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"Der deutsche Schuldkomplex" war das Thema eines Vortrags des AfD-Politikers Martin HohmannAfD: „eine neue Lesart der deutschen Geschichte“

STORNDORF (cdl). Einer der wohl streitbarsten deutschen Politiker der Gegenwart, Martin Hohmann, war am Donnerstagabend in der Ideenschmiede in Storndorf zu Gast. In der beinahe bis zum letzten Platz gefüllten Gasstätte sprach er zum Thema „der deutsche Schuldkomplex“.

Nachdem Hohmann seine Version der deutschen Geschichte kundgetan hatte und die Diskussion beginnen sollte, meldete sich ein Bürger. „Was Sie hier betreiben, ist Geschichtsklitterung allererster Güte“, begann der sichtlich entsetzte Gast. Im Anschluss hielt er eine Gegenrede angereichert mit historischen Fakten. Es dauerte nicht lange, bis AfD-Mitglieder versuchten, ihm den Mund zu verbieten. „Lassen Sie den Mann ausreden, wir sind eine demokratische Partei“, forderte Hohmann das Publikum auf.

Natürlich sollten die Leute Fragen stellen und kein Co-Referat halten, gab er zu bedenken. Er habe in seinem Vortrag die bekannten Fakten absichtlich ausgelassen, weil er lediglich auf Ereignisse fernab der „Mainstreammedien“ aufmerksam machen wollte und in einem 30-minütigen Vortrag gar nicht auf alle Zusammenhänge eingehen könne.

Noch vor Hohmanns Vortrag machte der stellvertretende Sprecher des Vogelsberger AfD-Kreisvorstands Steffen Rühl deutlich, dass alle Parteien nach links gedriftet seien und somit den Aufstieg der AfD selbst verschuldet hätten. Holger Doktorowski vom AfD-Kreisvorstand erklärte kurz die Ziele der AfD. Sie wolle keine „schwarzgelben Sozialromantiker“, nicht der „Zahlmeister der EU“ sein, keine „kriminellen Ausländer“, „No-go-Areas“ und die Kultur und Tradition bewahren.

Hohmann: „Wir wollen die Macht“

Dann war auch schon Hohmann an der Reihe und begann mit dem Satz: „Ohne Geschichte versteht man die Gegenwart nicht.“ Er selbst könne in seinem kurzen Vortrag das Thema nur schlaglichtartig vorstellen. Jedoch wolle er die Deutungshoheit der „Altparteien“ und „Mainstreammedien“ durchbrechen und für die AfD in Anspruch nehmen. „Wir wollen die Macht“, so Hohmann. Man wolle regieren und würde die CDU lediglich als Juniorpartner akzeptieren, mit einem Verhältnis von 90 zu zehn.

Zwölf Jahre Nationalsozialismus mit Holocaust seien der Kern des deutschen Schuldkomplexes. Dabei würden die Jahre 1871 bis 1914 in Vergessenheit geraten. In diesen Jahren hätten die Deutschen große Fortschritte gemacht. Daher sei Neid bei Briten und Franzosen entstanden. Das sei ebenfalls ein Grund für den Ersten Weltkrieg gewesen. Im Anschluss sprang er wild in Jahren hin und her. Das Ende und die Folgen des Ersten Weltkrieges, die Nürnberger Prozesse oder der Historikerstreit waren weitere Aspekte seines Vortrags. Hinzu kam seine ganz eigne Sichtweise über den Überfall von Hitlerdeutschland auf Polen.

Dabei verteilte er Spitzen gegen Angela Merkel, Franzosen, Briten und die USA. Seine Lieblingsfeinde waren jedoch die „Linken Historiker“ Jürgen Habermas und Theodor W. Adorno (Anmerkung der Redaktion: Weder Habermas noch Adorno waren Historiker) sowie die 68er, die maßgeblichen Anteil, an dem nach seiner Auffassung falschen Geschichtsbild der Deutschen hätten. „Die 68er haben einen Schuldkult aus der deutschen Vergangenheit gemacht. Man kann von einer Ersatzreligion sprechen.“ Das Erstarken der AfD sei die Wiederherstellung der demokratischen Werte. „Wir kuschen nicht vor dem Geschichtsbild“, so Hohmann. „Der AfD reicht die Wahrheit. Sie wird uns freimachen“, schloss Hohmann seinen Vortrag.

Angst vor Entfremdung und Islamisierung

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die meisten Zuhörer aus Angst vor Entfremdung und Islamisierung gekommen waren. Daher forderte Hohmann von der CDU Wiedergutmachung. Es solle ein“ Remigrationsministerium“ geschaffen werden. „Wir können keine islamistisch geprägten Menschen mit unserer westlichen Kultur zusammenbringen. Das ist wie Feuer und Wasser“, wetterte Hohmann. Man müsse die Muslime wieder nach Hause schicken, um den inneren Frieden zu wahren. Darüber hinaus müsse das Grundrecht auf Asyl abgeschafft werden.

Der Kreisvorsitzende der AfD Gießen, Uwe Schulz, forderte alle Anwesenden dazu auf, sich aktiv einzubringen. Sie sollten Plakate kleben, Broschüren austragen oder Briefsendungen einwerfen.

*Ein Kommentar zur Veranstaltung der AfD erscheint um 14 Uhr

9 Gedanken zu “AfD: „eine neue Lesart der deutschen Geschichte“

  1. @Kommmaklar
    Die Wahlergebnisse der letzten Zeit sind doch eindeutig.Dass natürlich von einigen noch schnell die Demokratie abgeschafft werden soll,ist mir klar.Die Pseudo-Demokraten haben Angst zur Rechenschaft gezogen zu werden. Aber das kommt. Warum soll man denn nicht jemand zur Rechenschaft ziehen der Deutschland kaputt macht? Funktioniert doch auch für Verbrechen die vor über 70 Jahren begangen wurden. Deshalb hoffe ich jeder der seinen Amtseid verraten hat (und Mitläufer) auch zur Rechenschaft gezogen wird.

  2. …sag ich doch immer, das Land ist gespalten in „für“ und „gegen“.
    Dazwischen gibt es nichts mehr.
    Die bisherigen Altparteien fühlen sich wie Gott in Frankreich und wünschen sich die Diktatur zurück, die Aussage von Kommmaklar spricht hier eine deutlich Sprache. „Weg mit der AFD!“
    Dann müssen sie sich aber auch gefallen lassen, das es Leute gibt die klar sagen, weg mit Merkel !
    „….dann kommt ein Videoausschnitt“, also auch weg mit der Zeitung Focus und Focus online und Herrn Markwort….nur weil er in der Öffentlichkeit Fakten bringt ???“
    Neulich habe ich mal in einer politischen Sendung ARD/ZDF gehört, das in den deutschen AG`s bisher nur 15 Flüchtlinge und im öffentlichen Dienst bisher 0 Flüchtlinge beschäftigt sind. Warum ? ….klar, Lügenpresse !
    Chemnitz grüßt den Rest der Welt und Herrn Kommaklar.

  3. Kennt man doch aus den Interviews der AFD. „SO habe ich das nicht gesagt…“ dann kommt ein Videoausschnitt, in dem er es so sagt… und dann kommen alle mit „Lügenpresse“ :D für mich ein schlechter Witz. Ich glaub ihnen kein Wort. Weg mit der AFD!

  4. Einer der zentralen Sätze, an dem sich unsere Empörung über die AfD festmacht soll so nicht gesagt worden sein?
    Das kann ja eigentlich nicht sein. Sollte der Autor etwa versucht haben zu manipulieren? Unglaublich

  5. Zitat aus dem Beitrag

    „Der Kreisvorsitzende der AfD Gießen, Uwe Schulz, forderte alle Anwesenden dazu auf, sich aktiv einzubringen. Sie sollten Plakate kleben, Broschüren austragen oder Briefsendungen einwerfen. Und dann sagte Schulz: „Deutschland muss sich nicht schämen, Europa zu zerstören.““

    Ich habe den Satz „Deutschland muss sich nicht schämen, Europa zu zerstören“ niemals gesagt. Es ist infam, diese Behauptung aufzustellen und in ein Zitat zu kleiden. Es geht darum, Europa eben nicht zerstören zu lassen, schon gar nicht durch Deutsche oder Deutschland. Es ist interessant, mit welchen Lügen, Absurditäten und Falschwiedergaben versucht wird, die AfD zu diffamieren.

    Uwe Schulz, AfD Giessen

  6. „Fakten, Fakten, Fakten“ waren die Schlagworte eines sehr geschätzten Verlegers.(Fokus)
    Dieser Viertklässler-Aufsatz sagt mir persönlich nichts.

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