Heiß erwartet: der Auftritt der Bigband. Foto: Traudi Schlitt

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Großes Schulkonzert der Albert-Schweitzer-Schule sorgt in voller Aula für musikalische HighlightsViele musikalische Jahrgänge, eine europäische Überraschung und ganz, ganz viel Musik

ALSFELD (ol). Den großen Endspurt Richtung Ferien markiert an der Albert-Schweitzer-Schule für alle hörbar in jedem Jahr das große Sommerkonzert in der Aula am Standort Krebsbach. Sehr voll war die weitgeöffnete Halle am Mittwochabend, als zwölf Musikformationen des Gymnasiums – darunter sogar eine aus der französischen Partnerschule – den Gästen zeigten, was sie das Jahr über so erarbeitet hatten und was die Schule an musikalischem Repertoire so zu bieten hat.

Und das ist eine ganze Menge, wie ein Blick in das Programm schnell klarmachte und wie natürlich auch zu hören war: Mit richtig gutem Pop startete die Juniorband unter der Leitung von Martin Wilhelm. In der Pressemitteilung der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld heißt es, sie bot eine erste beeindruckende Performance des Chartstücks „What about us“ – mit einem starken Sänger und zwei ebenso starken Sängerinnen.

Schulleiterin Annette Knieling begrüßte ein erwartungsvolles Publikum und verwies auf die Musik als einen Schwerpunkt der Schule, in der bereits in der 5. und 6. Klasse im Chorprojekt und in Orchesterklassen mit der Profilbildung begonnen wird – eine Arbeit, die kontinuierlich bis in die Oberstufe hinein weitergeführt werde.

Als Überraschung kündigte ihr Stellvertreter Christian Bolduan einen Auftritt von Gästen aus der Partnerschule im französischen Sarrebourg an. In – aus europäischer Sicht – nicht ganz so leichten Zeiten wolle man die seit über 20 Jahren bestehende Partnerschaft mit der Cité Scolaire Mangin intensivieren, erläuterter er, und wie zu diesem Anlass zusätzlich zu den Austauschen einzelne Gruppen einladen und mit einzelnen Gruppen dorthin reisen.

Für eine musikalische Überraschung sorgten die Gäste aus Frankreich. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Das Programm der ersten Hälfte bestreiten stets die jüngeren Schülerinnen und Schüler: Zunächst betrat die Bläserklasse 6 unter der Leitung von Ulrike Schimpf, externe Dozentin der Musikschule, die Bühne und zeigten mit Charlie Parkers „My little Suede Shoes“, einen Klassiker, der die Stimmung des heißen Sommerabends wiedergab, gepaart mit dem Charme der Anfängerinnen und Anfänger. Die Streicherklasse 6 unter der Leitung von Antje Margolf tat es ihnen nach und lieferte mit einer gewagten Kombination der beiden Chartstücke „Havana“ und „Dusk till Dawn“, einen interessanten Beitrag ab, an dessen Ende beide Stücke gleichsam verschmolzen.

Zwei Klarinettistinnen luden dann die Sängerinnen und Sänger des Unterstufenchors aus allen Richtungen zusammen auf die Bühne. Sie schlenderten zu dem Song „Hanging Tree“ aus allen Richtungen zusammen und gaben unter der Leitung von Christina Müller nicht nur dieses Stück mit ganz viel Spaß und Sangesfreude zum Besten, sondern zeigten Abwechslung mit dem Spiritual „Heaven is a wonderful Place“ und dem Tote-Hosen-Song „Unter den Wolken.“

Gute Laune, pfiffige Ideen und ganz viel Freude am Gesang: Der Unterstufenchor.

Die Streicherklasse 5 hatte ebenfalls einen überaus vielseitigen Auftritt: Sie verband unter der Leitung von Arno Pausch ein mexikanisches Volkslied mit Beethovens „Ode an die Freude“ und Jacques Offenbach „CanCan“. Dabei war es beeindruckend zu sehen, was diese Anfängerinnen und Anfänger bereits nach einem knappen Jahr konnten. Schon hier war auch den Lehrkräften in ihren Moderationen anzumerken, dass Können und Geduld zwar eine große Rolle für den Erfolg spielen, dass aber auch der Spaß und der wertschätzende Umgang miteinander von großer Bedeutung sind.

Letzteres unterstrich auch die Bläserklasse 5, die sich – ganz schön mutig für sie als ziemliche Neuanfänger – gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ulrike Schimpf das bekannte und fetzige Stück „The final Countdown“ herausgesucht hatten. Mit Querflöten als Einstieg sollen sie für einen Überraschungsmoment gesorgt haben und zeigten, dass auch junge Bläserinnen und Bläser schon ganz schön gut sein können.

„The final Countdown“ – eine gute Wahl der jungen Bläserinnen und Bläser.

Ein gemeinsames Projekt präsentierten dann die französischen Gäste, die – teils allein, teils im Zusammenspiel mit dem Chorprojekt 6a – eine schöne Auswahl an Gesangsstücken zum Besten gaben, wobei besonders die sehr französisch anmutenden Lieder „Voyage en Italie“ und „Caresse sur l’Océan“ für Urlaubsstimmung sorgten. Die Leiterin der französischen Musikgruppe Hélène Lhussier verschaffte mit ihrer spontanen Solodarbietung der unverwüstlichen Paris-Hymne „Les Champs-Elysées“ dem Publikum einen ganz besonderen Augenblick, bevor die Juniorband mit drei coolen mehr oder wenige neuen Chartstücken ihre Partytauglichkeit unter Beweis stellte.

Europa-Mix: Alsfeld trifft Sarrebourg auf der Bühne.

Den zweiten Teil des Konzerts läutete das Schulorchester unter der Leitung von Arno Pausch ein. Die Musikerinnen und Musiker präsentierten eine sehr schöne und sehr ausgewogene Interpretation von Schuberts „Menuett aus der 5. Sinfonie“ und hatten danach mit „Over the Rainbow“ noch eines der bekanntesten Lieder der 1930er-Jahre einstudiert, das heute besonders in der Version von Israel Kamakawiwo’ole bekannt ist.

Zu jedem Sommerkonzert gehöre die Auszeichnung mit dem Musikpreis der Schule: Fachschaftsleiterin Antje Margolf gab hier zu bedenken, dass es in diesem scheidenden Jahrgang zwar keinen Einzelnen mit absolut herausragendem musikalischen Einsatz gab, dass aber der Jahrgang selbst hochmusikalisch gewesen sei: Zwanzig Abiturienten seien in den verschiedensten Formationen der Schule unterwegs gewesen, viele davon in mehreren gleichzeitig. Und so wichen die Musikverantwortlichen der ASS in diesem Jahr von dem bisherigen Procedere ab, riefen alle zwanzig – nun schon ehemaligen – Schülerinnen und Schüler auf die Bühne und ehrten sie für ihr Engagement.

Das Orchester rahmte die Ehrung ein und machte dann die Bühne frei für den Oberstufenchor unter der Leitung von Antje Margolf, der zunächst mit dem Michael-Jackson-Stück „Man in the Mirror“ glänzte, danach aber sich selbst übertroffen haben soll: Mit einem fast viertelstündigen Abba-Medley rief er, unterstützt von einer kleinen Instrumentalgruppe, Erinnerungen an gute alte Schlagerzeiten und unvergängliche Pop-Klassiker hervor. Das Orchester betrat danach noch einmal die Bühne und gab einen Teil der Geschichte der Prinzessin Turandot zum Besten

Begeisterte mit einem Abba-Medley: Der Oberstufenchor.

Niemand Geringeres als die beste Schulband Hessens stand dann auf der Bühne, und auch der letzten Unwissende – den es vermutlich gar nicht gab – konnte sich davon überzeugen, dass diese Formation unter der Leitung von Martin Wilhelm den Titel im hr-Wettbewerb im Mai völlig zu Recht gewonnen hat. Mit ihrem Auftaktstück „It don’t mean a Thing“ zeigten sie schon eines ihrer Siegerstücke, mit „Bones Tones“ ein zweites und mit „Runaway Baby“ ein neu einstudiertes Stück.

Mit dem Stück „Con te partiró“, besser bekannt als „Time to say Goodbye“ verwies das Streichquintett Q4 nach einem mehr als dreistündigen Programm auf das Ende des großartigen musikalischen Abends. Bevor die Bigband noch mal ihr Können unter Beweis stellte, nutzte die Schulleiterin die Bühne, um sich bei allen Mitwirkenden, insbesondere auch der Lehrerschaft, zu bedanken. Und danach hieß es irgendwann wie immer nach dem Schulkonzert: „Tequila“ und „Cantina Band“ und alle machten mit und freuten sich über einen gelungenen Abend in Alsfeld.

Weitere Eindrücke des Schulkonzertes gibt es hier:

2018-06-06_Schulkonzert (1-juniorband)
2018-06-06_Schulkonzert (2-bläser_6)
2018-06-06_Schulkonzert (3-streicher_6)
2018-06-06_Schulkonzert (5-streicher_5)
2018-06-06_Schulkonzert (9-orchester)
2018-06-06_Schulkonzert (14-knieiling)
2018-06-06_Schulkonzert (15-lehrkräfte)
2018-06-06_Schulkonzert (13-quintett)
2018-06-06_Schulkonzert (10-geehrte)

Ein Gedanke zu “Viele musikalische Jahrgänge, eine europäische Überraschung und ganz, ganz viel Musik

  1. Den Streicher- und Bläserklassen der 5./6. zolle ich höchsten Respekt! So viele Stunden Zeit verbracht mit dem Üben und dann sogar noch vor Publikum gespielt, das merkbar nur auf die Big Band gewartet hat, ihre stolzen Eltern mal ausgenommen! Hut ab, da wartet noch großes auf uns in den nächsten Jahren – so sie weiterüben!

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