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Alsfelder Regionalmuseum erhält Unterstützung vom Museumsverband und der Stadt AlsfeldUnterstützung für Geschichts- und Museumsverein

ALSFELD (cdl). Am Donnerstagnachmittag hat der Geschichts- und Museumsverein Alsfeld von Dr. Thomas Wurzel einen Projektfördermittelbescheid in Höhe von 36.900 Euro des Landes Hessen für privatrechtlich geführte Museen für das Jahr 2016 erhalten.

Die zweckgebundenen Mittel fließen in die Sicherung der Sammlung des Museums im Zuge der Sanierungsarbeiten des Neurath-Haus. Im Beisein von Bürgermeister Stephan Paule und des Vorstandes des Geschichts- und Museumsvereins ging es in das seit vergangenem Jahr geschlossene Museum. Bei einem Rundgang stellte Innenarchitekt Peter Kneip die vorläufigen Pläne für das Regionalmuseum vor. Spätestens im Jahr 2022 soll das Museum zur 800-Jahrfeier der Stadt Alsfeld und zum 125-jährigen Bestehen des Geschichts- und Museumsvereins wieder geöffnet sein.

Doch bis dahin liegt noch viel Arbeit vor allen Beteiligten. „Wir Ehrenamtlichen tun alles, um das Projekt mit allen Kräften zu unterstützen“, so Jochen Weppler, Vorsitzender Geschichts- und Museumsverein. Alleine die Menge der Ausstellungsstücke zu bewegen und hin und her zu schieben stellt einen enormen Aufwand dar. Die historischen Gegenstände müssen sorgfältig verpackt und zwischengelagert werden, ohne dass sie Schaden nehmen.

„Ich erinnere mich daran, dass der Aufbau eines Regionalmuseum in Alsfeld und einer Museumslandschaft vor vielen Jahren in Hessen Leuchtturmcharakter gehabt hat“, so Dr. Wurzel. Das sei aber leider in den vergangenen Jahren aufgrund von fehlenden Fördermitteln des Landes Hessens etwas eingeschlafen. Daher lobte er die ehrenamtlichen für ihr großes Engagement. Laut seiner Erinnerung sei es das erste Mal, dass der Museumsverband Mittel für die Sicherung einer Sammlung zur Verfügung stelle. „Wie wir alle wissen, ist Museum nicht nur Haus, sondern auch Inhalt“, betonte Dr. Wurzel.

Geschichts- und Museumsverein führte durch die Baustelle Regionalmuseum

Fast zwei Drittel der Kosten müssten für Räumung, Aufbewahrung und Restaurierung des Museumsguts aufgebracht werden, erläuterten die Vorstandsmitglieder des Geschichts- und Museumsvereins während des Rundgangs. Restauratorin Antje-Nicola Kreuzberg informierte über die aufwendigen Arbeiten. Dabei gab sie einen Einblick in ihre Arbeit und die ihrer Kollegen. Damit die Gegenstände nicht weiter als nötig transportiert werden müssen, hat man einen Raum im Regionalmuseum zum Lagern und zum Restaurieren eingerichtet. Michael Hölscher bei der Stadt Alsfeld für „sonstige städtische Gebäude“ verantwortlich ergänzte, dass das Gebäude weiterhin beheizt und entfeucht werden müsse, um die wertvollen Ausstellungsstücke nicht zu gefährden.


Innenarchitekt Kneip beschrieb in aller Ausführlichkeit die Planung der einzelnen Räume. Das komplette Gebäude soll barrierefrei zugänglich werden. Viele ältere Touristen hätten in den vergangenen Jahren vor der Wendeltreppe haltmachen müssen. Daher wird ein Aufzug installiert, der sogar bis unter das Dach reicht, damit dort Gegenstände im Magazin aufbewahrt werden können. Die Barrierefreiheit sei für ein Museum ein ganz wichtiger Zukunftsfaktor, ergänzte Dr. Wurzel. Denn immer mehr Besucher hätten Rollatoren und hinzukomme, dass Barrierefreiheit nicht nur den Zugang, sondern auch Dinge wie Beleuchtung beinhalte, weil die Leute auch die Erläuterungen lesen können müssten.

‚Café Zünftig‘ und Filmsaal mit separtem Zugang sind in Planung

Geplant sind ein innerer und ein äußerer Rundgang, um verschiedene Aspekte in den Vordergrund zu heben. Beispielsweise soll es einen Raum für Trachten geben, vier Bereiche für sakrale Kunst und ein Tapetenkabinett. Aus dem bisherigen Zunftsaal könnte das ‚Café Zünftig‘ werden, erläuterte Kneip. Man habe dort die Möglichkeit eine Küche einzubauen und Toiletten seien vorhanden. Außerdem könne man das Café mit separatem Zugang vom Museum abschotten.

Direkt neben dem Café ist ein frei zugänglicher kleiner Filmsaal in Planung. Da es von dort keinen Zugang zum Museum geben soll, könne der Raum für Sonderveranstaltungen des Cafés oder des Geschichts- und Museumsvereins genutzt werden. Ein Multifunktionsraum, der unabhängig vom Museumsbesuch ist, aber auch für Einführungen vor dem Besuch genutzt werden könne, um zum Besuch anzuregen. „Ein kurzer Trailer über die Stadtgeschichte, könnte Touristen dazu verleiten das Museum zu besuchen“, so ein Mitglied des Geschichts- und Museumsvereins.

„“Für uns ist wichtig zu sehen und zu wissen, in welchen Etappen es weiter geht“, so Dr. Wurzel. Das sei wichtig, damit der Museumsverband den Umbau des Regionalmuseums jährlich weiter fördern kann. „Wir wollen das auf jeden Fall gemeinsam zu Ende bringen“, so Weppler. Es sei bereits so viel getan worden. Dr. Wurzel bekräftigte, dass der Zeitraum von sechs Jahren eine überschaubare Perspektive sei und man zusammen mit der Stadt Alsfeld guter Dinge sei das Regionalmuseum bis zur Wiedereröffnung unterstützen zu können.

Anerkannt ist für das Jahr 2016 eine Fördersumme von 61.405 Euro, so Dr. Wurzel. Die Gegenfinanzierung müsse durch den Verein gestemmt werden und das sei seines Wissens nach auch der Fall. „Es handelt sich im Übrigen um eine städtische Zuwendung“, erklärte Paule zum Differenzbetrag von 36.900. Die Stadt übernimmt somit 24.505 Euro der Summe.