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Aus Zeitmangel und aus AltersgründenBenetton schließt, Ledermoden Loos sucht Nachfolger

ALSFELD (akr/ls). Manch einer hat sie bestimmt schon gesehen, die „Wir schließen“- Plakate an den Schaufenstern des United Colors of Benetton in der Alsfelder Obergasse. Doch das ist nicht der einzige Laden, von dem sich die Alsfelder dieses Jahr womöglich noch verabschieden müssen. Findet sich niemand, der den Laden übernehmen möchte, steht Ledermoden Loos vor dem Aus. 



Die Alsfelder Obergasse ist ziemlich leer. Besonders im oberen Abschnitt der Fußgängerzone stehen in unmittelbarer Nachbarschaft insgesamt fünf Ladenlokale leer – ein Stück weiter die Gasse runter folgen nochmal zwei. Wie jetzt bekannt wurde, wird die Alsfelder Obergasse um zwei weitere Geschäfte ärmer: Das Benetton und das Alsfelder Urgestein Ledermoden Loos werden noch in diesem Jahr schließen. Ob sich neue Besitzer finden lassen, steht aktuell noch nicht fest.

Schon öfter gab es Gerüchte, dass das Bekleidungsgeschäft Benetton schließen wird. Voraussichtlich Ende des Sommers soll es nun tatsächlich so weit sein. Wegen der anderen Geschäfte habe man keine Zeit mehr, sich um den Standort in Alsfeld zu kümmern. Außerdem gebe es hier in der Stadt „ein Frequenzproblem“, teilte ein Mitarbeiter mit.

Im Benetton sind die Vorbereitungen für die Schließung bereits getroffen. Fotos: akr

Auch von dem Alsfelder Urgestein Ledermoden Loos müssen sich die Alsfelder voraussichtlich in diesem Jahr noch verabschieden. „Ich werde bald 77 Jahr alt, irgendwann ist es genug“, teilte der Besitzer Herbert Loos auf Anfrage mit. Seit über 40 Jahren ist er schon im Geschäft und seit rund 20 Jahren verkauft er direkt am Anfang der Obergasse in unmittelbarer Nähe zum Pranger seine Lederwaren. Von Jacken über Westen bis hin zu Kleidern: Ein einzigartiger Laden mit einem ganz besonderen Sortiment. 40 Jahre lang hat sich Loos mit seinem Geschäft gut in Alsfeld gehalten. Die Kunden selbst kommen oft sogar von weit her, aus Berlin oder sogar aus den Niederlanden.

Ein kleiner Funke Hoffnung würde allerdings noch bestehen, denn Herbert Loos versucht jemanden zu finden, der seinen kleines Lederwarengeschäft übernehmen möchte. An der Frequenz der Innenstadt habe es nicht gelegen. Besonders deshalb wolle er versuchen, einen Nachfolger zu finden. Finde er allerdings keinen, dann werde er seinen Laden dieses Jahr noch schließen.

Bei Ledermoden Loos wird noch nach einem Nachfolger gesucht.

Auch die Stadt, besonders Wirtschaftsförderer Uwe Eifert, bedauert die Schließungen. „Wir sind schon intensiv dabei Nachmieter für die Fläche von Benetton zu finden und bei Ledermoden Loos helfen wir in enger Absprache mit dem Besitzer bei der Suche eines Nachfolgers, der dieses einzigartige Geschäft übernehmen möchte“, erklärte Eifert auf Nachfrage. Um ein solches Alleinstellungsmerkmal und Alsfelder Urgestein sei es besonders traurig, weshalb man hoffe, jemanden zu finden, der den Laden weiterführen würde. Gelingt das nicht, wird die Obergasse noch ein bisschen leerer. Neun Geschäfte würden dann leer stehen.

7 Gedanken zu “Benetton schließt, Ledermoden Loos sucht Nachfolger

  1. @ Demokrat:
    Demokraten zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass Sie akzeptieren das es andere Meinungen gibt und setzen sich mit diesen konstruktiv auseinander. Finden sie eine Meinung nicht gut so unterbreiten Demokraten eigene – ernsthafte – Gegenvorschläge und stellen diese zur Diskussion. Und all das nicht anonym, sondern mit ihrem richtigen Namen, denn MERKE: richtige Demokraten haben Eier in der Hose!

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  2. War doch abzusehen, der Kunde hat es doch in der Hand !!! Aber das Internet ist jaaaa so bequem. Es ist ja nicht nur in Alsfeld. Das umdenken müsste mal langsam bei den Leuten im Kopf anfangen. Ach ja, und wenn man ein Straßenschild oder ähnliches auf Städtischem Grundstück vor seinem Geschäft aufstellt, kommt ja auch gleich wieder die Städtische Keule und verlangt Gebühren……Ich hoffe ja nur, das sich bald mal was ändert…………in diesem Sinne, einen schönen Tag allen Lesern….

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  3. Ist doch alles gar kein Problem! Bei dem Märchen-Boom, den die Stadt ausgelöst hat, müssen die Bewohner Alsfelds doch bestimmt massenhaft als Froschkönig, sieben Zwerge, Dornröschen oder Aschenputtel eingekleidet werden. Da braucht man einen Kostümverleih an jeder Straßenecke. Und die Alsfeld-Besucher müssen massenhaft Märchensouvenirs kaufen: Königs- und Prinzessinnenkronen, meterlange Rapunzel-Zöpfe, Plüsch-Frösche, Dornröschen-Rosen, Aschenputtel-Aschenbecher u.a.m. Also neben jeden Kostümverleih noch einen Souvenirladen! Da werden die Ladenlokale bald knapp in Alsfelds Altstadt!

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  4. Ruhig? Die Alsfelder werden sich noch wundern wie die Altstadt in 10 bis 20 Jahren aussieht.Der Anfang wurde vor Jahren doch gemacht.
    Die Vielfalt wird zur Einöde wo jeder bei Dunkelheit einen Bogen machen wird. In den größeren Städten ist das jetzt schon zu sehen.

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  5. Man muss diese Geschäfte auch unterstützen wollen statt direkt oder indirekt die Schuld bei der Stadtverwaltung zu suchen, wie es in manchen OL-Beiträgen der Fall ist (den „Dorfbewohner“ nehme ich natürlich aus).

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  6. Ich denke diese Nachfolgersuche dadurch entstanden, das heutige Menschen ihre Dekadenz woanders ausleben. Teuere Elektronik statt Lederware.

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  7. Und wieder wird es ruhiger in der Obergasse. Schade für diese schöne Einkaufsgasse. Ein besonderes Flair ohne Zugpunkte für Shoppingwütige Mitmenschen

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