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CDU/FWG ignoriert den Ortsbeirat Zell – Parkplatzbau um jeden Preis?SPD wünscht einen Parkplatz ähnlich wie in Mücke

ROMROD (ol). Mit Unverständnis hat die SPD-Fraktion der Romröder Stadtverordneten auf die Beschlussempfehlung der Fachausschüsse zur Park & Ride Anlage des Zeller Haltepunkts an der Vogelsbergbahn reagiert.

Entgegen des ausdrücklich geäußerten Wunsches des neuen Zeller Ortsvorstehers, Stadtverordneter Arndt Planz, haben der Romröder Haupt- und Finanzausschuss (HFA) und der Bau- und Umweltausschuss am vergangenen Dienstag für die Stadtverordnetenversammlung eine Empfehlung für einen Parkplatz der „Variante 6“ beschlossen. Das teilte die SPD in einer Pressemeldung mit.

„Da ich selbst als HFA-Mitglied am Dienstag beruflich verhindert war und der Ortsvorsteherstellvertreter ebenfalls nicht anwesend sein konnte, hat Jörg Gaudl meinen Standpunkt in der Sache vorgetragen. Sollte ein Beschluss gefasst werden, brauchen wir den Ortsbeirat nicht mehr“, so Planz. Er wundere sich über den Beschluss der Ausschüsse allein deshalb, weil im Vorfeld in der Sache viele Anfragen von Zeller Bürgern bei ihm eingegangen seien, die wie er, von der Sache erst mit der öffentlichen Einladung erfahren hätten und Fragen an ihn hatten.

„Wenn man 100.000 Euro für 20 Parkplätze ausgeben will, sollte man sich schon ausreichend Zeit nehmen und alle betroffenen Gremien anhören. Die Hessische Gemeindeordnung sieht dass auch so vor, wobei die Reihenfolge auch den Respekt gegenüber den einzelnen Gremien zeigt. Nicht nur als Zeller, sondern als Stadtverordneter für die gesamte Gemeinde war und ist das für mich immer oberste Prämisse“, erläutert Planz.

Der Zeller Bahnhofsvorplatz aus einer anderen Perspektive.

Der Zeller Bahnhofsvorplatz aus einer anderen Perspektive.

Fraktionsvorsitzender Gaudl ergänzt die Sache nochmal aus Sicht der gesamten Fraktion. „Wir haben nicht gegen die Drucksache gestimmt, weil wir gegen den Parkplatz sind, sondern weil es uns zu schnell geht. Gerade der Schnellschuss im letzten Jahr, als die Parkplätze direkt an der Straße „Am Bahnhof“ entstehen sollten, zeigt, dass Vorsicht geboten ist. Damals wurde auch gesagt, das könne so beschlossen werden. Es ist von Grund auf falsch bei Projekten, die auf die nächsten Jahrzehnte abgestellt sind, solch einen Zeitdruck aufzubauen. Auch wäre es normal, den Ausschüssen erst die bevorzugte Variante vorzustellen und dann den Stadtverordneten Zeit zu geben, diese zu prüfen und Argumente aus dem Ortsbeirat abzuwägen. Stattdessen wurde in der gleichen Sitzung von der CDU/FWG Fraktion eine Entscheidung herbeigeführt. Es geht doch nicht darum, die schönste, sondern die sinnvollste Variante zu beschließen.“

Auch moniert Gaudl, dass die schon Anfang des Jahres bei der Bürgermeisterin angeforderten Variantendarstellungen erst am Tag der Ausschusssitzung bei Planz eingegangen waren. „Es gibt sechs Varianten und bis Dienstag kannten wir noch nicht alle“, so Gaudl. „Ich kann nachvollziehen, dass die Bürgermeisterin zeitnah beschließen lassen will. Ihre Sorge, dass das RMV-Förderprogram ausläuft, wurde schon letztes Jahr vorgebracht. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, dass die CDU/FWG Fraktion sich den sachlichen Argumenten aus Prinzip entgegengesetzt hat, weil sie von der SPD-Seite vorgetragen wurden. Im Wahlprogramm hatte sich CDU/FWG doch Bürgernähe, Beteiligung der Ortsbeiräte und Politik in der Sache auf die Fahnen geschrieben.“

In diesem Zusammenhang bedauert Gaudl, dass es Bürgermeisterin Dr. Richtberg seit Abriss des Bahnhofsgebäudes immer noch nicht geschafft habe, dass für den Bahnhofsvorplatz fehlende Grundstück von der Deutschen Bahn zu erwerben. Das fehlende Stück erschwere unnötig die Planungen und verhindere eine Komplettlösung. Wie diese aussehen könnte, könne man am Bahnhof Mücke sehen. Eine stimmige Gestaltung des gesamten Areals sehe für ihn anders aus. „Aber dafür gibt es wohl derzeit weder eine Mehrheit, noch den Willen die erforderliche Bausumme aufzubringen.“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende abschließend.

Für die Genossen ist das Parkplatzkonzept in Mücke gut gelungen.

Für die Genossen ist das Parkplatzkonzept in Mücke gut gelungen.

 

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