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Auffahrt Raststätte Berfa mit wenig Aussicht auf Erfolg10,3 Millionen Euro für Vogelsberger Straßen

LAUTERBACH (cdl). Ob Risse in der Straßendecke, marode Brücken oder baufällige Ortsdurchfahrten Hessen Mobil hat heute in Lauterbach sämtliche Straßenbaumaßnahmen im Vogelsbergkreis im Jahr 2017 vorgestellt. Die Bundesstraße 275 zwischen dem Rixfelder Kreuz und Schloss Eisenbach ist in diesem Jahr während des Prämienmarktes gesperrt. Alsfeld darf sich als einzige Kommune über einen neuen Radweg freuen.

„Diesen einen kleinen Tod mussten wir sterben“, so der Generalbevollmächtigte von Hessen Mobil Ulrich Hansel über die unvermeidliche Sperrung der B 275 während des Prämienmarktes. Das sei in Absprache mit den Städten Lauterbach und Herbstein geschehen. Wenn der Prämienmarkt vier Wochen früher beginnen würde, hätte man sicherlich darüber nachgedacht. Somit sei aber gewährleistet, dass die Baumaßnahme im kommenden Jahr vor dem Prämienmarkt 2018 abgeschlossen werde. Die Radfahrer in Alsfeld und in Romrod dürfen sich dagegen darüber freuen, dass der Radweg zwischen beiden Städten bis Ende des Jahres fertiggestellt wird. Aus Richtung Alsfeld wird der Radweg rechts entlang der Bundesstraße bis zur Pfefferhöhe führen und dort an den bestehenden Radweg angeschlossen.

Auf dem ganzen Kreisgebiet baut Hessen Mobil in 2017 insgesamt an 22 Stellen beziehungsweise setzt begonnene Baumaßnahmen fort. Davon sind vier Bundesstraßen, 14 Landstraßen und vier Kreisstraßen betroffen. Der Bund investiert in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro, das Land 5,2 Millionen Euro und der Kreis 1,8 Millionen Euro in die unterschiedlichen Straßenbauprojekte.

Besonders im Fokus stehen bei Verkehrsteilnehmern und Anwohnern die Baumaßnahmen innerhalb von Ortschaften. Fortgesetzt werden die grundhafte Erneuerung der Ortsdurchfahrten Elpenrod, Udenhausen, Strebendorf, Storndorf und Köddingen. Außerdem starten grundhafte Erneuerungen der Ortsdurchfahrten Rebgeshain und in Bermutshain. Letztere stellt dabei einen Sonderfall dar, weil dort die Stadt Grebenhain zunächst Kanal, Wasserleitungen und Gehwege saniert und im Anschluss Hessen Mobil die Straßen Sanierung übernimmt.

Die vier anstehenden Baumaßnahmen an Bundesstraßen im Überblick

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Denkmalgeschützte Brücke in Pfordt wird in 2018 saniert

Helmut Klein von Hessen Mobil stellte sämtliche Projekte detailliert vor. Über die Baukostenkalkulation wollte er jedoch keine Auskunft geben. Das geschehe erst nach der Vergabe der einzelnen Ausschreibungen. Man baue schließlich für den Steuerzahler und sei zur Transparenz verpflichtet. Sobald die Projekte vergeben seien, könne man die Kosten erfahren. Beispielsweise stehe die Vergabe für die Baumaßnahme in Groß-Felda kurz bevor und dann werde darüber informiert. Für Rebgeshain habe die Vergabe bereits stattgefunden, dort seien die Kosten mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert und am 3. April sollen dort die Bauarbeiten beginnen, verriet Günter Herles von Hessen Mobil. Es sei vorgesehen, dort ohne Winterpause durchzubauen. Kleinigkeiten wie den Kanal könne man immer machen.


Erstmals fand die Vorstellung der Straßenbaumaßnahmen nicht bei Hessen Mobil in Schotten, sondern in Lauterbach in der Kreisverwaltung statt. „Es ist ein Novum, dass Hessen Mobil die Vorstellung in der Kreisverwaltung macht. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Hessen Mobil vertrauenvoll und gut zusammen“, betonte Baudezernent Dr. Jens Mischak. Die Baumaßnahmen beträfen die Verwaltung in vielerlei Hinsicht, auch wenn es sich nicht um Kreisstraßen handele.

Der Vogelsbergkreis gehöre hessenweit mit über 300 Kilometern zum größten Straßennetz. Seit dem 1. Januar 2016 gebe es einen neuen Rahmenvertrag mit Hessen Mobil. „Ich nenne es Rundum-sorglos-Paket. Die Kommunikation läuft immer problemlos“, so Mischak. Eine Maßnahme reiche ins Jahr 2018 hinein. Das betreffe die denkmalgeschützte Brücke in Pfordt. Mit einem Volumen von rund einer halben Millionen Euro werde der Kreis die Brücke ohne Förderung sanieren. Es gebe lediglich einen bescheidenen Beitrag von der Denkmalpflege. „Es wäre schön gewesen, wenn wir die Maßnahme aus Wiesbaden gefördert bekommen hätten“, fügte Mischak an. Auf dem Bild werd ersichtlich, warum man eine denkmalgeschützte Brücke erhalten sollte. „Wir haben eine gemeinsame Lösung gefunden“, ergänzte Klein. Man hoffe mit der Sanierung, die Brücke für weitere 100 Jahre zu erhalten.

Die 14 anstehenden Baumaßnahmen an Kreisstraßen im Überblick

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Wenig Chancen für Auffahrt Raststätte Berfa

Nach der detailreichen Vorstellungen sämtlicher Projekte stellten sich die Mitarbeiter von Hessen Mobil noch allgemeinen Fragen. So kam heraus, dass Hessen Mobil am Bau der A 49 nicht beteiligt ist. Nur ein ganz kleines Stück betreffe den Vogelsberg und in der Schwalm werde über eine sogenannte öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) gebaut. Das werde aber erst in den kommenen Jahren und nicht in 2017 stattfinden. Somit wird dort eine teilprivatisierte Autobahn entstehen.

Außerdem informierte Pressesprecherin Cornelia Höhl, dass bald der Frühjahrsputz von Hessen Mobil entlang der Straßen anstehe. Leider halte dies erfahrungsgemäß nicht lange vor, berichtete Höhl, nachdem sie auf die kürzlich durch die Presse wandernde Situation an der Pfefferhöhe angesprochen wurde. Keine klare Auskunft konnte Ulrich Hansel über eine mögliche Öffnung zum Auf- und Abfahren von Pkw an der Raststätte Berfa geben. Er habe die Diskussion der Presse entnommen, stehe dem ganzen aber kritisch gegenüber. Es gebe zwar Beispiele, wo das Auffahren erlaubt ist, das sei aber nicht die Regel. Dabei gelte es viele Regeln zu beachten und dabei sei nicht nur Hessen Mobil involviert. Letztendlich sei das eine verkehrsbehördliche Angelegenheit. Aufgrund sämtlicher Regularien könne es schwierig werden das Anliegen umzusetzen. Alleine die Zufahrt von der Landesstraße zur Raststätte liege an einem kritischen Punkt, ergänzte Herles.

Die vier anstehenden Baumaßnahmen an Kreisstraßen im Überblick und Ausblick

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