Roberta Mollame aus Alsfeld liebt Make-up. Foto: akr

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Sie war unter den Top 20 der NYX Face awards: Roberta Mollame aus Alsfeld im Interview„Ich bin der Meinung, dass Make-Up auch Kunst ist“

INTERVIEW|ALSFELD (akr). Tausende Menschen in Deutschland haben sich beworben, doch nur 20 kamen in die nächste Runde. Um bei den „NYX Face Awards“, einem bekannten Make-Up Wettbewerb, weiter zu kommen, muss man zu den Besten gehören. Auch eine Alsfelderin hat es geschafft: Die 23-jährige Studentin Roberta Mollame. Ein Interview über das Leben der Kunstpädagogik-Studentin, ihre 45-minütige Morgenroutine und darüber, dass Make-Up Kunst ist.

Ein kleiner Raum, voller Lippenstifte, Lidschattenpaletten und Pinsel, soweit das Auge reicht: Hier verbringt die Kunstpädagogik-Studentin Roberta Mollame aus Alsfeld viel Zeit. Es ist der Ort, an dem sie sich künstlerisch austoben kann: Ihr Schminkzimmer – ein Raum, der ein Traum fast jedes Mädchens sein dürfte. Hier bewahrt die 23-Jährige ihre Schätze auf, hier geht sie ihrer Leidenschaft nach. Make-up. Und in diesem Bereich ist sie sehr talentiert.

Bei dem bekannten Make-Up Wettbewerb „NYX Face Awards“, bei dem sie noch bis vor Kurzem teilnahm, hat sie es mit ihren kreativen Ideen sogar unter die Top 20 geschafft. Um das zu schaffen, muss man gut sein. Nur eine unter mehreren Tausend Schmink-Begeisterten die sich beworben haben, kann gewinnen. Eine davon war die Alsfelderin. Wie es dazu kam, wie sie es so weit geschafft hat und wie sich ihr Hobby mit ihrem Studium vereinen lässt, das erklärt die 23-Jährige in einem Interview.

Interview mit Roberta Mollame

Oberhessen-live: Du warst in den Top 20 der NYX Face Awards. Schade, dass du nicht in die Top Zehn gekommen bist. Kannst du trotzdem mal erzählen, worum es in dem Wettbewerb ging?

Roberta: Also NYX ist erstmal eine Kosmetikmarke, die sich zwischen dem Drogerie- und dem High-End-Bereich befindet. Und dieser Wettbewerb ist in Los Angeles entstanden, bei dem Make-Up Artists beziehungsweise auch Laien zeigen können, was man alles mit Make-Up machen kann. Dabei geht es aber nicht hauptsächlich nur um normale Beauty-Looks, die nur „schön“ aussehen, sondern vielmehr um Kreativität und um neue Techniken. Die Jury von NYX wählt dann im jeweiligen Land 20 bis 30 Bewerber aus die in den kommenden Challenges um den ersten Platz antreten – hier in Deutschland wurden 20 Teilnehmer ausgewählt.

Man sollte sich mit einem einminütigen Video auf Instagram bewerben. In diesem Video sollte ein Look präsentiert werden, der etwas aussagt. Dabei geht es auch möglichst um Kreativität. Hat man es dann in die Top 20 geschafft – eine Fachjury hat die Gewinner ausgesucht-, folgt die erste Challenge. Dieses Jahr stand sie unter dem Motto „Vintage Dolls“ und zu diesem Motto sollte dann ein Look geschminkt werden. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Und da hast du dich mit einem Video beworben.

Genau. Ich bin der Meinung, dass Make-Up auch Kunst ist. Deshalb habe ich mich in ein lebendiges Gemälde verwandelt. Ich habe mich zunächst komplett als weiße Leinwand dargestellt, habe mir dann Holy-Festival-Farben, also Farbpuder, ins Gesicht werfen lassen und aus diesem Zufallsprinzip habe ich versucht, einen Look zu kreieren.

Das hat sicherlich ein bisschen zeit in Anspruch genommen.

Ja. Aufwendige Kreationen können schon gut und gerne mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Aber ich mag das und es macht mir Freude. Da ist die Zeit egal.

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

Ich wollte mich eigentlich letztes Jahr schon bewerben, habe mich aber nicht wirklich getraut. Das hat mich im Nachhinein auch ziemlich geärgert. Als der Bewerbungszeitraum für dieses Jahr dann anfing, hat auch mein Freund gesagt, ich solle unbedingt daran teilnehmen und dann habe ich mich dieses Jahr endlich getraut. Ich hätte aber nie damit gerechnet, dass ich direkt in die Top 20 komme, weil sich so viele dafür beworben haben.

Hast du vorher schon mal an Wettbewerben teilgenommen?

Ja habe ich. Die Eigenmarke von Müller, Make-Up-Factory, hat dieses Jahr auch einen Wettbewerb veranstaltet. Der hieß „The next Make-Up Artist“. Der hat sich aber eher im Rahmen der Beauty-Richtung bewegt. Da haben auch richtig viele Leute teilgenommen. In der ersten Runde kamen 500 Teilnehmer weiter, dann 50 und so weiter. Das lief allerdings nicht per Fachjury ab, sondern über Votings. Ich habe es leider ganz knapp nicht in die Top 50 geschafft. Ich war aber trotzdem zufrieden mit meiner Leistung.

Dieser Look ist aus dem Bewerbungsvideo entstanden, als sich Roberta als lebendige Leinwand darstellte. Foto: Roberta Mollame

Roberta: „Ich werde definitiv weiter machen“

Hast du geplant, an weiteren Wettbewerben teilzunehmen?

Nach dem ersten Schock, dass ich es beim Nyx Wettbewerb nicht in die Top 10 geschafft habe, dachte ich mir: Jetzt brauche ich erstmal eine Pause, weil das so viel Kraft und Nerven gekostet hat. Aber ich glaube das war einfach der erste Schock. Nach ein paar Tagen hat sich das aber wieder gelegt und dann dachte ich mir, dass ich nicht aufgeben werde, dass ich definitiv weiter mache, wenn wieder Wettbewerbe anstehen.

Momentan studierst du Kunstpädagogik. Wieso machst du nichts mit Make-Up?

Mein Ziel ist es Make-Up Artist zu werden. Also ich möchte mich später wirklich nur mit Make-Up befassen. Das Problem ist, dass sich heutzutage jeder Make-Up Artist nennen kann, das macht die Konkurrenz dementsprechend groß und den Begriff sehr schwammig. Da ist es dann schon gut, wenn man trotzdem ein Studium in der Rückhand hat. Ich sehe Make-up ja auch als Kunst. Ich male, modelliere, ich mache viel im praktischen Kunstbereich und im Laufe der Jahre hat es sich immer mehr in Richtung Gesicht entwickelt. Ich will auf jeden Fall später Make-up-Artist werden. Die Ausbildung werde ich nach meinem Bachelorabschluss angehen.

Also wird man noch mehr von dir zu hören bekommen?

(lacht) Ja, ich hoffe es.

Roberta möchte Make-up Artist werden. Foto: akr

Auf deinem Instagram-Account bezeichnest du dich selbst als Beautyblogger, was kann man darunter verstehen?

Das ist auch wieder so ein schwammiger Begriff, weil sich eigentlich jeder Beautyblogger nennen kann. Heute spricht man aber seltener von Bloggern, sondern eher von Influencern. Das sind Leute, die der Masse quasi Produkte vorstellen und versuchen ihr Kaufverhalten zu beeinflussen. Ein Beautyblogger stellt beispielsweise neue Beautyprodukte vor und bewertet diese oder macht Tutorials, also Anleitungsvideos wie man sich schminkt.

Make-Up als persönliche Morgenroutine

Als Beautyblogger ist man sicherlich immer perfekt geschminkt. Oder sieht man dich auch mal ungeschminkt?

Das ist immer ganz witzig, denn wenn ich zur Uni gehe, sehe ich manchmal ganz zerfleddert aus. Aber nein, ich laufe nicht immer geschminkt rum, aber größtenteils. Die meisten Menschen kennen mich tatsächlich nur geschminkt. Das ist einfach meine persönliche Morgenroutine. Ich mag einfach gerne kräftiges Makeup. Und für so ein Beauty-Make-Up brauche ich ungefähr 40 bis 45 Minuten. Das wäre dann ein Make-Up für den Alltag.

Dann musst du morgens sicherlich früher aufstehen, um dich zu schminken.

Ja, das definitiv. Ich nehme mir aber gerne Zeit, um mich fertig zu machen. Ich entspanne mich dabei, das ist einfach meine Morgenroutine. Dabei werde ich dann auch erst richtig wach.

Für ihr Make-up nimmt sich die 23-jährige gerne Zeit. Foto: akr

Zum Abschluss: Woher holst du dir denn die Inspirationen für deine Looks? Oder sind das alles Eigenkreationen?

Teils, teils. Ganz oft schau ich mir Künstler und ihre Farbkompositionen an und lass mich dann davon inspirieren. Aber manchmal, das klingt jetzt vielleicht echt bescheuert, habe ich „Visionen“. Wenn ich zum Beispiel schlafen gehe, kommt mir spontan der Einfall: Morgen machst du irgendwas mit gelb und schwarz. Und dann überlege ich mir, wie ich die Farben zusammenstellen will. Und wenn ich dann am nächsten Tag Zeit dafür habe, dann setze ich das um. Das kommt bei mir einfach spontan. Ich sehe jeden Tag anders aus. Ich trage eigentlich nie den selben Look zweimal hintereinander, weil ich es einfach liebe, dass man sich mit Makeup verändern kann, dass ich einfach jeden Tag anders aussehen kann.

Ein paar Eindrücke von Robertas Looks:

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