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Junge, neue Rockband First Responder feiert am 13. Mai ihr Debüt mit Live-KonzertFirst Responder: Musik aus der eigenen Feder

ALSFELD (ls). Guns N’ Roses, Led Zeppelin, Deep Purple und die Rhythmus-Helden von AC/DC: Klassische Rockmusik gibt es bei jungen Bands mittlerweile nicht mehr allzu oft – bei der Band First Responder schon und lange hat es gedauert. Am 13. Mai feiern sie ihr Debüt im Alsfelder Plan B. Wer die Band ist, warum es heutzutage nicht mehr viele junge Bands gibt und was das ganze mit der Selbstfindung zu tun hat, das erklärten sie Oberhessen-Live im Interview.

„Ich sage bewusst nie, wir klingen wie die Band X oder Y. Aber na klar, auch wir lassen natürlich unsere musikalischen Eindrücke einfließen“, erklärte der 25-Jährige Marcel Lang, der Lead-Gitarrist der Band nachdem er und seine Kollegen die Instrumente für eine kurze Unterbrechung beiseite legten. Darunter: große Rocklegenden, aber auch die Einflüsse von jedem einzelnen Band-Mitglied – sei es Gitarrist, Sänger, Schlagzeuger, Bassist oder Keyboarder.

Letzte Samstag wurde es nochmal laut im Probenraum der Band – man übte vor dem Auftritt. Fotos: First Responder

Die Band? Das sind der 27-jährige Sänger Tobias Kuhl, Schlagzeuger Marco Greil, am Bass der 24-jährige Johannes Loch, André Hoyer an der Rhythm Guitar, Keyboarder Tobias Greil und Marcel Lang. Ihr Name: First Responder – eine junge, neu gegründete Hardrock-Band aus Alsfeld, die in einem kleinen, aber gemütlichen Probenraum für ihren ersten Auftritt probt. Etwas, das es in der Stadt nicht mehr allzu oft gibt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Schon im Jahr 2004 fingen vier der jungen Musiker an zusammen Musik zu machen, doch schon bald kam der Wunsch nach mehr. „Tobias Kuhl und ich hatten irgendwie Lust mehr zu machen als nur privat zu spielen“, erzählte der 25-Jährige. Vier Jahre später riefen sie also eine Band ins Leben, lange hielt die allerdings nicht. Noch weitere vier Jahre später trennte man sich einvernehmlich. Gut zwei Jahre geschah in Sachen Musik nicht viel, bis sie sich 2014 wieder trafen und beschlossen: Es muss weiter gehen. So kam eins nach dem anderen: Die anderen beiden Musiker kreuzten die Wege der Jungs und First Responder wurde gegründet.

Lead-Gittarist Marcel Lang ist voll in seinem Element.

Seit dem sind ganze drei Jahre vergangen und der erste Auftritt steht schon vor der Tür. Was man in der ganzen Zwischenzeit gemacht hat? Nun: zehn eigene Songs geschrieben und einstudiert, fünf Coversongs nochmal on top und noch viele weitere eigene Songs, die noch in den Kinderschuhen stecken. „Die Frage danach, was wir so lange Zeit im Probenraum gemacht haben, hören wir so oft. Die ersten beiden Jahre haben wir uns eigentlich wieder nur sporadisch zum klimpern getroffen – unplugged Sessions eben. Erst danach haben wir uns so richtig gefunden und waren bereit die ersten Songs zu schreiben“, erklärt der Lead-Gitarrist. Und in diesem Jahr, so beschlossen sie, sollte es endlich auf die Bühne gehen.

André Hoyer an der Rhythm-Guitar. Er sorgt für dem rhythmischen Klang und legt dabei einen wichtigen Grundstein für das Große und Ganze.

Musik entsteht nicht von heute auf morgen

Wie es die Musikgeschichte so schreibt, brauch auch ein so umfangreiches Projekt junger Künstler ein bisschen länger als man sich so etwas vorstellt. „Wir setzen uns unsere Messlatte sehr hoch an und wollen alles aus unseren Fähigkeiten rausholen“, beschrieb Lang den Findungsprozess von First Responder. Dann mache sich ein Lead-Gitarrist vielleicht zu viele Gedanken um das Schlagzeug und wie es die Musikgeschichte schreibe, gebe auch der Keyboarder noch Tipps zu den Gitarrenparts dazu – und das kann dann mal etwas dauern. Im Endeffekt bleibt jedoch ein klar: Jedes Bandmitglied trug zu den Titeln bei – selbst wenn ein Song eigentlich schon fertig war.

Das Songwriting reiße der 25-jährige Lead-Gitarrist gerne mal an sich, bei bei dem Song Infinity zum Beispiel war es von Anfang an ein Zusammengefüge einzelner unfertiger Komponenten: „Tobias Greil hat den Text zu dem Song geschrieben und ich habe den Song musikalisch geschrieben“, sagte der 25-Jährige. Gerade diesen Song mache das dahintersteckende Engagement der Band zu etwas ganz Besonderem. „Das Riff stand schon und das hat uns dazu gezwungen aus dem Song etwas zu machen, wo wir alle einfach über unser Ziel hinausschießen müssen. Genau das ist es aber auch, was den Song am besten beschreibt: eine verdammt gute Nummer“, erklärte der Sänger Tobias Kuhl.

Auch die restlichen Songs der Band richten sich nach aktuellen Themen: Selbstfindung oder auch die „Welt in der Kriege und Waffen den Alltag bestimmen – was nicht heißen soll, dass wir negativ geladene Musik machen“, sagte der Keyboarder Tobias Greil. Ganz im Gegenteil: In jedem Song empfinde die Band das Gefühl von Loslegen, Abgehen und zum Ablegen der negativen Gefühle.

Viele Bands gibt es heute nicht mehr

Nicht mehr viele junge Menschen machen sich heutzutage darüber Gedanken, eine eigene Band zu gründen. Für First Responser liegt der Grund dafür ein paar Jahre zurück. „Die Bedeutung der Musik liegt in der Vergangenheit. Zu gucken, wie die Rockmusik Geschichte geschrieben hat und eben genau das weiterzuführen – das macht ein Spaß“, erklärt Lang dazu. Auch Bandkollege Johannes Loch hat eine Erklärung: „Machen wir uns mal nichts vor, wir stehen nicht auf dem Sunset Boulevard aus den 70er oder 80er Jahren, sondern leben in einer Zeit, in der jeder zum Tablet greifen kann und selbst Musik entwerfen kann. Sie aber noch richtig selbst zu schreiben, das machen nicht viele“. First Responder schon: Sie schreiben handgemachte Musik aus der eigenen Feder. Jeder Ton wird dabei straight aus den Stimmbändern und den Tönen der Instrumente geholt und mit Herz und Leidenschaft zu einem Ganzen zusammengefügt – egal wie weh es tue.

Mit Herz und Leidenschaft wird komponiert, gespielt und vor allem gesungen.

Talentierte Musiker gibt es wohl genug, aber nicht mehr alle sind in der Lage das Geschriebene, Komponierte und Erarbeitete mit Herz umzusetzen – diese sechs Jungs schon. Schon an diesem Samstag geht es los: First Responder feiert sein Debüt. Sie präsentieren ihre Songs und repräsentieren sich damit selbst – jeder einzelne. Und wer weiß, vielleicht werden wir in Zukunft noch mehr von der bislang jungen Band hören.

Geht es nach ihnen, dann auf jede Fall: „Das größte Geschenk und die damit verbundene Anerkennung wäre für uns, wenn die Leute unsere Musik toll finden und sich oder irgendetwas in ihrem leben damit verbinden. Wer weiß, wenn das so ist, vielleicht nehmen wir unsere Songs auch bald schon im Studio auf“, erklärte Marcel Lang bevor er sich wieder seine Gitarre schnappte und die Probe in die nächste Runde ging.

Feinschliff vor dem ersten Auftritt.