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Premiere von "Der kleine Muck" in der Alsfelder StadthalleWarmer Beifall für liebevolles Theater

ALSFELD (aep). Als ihr beim Schlussapplaus der Erste Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer auf der offenen Bühne einen großen Strauß Blumen überreichte, da war Johanna Mildner die Erleichterung anzusehen: Die Premiere war geglückt. Strahlend umarmte die Regisseurin ihr ganzes Darsteller-Team, das gerade das Märchen von kleinen Muck in die Alsfelder Stadthalle gezaubert hatte. Rund 150 Zuschauer waren dabei.

Es war ja eigentlich gar nicht die erste Vorstellung des Alsfelder Wintermärchens „Der kleine Muck“. In den vergangenen Tagen hatten die zwölf Darsteller aus der Marktspielgruppe die Geschichte bereits mehrere Male für Schulklassen aufgeführt, Aber die Premiere mit weit überwiegend erwachsenem Publikum war dann doch etwas anderes – die Aufführung funktionierte ohne spürbare Patzer.

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Der Erste Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer übereichte Johanna Mildner stellvertretend fürs ganze Ensemble einen Blumenstrauß zum Dank.

Und das Publikum war sichtlich gut gelaunt, denn das immerhin  90-minütige Stück von dem kleinen Muck, der auszog, das Glück zu finden, besticht durch eine sehr lebendige Darstellung mit viel Liebe zum Detail. Da sind die wunderschönen Kleider, die die überwiegend jugendlichen Schauspieler in den Orient versetzen – hergestellt von Schneiderinnen im dritten Lehrjahr der Alsfelder Max Eyth-Schule. Da ist ein je nach Szene mit wenigen Handgriffen komplett verwandeltes Bühnenbild. Viel Musik und eine aufwendige Lichtuntermalung vom Stadthallenteam verstärken den Eindruck von richtig gutem Laien-Theater.

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Die weiteren Aufführungen:

Sonntag, 21. Dezember, 15 Uhr / Sonntag, 28. Dezember, 15 Uhr

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Siehe da: Einige der Jugendlichen, die in die Rollen des Stücks schlüpfen, sind über die Jahre schauspielerisch mit ihrem Engagement in der Marktspielgruppe gewachsen. Holger Meier Schabl ist die Rolle des Sultans förmlich auf den Leib geschrieben, so wie Helmut Berger souverän den Gewürzhändler gibt, der aber nur am Anfang und Ende je einen kurzen Auftritt hat. Talent und Bühneerfahrung zeigen im Übrigen auch Jenny Wagner und Katharina Berger in ihren Rollen als boshaftes Duo Küchen- und Schatzmeister: Ihr Schwung zieht das ganze Stück – so wie ihre Tanzeinlage es zwischendurch auflockert.

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Liebevoll ausgeleuchtete Bühne: eine Spielszene mit Vicky Gabriel als Feigenfee.

Alles in allem: „Der kleine Muck“ ist kein Stück aus der Bad Hersfelder Stiftsruine, aber doch liebevoll inszeniertes, kurzweilig anzuschauendes Theater. Und immer wieder spannend zu erleben ist, wie die Stück-Autorin, Managerin und Regisseurin Johanna Mildner es schafft, aus einer Rasselbande junger Leute glaubhafte Bühnendarsteller zu formen.

Der Dank des Stadtrats Pfeiffer nach dem anhaltenden, warmen Schlussbeifall galt denn auch nicht nur dem Engagement für die gerade geglückte Premiere – sondern war mit einem Wunsch verbunden: dass die Schauspielerin Johnna Mildner sich auch im kommenden Jahr an eine neue Inszenierung wagt.

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Der kleine Muck mit seiner Freundin, der Katze Hanua, und Frau Ahavzi.

Alle Darsteller bei „Der kleine Muck“:

Der kleine Muck: Diyar Ilhan / Hania, die Katze: Charlotte Ebert / Gewürzhändler: Helmut Berger / Prinzessin Nana: Chiara Cardamone / Prinz Mika: Aaron Anderson / Frau Ahavzi/Feigenfee: Vicky Gabriel / Kind1/Samtpfote/Prinz: Lorenz Rüdiger / Kind2/Seidenschwänzchen/Prinzessin: Lea Boksgorn / Kind3/Goldschnäuzchen/Prinzessin: Silan Ilhan / Tante2/Schatzmeister: Jenny Wagner / Tante1/Küchenmeister Katharina Berger / Sultan: Holger Meier-Schabl.
Assistenz: Alexander Boksgorn, Anna Lena Buhl, Fee Nelling / Bühne: Berthold Merke und der Baubetirebshof der Stadt, Johanna Mildner / Choreographie: Katharina Berger, Technik: Stadthalle Alsfeld.

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Der kleine Muck mit den beiden bösen Tanten.

Ein Video von der Generalprobe: