sind, auch wenn man aus den Medien häufig nur von den anderen hört. Obwohl die Schule die Aktion natürlich sehr befürwortet, war es den Schülerinnen und Schülern freigestellt, daran teilzunehmen, betont Sebastian Recklies – und das ohne Angabe von Gründen: „Auch das ist Demokratie.“

„Natürlich ist diese Aktion ein Symbol“, ist sich der Projektkoordinator bewusst, „aber es hat eine tiefe Bedeutung – sowohl in der aktuellen Politik, wo es um Haltung geht, als auch für unsere Schule selbst, an der wir einen guten Austausch und ein respektvolles Miteinander pflegen.“ An der Alexander-von-Humboldt-Schule lernen inzwischen viele junge Menschen unterschiedlichster kultureller und ethnischer Herkunft miteinander und voneinander, die Schule ist fast weltweit mit anderen Bildungseinrichtungen vernetzt. „Für Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung ist hier wirklich kein Platz“, resümiert Gerking. Und so sollte es eigentlich überall sein. „Als Schule Haltung zu zeigen, ist eine gute Aktion“, so Recklies abschließend. „Wir sind dem Aufruf gerne gefolgt und wir würden uns freuen, wenn es uns noch viele andere Schulen gleichtun würden.“


7 Gedanken zu “#wirsindmehr: Vielfalt pflegen, Wertschätzung üben, Haltung zeigen

  1. …die sich hier – wie ich finde vollkommen zu Unrecht – gegen eine Verhetzung oder Instrumentalisierung der Schuljugend verwahren: Mal richtig hinschauen! Da steht „Hashtag“, und nicht Hasstag!

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  2. In der DDR konnte man auch mit Mainstream-Aktionen seine Ergebenheit gegenüber dem Regime zeigen – für die, die nicht mitmachen wollten, wurde es allerdings ungemütlich. Wie sieht es mit sozialem Druck in dieser Schule aus?

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  3. Wir mussten früher – wir nannten es freiwilligen Zwang – in die Gesellschaft für Deutsch – Sowjetische Freundschaft eintreten und fleißig Aktionen durchführen. War schließlich unser „Brudervolk“

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  4. NaJa bei den Kindern haben die noch leichtes Spiel, da können sie ihre Gesinnung noch ohne großen Widerspruch ausleben. Bei denen, die noch nicht Hirngebremst sind, wirds schwieriger.Die Eltern, die zulassen, dass ihre Kinder instrumentalisiert werden, kann ich nicht verstehen, hatten wir das nicht schon 2 mal? und das waren auch Linke und Komunisten.

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  5. Vorbildliche AKTION, Rassismus fängt immer zuerst zu Hause oder in der SCHULE an. HASS macht hässliche siehe AFD „Politiker“ einer schlimmer wie der andere :D

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