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Der 25-jährige Oliver Raatz übernimmt Eichenauer Kältetechnik in AngersbachZielstrebig, ehrgeizig und eine gute Portion Mut

SONDERTHEMA|ANGERSBACH (ls). Es war keine Entscheidung, die er einfach so getroffen hat. Viel zu viel gab es zu bedenken und gegeneinander abzuwiegen. Es war also eine Entscheidung hinter der sehr viel steckt. Trotzdem hat er sich dafür entschieden: Oliver Raatz ist der neue Geschäftsführer des Angersbacher Unternehmens Eichenauer Kältetechnik. Anfang des Jahres hat er die Firma offiziell übernommen – und das mit jungen 25 Jahren.

„Das Wichtigste ist für mich überhaupt, dass menschlich alles gut miteinander funktioniert. Danach soll das Unternehmen gefestigt und ausgebaut werden und ich möchte versuchen, es regional noch stärker zu verankern“, ist sich der 25-jährige Oliver Raatz seiner Ziele für das Unternehmen sicher. Eine gute Grundlage, um ein Unternehmen in die Zukunft zu führen. Kurz nach dem Jahreswechsel hat der Mechatroniker für Kältetechnik die Angersbacher Firma Eichenauer Kältetechnik übernommen.

Mit 25 Jahren zum Geschäftsführer

Leicht gefallen ist ihm diese Entscheidung allerdings nicht: „Eigentlich habe ich schon immer darauf hingearbeitet mich irgendwann einmal selbstständig zu machen, aber trotzdem musste ich dann doch etwas länger darüber nachdenken, ob es die richtige Entscheidung ist“, erklärt Raatz. Als er die Stellenanzeige entdeckte passte es dennoch sofort: Kältetechnik, ein logisch guter Standort, ein gut geführter Betrieb, gute Entwicklungschancen und die Nähe zur Familie. „Da musste ich einfach zugreifen und das stand spätestens nach der Besichtigung des Unternehmens eindeutig fest“, sagt er. Nicht zu vergessen: Mit erst 25 Jahren.

Nicht häufig kommt es vor, dass ein junger Mensch die Führung eines Unternehmens übernimmt. Einen Nachteil sehe Raatz in seinem Alter allerdings nicht. „Ich habe praktisch meinen ganzen bisherigen Werdegang daraufhin gearbeitet mich selbstständig zu machen. Gesagt, getan. Nach seiner Lehre als Mechatroniker für Kältetechnik, arbeitete er eineinhalb Jahre als Geselle in der Kältetechnik, absolvierte sein Technik-Studium und machte anschließend direkt seinen Meister. Danach war er für eineinhalb Jahre als Projektleiter in der Schweiz tätig und ist jetzt zurück im Vogelsberg. Hier vereine sich eine perfekte Lage in der Mitte von Deutschland und natürlich die Nähe zu seiner Familie, wie er erklärt.

„Man muss hinter dem stehen, was man tut“

„Es gehört schon eine Portion Mut dazu und vor allem aber auch eine gute Planung und Vorbereitung auf das was kommt, da ist der familiäre Rückhalt sehr viel wert“, sagt der 25-Jährige. Zwar sei er sehr zielstrebig – besonders im Beruf – dürfe dabei allerdings auch der Ausgleich und die private Zeit nicht zu kurz kommen. „Man muss belastbar sein als Geschäftsführer, ehrlich und vor allem muss man hinter dem stehen, was man tut“, ergänzt er.


Hände schütteln zur Übergabe: Bernd Eichenauer übergibt sein Unternehmen an Oliver Raatz, bleibt der Firma aber auch weiterhin erhalten. Foto: tsm

Und das tut er: 1993 wurde Eichenauer Kälte- und Klimatechnik – damals noch unter dem Namen Bernd Eichenauer – von Bernd Eichenauer gegründet und besteht seitdem erfolgreich im Bereich der Kälte und Klimatechnik auf dem Markt. Neben Wartungs- und Serviceangeboten, die Fertigung von Verbundkälteanlagen und Verflüssigungssätzen, die Ausrüstung für Kühl- und Tiefkühlräumen, von Split- und Multi-Split-Klimaanlagen über Geräte zur Luftbefeuchtung und Luftentfeuchtung bis hin zu Sonderanlagen für industrielle Anwendungen, entwickelte sich das Unternehmen immer weiter und vertreibt seit mittlerweile fast vier Jahren auch die Vermarktung von Wärmepumpen und machen dabei mit dem Firmenlogo „VulkanWärme“ auf diesen Bereich aufmerksam.

Ganz verschwinden wird der ehemalige Chef aber nicht: Bernd Eichenauer wird auch weiterhin eine wichtige und unterstützende Funktion im Unternehmen haben und auch weiterhin zusammen mit Raatz die Stammkundschaft begleiten. Auch mit seinem technischen Know-How und Wissen werde er weiterhin zur Verfügung stehen.

Für die Zukunft: Immer neue Ziele setzen

Viel verändern will der neue Geschäftsführer allerdings nicht: „Wir haben nur das Logo etwas angepasst, ansonsten möchte ich auch gerne den Namen beibehalten“, erklärt Raatz. In der Zukunft wolle er das Unternehmen weiter aufbauen und sich vor allem der Kundenbindung widmen. Seinen Fokus wolle er dabei auf die regionalen Supermärkte legen. „Es gibt Großunternehmen, die eine Konkurrenz darstellen, gerade deshalb möchte ich mich auf die regionalen Unternehmen fokussieren“, erklärt Raatz. Und auch umweltbewusstere Klimamittel sollen eingesetzt werden. „Umweltbewusst, ökologisch, ökonomisch und vor allem preisgerecht“, das soll es werden.

Gezweifelt hat Oliver Raatz bislang noch nicht an seiner Entscheidung. „Warum auch?“, fragt er. Denn schon die ersten Tage im Unternehmen haben seine Entscheidung bestätigt: Es war die Richtige. „Man muss einfach den Mut haben, etwas auf die Beine zu stellen. Trotzdem sollte man sich die Sache gut überlegen und sich darauf vorbereiten, was kommen könnte“, sagt Raatz abschließend. Schritt für Schritt hat der zielstrebige, junge Unternehmer auf die Selbstständigkeit hingearbeitet und sich dabei immer wieder neue Ziele gesetzt – genau so soll es auch in der Zukunft weitergehen.



2 Gedanken zu “Zielstrebig, ehrgeizig und eine gute Portion Mut

  1. Junge, erfolgreiche und dynamische Unternehmer braucht der Kreis, um Arbeitsplätze und den Wohlstand der Bevölkerung zu sichern. Klasse!

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