Daniel Czaja steuerte einige sehenswerte Treffer zum Sieg der Alsfelder bei. Archivfotos: Kierblewski

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HANDBALL: Herren des TVA nahm den Favoriten im Derby zwei Punkte abDerby-Sieg der „Verschworenen Gemeinschaft“

ALSFELD/HERSFELD (ol). Die Vorzeichen standen nicht gut – fünf Stammspieler fehlten dem TV Alsfeld, als er Samstag die Reise nach Hersfeld antrat. Doch  mit der richtigen Taktik und Teamgeist sorgten sie für eine Überraschung: Sie nahmen den Hersfelder Favoriten in der eigenen Halle mit einer starken Mannschaftsleistung zwei Punkte ab.


Dieses Ergebnis hätte im Vorfeld der Partie wohl niemand erwartet – gerade auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Badestädter im Verlauf der Runde zu Hause lediglich drei Zähler abgegeben hatten.

Hinzu kam noch, dass die Alsfelder stark ersatzgeschwächt angereisesen mussten: Ohne die Verletzten Jakob Räther und Marc Imberger sowie die verhinderten beziehungsweise erkrankten Mike Decher, Jochen Stradal und Tomislav Zidar. Offensichtlich gelang es Spielertrainer Michael Stock dennoch, die Spieler mit der richtigen Taktik einzustellen: „Wir müssen langsam spielen und mit Kreuzbewegungen den starken Hersfelder Mittelblock in Bewegung bringen. Gleichzeitig in der Deckung stabil bleiben und wenige Gegenstöße zulassen. Wenn dann noch unser Torwart einen „Sahnetag“ erwischt, können wir vielleicht etwas mitnehmen.“

Dieses Vorhaben gelang zu Beginn gut, nach 15. Minuten stand es lediglich 4:2. Bereits hier zeigten beide Torhüter (Kai Hüter und Malte Nelling) schon starke Paraden.

Spielertrainer Michael Stock (l.) stellte seine Mannschaft taktisch richtig ein und leistete auch einen beachtlichen Beitrag zum Sieg.

Spielertrainer Michael Stock (l.) stellte seine Mannschaft taktisch richtig ein und leistete auch einen beachtlichen Beitrag zum Sieg.

Danach spielten die Hersfelder technisch Überlegen auf, Alsfeld gelang kein richtiger Zugriff mehr. Das Team von Trainer Dragoslav Negovan bis in die 22. Minute auf 10:5 davon zog.

Aber es kam anders als die rund 350 einheimischen und ca. 50 Gästefans dachten. In dem intensiv, aber immer fairen Derby, das von den Schiedsrichtern zufriedenstellend geleitet wurde, nahm nun der TVA die Zügel in die Hand und stellte das Ergebnis bis zur Halbzeit wieder auf 11:10.

Dabei ging ein überragender Michael Stock voran und zeigte im Verbund mit seinen aufopferungsvoll kämpfenden Spielern was in der Mannschaft steckt und zu was er im Stande ist zu leisten. Er alleine überwand den starken Kai Hüter im Hersfelder Tor insgesamt neun Mal.

Direkt nach der Pause glich Alsfeld aus. Musste aber dennoch erneut einem zwei Tore Rückstand hinterher laufen. Der „Hersfelder Jung“ Jan Uwe Berz hatte bei seinen Strafwürfen keinen Fehlversuch und überzeugte auch in der Abwehr. Mit sehenswerten Treffern von Daniel Czaja kam man immer wieder heran.

Die Hersfelder Marco Kemmerzell und Lars Mathiesen liefen das eine und andere Mal in der bärenstarken Alsfelder Abwehr fest und Malte Nelling brachte die eine oder andere Hand an den Ball. Lediglich Andreas Krause war noch gefährlich und hielt den TVH am „Leben“.  Als die Gäste in der 49. Minute (21:21) zum ersten Male zum Ausgleich kamen und sich danach mit zwei Toren 23:25 (55.) absetzten, schien die Taktik von Stock aufzugehen.

Erneut setzte sich Daniel Czaja gegen die Hersfelder Abwehr durch.

Erneut setzte sich Daniel Czaja gegen die Hersfelder Abwehr durch. Archivfotos: Kierblewski

Die Gastgeber versuchten nun mit Gewalt das Spiel erneut zu drehen, kamen aber immer nur bis auf einen Treffer an die mit einer überragenden Einstellung agierenden Alsfelder heran. Als die Schlusssirene erklang gab es kein Halten mehr: Fans und Spieler lagen sich überglücklich in den Armen.

Die Alsfelder hatten das praktische Unmögliche möglich gemacht und dem Favoriten nicht unverdient ein Bein gestellt. Geht man davon aus, dass mit Dominik Koch und Jan-Uwe Berz noch zwei angeschlagene Spieler und mit Frank Böcher ein fast 44-jähriger Spieler auf der Auswechselbank saß, sieht man was mit einer verschworenen Gemeinschaft alles möglich ist.

Mit diesem Erfolg hat die Mannschaft nun beste Aussichten sich ins Mittelfeld der Tabelle zu verabschieden.

TV Alsfeld:
Tor: Artur Kelbert, Malte Nelling.
Feld: Martin Harbusch (2), Dominik Koch (1), Jan Uwe Berz (5/3), Michael Stock (9), Sebas-tian Peppler (2), Daniel Czaja (7), Predrag Cosic; Jannik May, Jonas Dickel, Frank Böcher und Christoph Vogelbacher.

TV Hersfeld:
Tor: Kai Hüter, Tobias Kretz, Stefan Fohr.
Feld: Peter Köpke (3), Michale Krause, Marco Kemmerzell (6/4), Jonathan Kromm, Philipp Koch (3), Niklas Hampe, Sven Wiegel, Christian Rohde (3), Lars Mathiesen (4), Andreas Krause (6), Alexander Kehl.