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Er ist wieder hier: Jonathan Kluth spielte am Mittwochabend im Zuge seiner „Spaces Tour“ wieder in seiner Heimat„Ich möchte Musik für Menschen machen“

ALSFELD. Schon seit vier Jahren lebt er in Berlin, seine wahre Heimat ist und bleibt allerdings Alsfeld. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass Jonathan Kluth auf seiner aktuellen „Spaces Tour“ zwischen Großstädten wie Köln, München oder Hamburg auch einen Zwischenstopp in Alsfeld einlegt. Am Mittwochabend spielte er in der Clubbar „Plan B“. Was er hier macht, was er uns vorzustellen hat und wie Jonathan als Mensch ist, das wollte Oberhessen-Live von ihm wissen.

Oberhessen-Live: Okay, fangen wir erst mal mit ein paar allgemeinen Fragen an. Erzähl doch mal in kurzen Sätzen: Wie hat das alles angefangen?

Jonathan: Also angefangen hat das alles schon da war ich noch total klein. Ich habe Geigenunterricht genommen – dafür hab ich meine Eltern so lange genervt bis ich endlich durfte. Ich glaube da war ich vier oder fünf und dann habe ich zehn Jahre Geige hier in Alsfeld gelernt. Als dann so die Nirvana-Phase angefangen hat, bin ich auf E-Gitarre umgestiegen. Seit dem habe ich auch meine eigenen Songs geschrieben, aber natürlich noch mein Abi fertig gemacht und mein Zivi auch hier in Alsfeld. Dann bin ich zum Gitarre studieren nach Mannheim gezogen und wohne mittlerweile seit vier Jahren in Berlin. Die Songs, die ich jetzt so spiele auf Tour und bei Auftritten, mit denen bin ich jetzt so seit vier bis fünf Jahren unterwegs.

Oberhessen-Live: Warum bist du gerade hier in Alsfeld und was stellst du uns hier vor?

Jonathan: Also Alsfeld gehört zu meiner Tour und ich habe hier einen Auftritt. Momentan arbeite ich an meinem zweiten Album, das ich im Herbst rausbringen möchte und da bin ich gerade dabei die ersten Songs mal live den Leuten vorzustellen, ein paar alte Sachen mal aus meinem ersten Album wieder zu spielen und das mal so auszuprobieren. Außerdem will ich ein bisschen für die Crowdfunding werben für das neue Album. Darum geht es so in etwa auf der Tour.


Oberhessen-Live: Du spielst auf deiner Tour in vielen großen Städten. Wie ist es für dich hier den Gegensatz zu erleben und vor dem heimischen Publikum zu spielen?

Jonathan: Ja, ich freu mich natürlich riesig. Es sind ja viele bekannte Gesichter dabei. Das ist auf jeden Fall total schön und gleichzeitig auch aufregend, weil wenn man sich dann kennt, möchte man natürlich auch wissen was sagen die dazu, wie gefällt es ihnen. Es gefällt natürlich nicht immer jeden, es ist nicht jedermanns Sache, aber das macht es ja auch so spannend.

Jonathan hat sich über die Jahre hinweg in Alsfeld eine große Fangemeinschaft aufgebaut, die er an diesem Abend wieder zahlreich in die Alsfelder Clubbar "Plan B" lockte und mit neuen, sowie alten Songs überzeugte. Foto: kiri

Jonathan hat sich über die Jahre hinweg in Alsfeld eine große Fangemeinschaft aufgebaut, die er an diesem Abend wieder zahlreich in die Alsfelder Clubbar „Plan B“ lockte und mit neuen, sowie alten Songs überzeugte. Foto: kiri

Oberhessen-Live: Welchen Anspruch erhebst du denn selbst an dich als Musiker?

Jonathan: Ich möchte auf jeden Fall Musik für Menschen machen und nicht nur für mich. Aber natürlich soll sie auch nicht nur für irgendwen anders sein, das muss ein gute Mischung aus beidem sein. Konzerte, Musik, Alben – es kommt erst bei 100 Prozent zusammen, in einer Gruppe, mit der man Musik zusammen erleben kann. Ich habe schon den Anspruch, dass wir coole Konzerte spielen, dass die Songs Spaß machen und dass man eine coole Zeit zusammen hat.


Oberhessen-Live: Wie schafft man es als Musiker trotz allem bodenständig zu bleiben?

Jonathan: Ich toure jetzt schon seit ein paar Jahren, aber es ist nicht so, dass sich dadurch jetzt so wahnsinnig viel ändert. Ich mache total gerne Musik und spiele gerne Konzerte – man trifft viele Menschen und ich freue mich, wenn viele Menschen zu den Konzerten kommen. Das ist aber so wie mit allem: Wenn man stehen bleibt oder sich zu lange ausruht, dann wird man faul oder schläft ein, aber solange man weiter macht und weiterhin Bock darauf hat, dann kann da eigentlich nichts passieren.

Oberhessen-Live: Jetzt haben wir viel über dich als Musiker gehört. Wir möchten wissen, wer du als Mensch bist. Nach was bist du süchtig?

Jonathan: Kaffee – und Musik.

Oberhessen-Live: Was ist deine erste Kindheitserinnerung?


Jonathan: Ein großer, sehr großer Hund kommt mir entgegen und ich kann grade so laufen – ich fall natürlich um, weil ich mich so erschrecke.

Oberhessen-Live: Dein Soundtrack fürs Leben?

Jonathan: Mhm… Das ist eine richtig schwierige Frage für mich. Alle Musik die es gibt glaube ich – oder fast alle.

Oberhessen-Live: Was würdest du niemals auf einer Bühne tun?

Jonathan: Ich würde in paar Sachen niemals auf der Bühne tun. Ich würde mich auf der Bühne nicht ausziehen. Und ich würde niemals Sachen machen, die ich nur Zuhause machen will.


Oberhessen-Live: Was ist dir schon Unangenehmes auf der Bühne passiert?

Jonathan: Ich bin schon mal von einer Bühne runter gefallen, habe mir zum Glück nichts gebrochen. Ich bin schon mal in ein Schlagzeug reingefallen. Es gehen mir die ganze Zeit Gitarrensaiten kaputt und irgendwann sind die leer und dann ist es sehr unangenehm, wenn man nicht fertig spielen kann. Es passieren wirklich viele lustige Dinge auf der Bühne.

Oberhessen-Live: Was darf auf einer Tour nicht fehlen?

Jonathan: Liebe Menschen, mit denen es Spaß macht Zeit zu verbringen, und gutes Wetter. Und ganz wichtig: Der Spaß an der Musik.

Oberhessen-Live: Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft?


Jonathan: Mein größter Wunsch für die Zukunft ist – neben Weltfrieden – dass man einmal mehr überrascht wird, dass Menschen menschlich sind und nicht nur böse, sondern dass sie wirklich gut sind und dass man die gemeinsame Zeit miteinander genießt.

Oberhessen-Live: Hast du ein Ritual vor deinen Auftritten? Wenn ja, was ist das?

Jonathan: Wenn wir zusammen unterwegs sind, dann nehmen wir uns ein bisschen Zeit zusammen, um runter zu kommen, nehmen uns vielleicht mal in den Arm und manchmal schreien wir uns auch einfach mal an, um uns ein bisschen anzusticheln, das kommt darauf an.

Oberhessen-Live: Was vermisst du am meisten wenn du an die Vergangenheit zurück denkst?

Jonathan: Ich freue mich über die Dinge, die ich erleben konnte. Ich vermisse manche Menschen, denen ich nicht mehr so oft begegnen kann oder auch gar nicht mehr begegnen kann, aber ich freue mich über das, was bisher passiert ist.


Oberhessen-Live: Welche Eigenschaft magst du am meisten an dir? Und welche magst du nicht?

Jonathan: Am meisten mag ich, dass ich zuhören kann und dass ich ehrlich bin. Dass ich manchmal sau ungeduldig bin und das ich mich manchmal nicht zurückhalten kann, ist weniger gut in manchen Situationen.

Oberhessen-Live: Eine letzte Frage noch: Berlin oder Alsfeld? Was ist deine wahre Heimat?

Jonathan: Meine wahre Heimat ist natürlich Alsfeld. Ich bin sehr gerne in Berlin aber hier in Alsfeld ist meine Familie und mein Zuhause.

Oberhessen-Live: Jonathan, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast damit wir und unsere Leser dich als Mensch genauer kennenlernen durften.


Jonathan ist nicht nur Musiker, er ist ein bodenständiger junger Mann mit viel Humor und einer gewaltigen Stimme. Foto: kiri

Jonathan ist nicht nur Musiker, er ist ein bodenständiger junger Mann mit viel Humor und einer gewaltigen Stimme. Foto: kiri

Von Luisa Stock 

O oder L? Die kurze Fragerunde mit Jonathan Kluth

Nach einem einführenden Interview, in dem wir Jonathan als Mensch schon genauer kennenlernen durften, gingen wir noch einen Schritt weiter und stellten Jonathan witzige, schnelle und teilweise persönliche Entscheidungsfragen. 90 Sekunden mit Jonathan Kluth in einer schnellen Fragerunde sehen Sie im nachfolgenden Video.