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Einweihung der neuen "Vulkan-Sporthalle Lauterbach" – Unternehmen baut, Kreis mietet„Optimal für einen zeitgemäßen Sportunterricht“

LAUTERBACH (aep). Es ist ein Ereignis, über das sich in Lauterbach viele Menschen freuen dürften: Die Kreisstadt hat eine neue Sporthalle für über 1700 Schülerinnen und Schüler zweier Schulen – und Sportler verschiedener Vereine. Ein mehrjähriges Provisorium ist damit zu Ende gegangen. Da wundert es wenig, dass die Einweihung der neuen „Vulkan-Sporthalle Lauterbach“ am Dienstagvormittag mit zahlreichen Ehrengästen sehr feierlich ausfiel: mit Musik, sportlichen Darbietungen und vielen schönen Worten. Das Projekt gilt als erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen privatem Investor und öffentlicher Hand.

 

Die neue Sporthalle bringe insbesondere den Schülern des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums ein Stück Normalität zurück, die seit 2009, seit dem Abriss der alten Halle zugunsten des neuen Schulgebäudes, zum Sportunterricht mit dem Bus an die Wascherde gefahren werden mussten. So erklärte der Kreisschulderzenent Peter Zielinski in seiner Ansprache vor zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Verwaltung und von beteiligen Unternehmen bei dem Festakt in der neuen Halle. Das Gebäude dient nun zwei Schulen:   Die Vulkan-Sporthalle liegt auf dem Gelände des ehemaligen Tegut-Marktes in der Lauterstraße ungefähr mittig zwischen dem Gymnasium und der Vogelsbgergschule – und werde bereits gut genutzt (zum Neubau gibt es eine Geschichte bei Oberhessen-live).

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Am Dienstag feierlich eingeweiht. die neue „Vulkan-Sporthalle Vogelsberg“. Foto: Kreis

 

Wöchentlich 140 Stunden Sportunterricht finden derzeit in den drei Teilen der Großsporthalle statt, erklärte Holger Arnold, Leiter der Vogelsbergschule. Die Halle beseitige die räumlichen Defizite beider Schulen. Wie er betonten auch Gitta Holloch als Leiterin der Alexander-von-Humboldt-Schule und die Schulsprecher Julia Füg sowie Niklas Endregat den Wert von Sport und Sportunterricht für den Menschen. Sport fördere nicht nur die körperliche Entwicklung und Gesundheit, sondern auch Teamgeist und „Werte, die für die Gesellschaft gut sind.“

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Symbolische „Schlüssel“-Übergabe: Der Architekt Thomas Georg übergibt Jörg Schaal eine Zugangsberechtigungskarte.

 

Vogelsbergkreis hat die Großsporthalle nur gemietet

Auf rund 2000 Quadratmetern Grundfläche steht die neue Halle, deren Bau gut 4,15 Millionen Euro benötigte – aufgebracht von dem Unternehmen GHT Projektmanagement, das bereits die Sanierung der Schule an der Wascherde übernommen hatte. Der Kreis dehnte die Zusammenarbeit auf das Sporthallenprojekt aus – und das Ganze sei ein erfolgreiches Modell, stellt der Schuldezernent fest. Tatsächlich ist der Vogelsbergkreis nur Mieter des von GHT Projektmanagement errichteten Gebäudes – und zahlt insgesamt, die Schule an der Wascherde eingeschlossen, rund eine Million Euro pro Jahr. Dieses Finanzierungsmodell habe sich angeboten. Der Vogelsbergkreis steuerte dann noch die Innenausstattung mit Sportgeräten für 60.000 Euro zu – und schuf so „optimale Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen, modernen Sportunterricht“, erklärte Zielinski. Mehr noch: Der Schuldezernent betonte, dass der Vogelsbergkreis die Halle gemäß dem eigenen Anspruch an Sportförderung ebenfalls kostenlos für Vereine zur Verfügung stellen werde. Das solle „möglichst auch in Zukunft als freiwillige Leistung beibehalten werden“.

Er habe den Bau über das Jahr gespannt verfolgt und freue sich, auch wenn er manchmasl auf die orange Farbe der Außenfassade angesprochen worden sei: „Ich finde, das ist ein klasse Farbkleks in der Stadt Lauterbach.“

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Freude über die neue Halle äußerten seitens der Vogelsbergschule Leiter Holger Arnold (oben) und die Leiterin des AvH-Gymnasiums Gitta Holloch sowie die Schulsprecher Julia Füg und Niklas Endregat (unten).

 

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Namensgeber: das Ehepaar Heike und Karl-Dieter Saller

Zeitgemäß sei die barrierefrei gebaute Halle, deren Name von dem Ehepaar Heike und Karl-Dieter Saller in einem Wettbewerb erfunden wurde, auch energetisch mit seinem Passivhausstandard und regenerativer Energieversorgung im Nahwärmeverbund mit der Hackholzschnitzelheizung des AvH-Gymnasiums. Was das bedeutet, erklärte später der Kasseler Architekt Thomas Georg: Ziel für den Passivhausstandard sei ein Energieverbrauch von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Erzielt worden sei ein Verbrauch von 13 – während sein eigenes Haus rund 100 Kilowattstunden verbrauche. „Dazwischen liegen Welten!“ Für das Ziel ruhe die Halle unter anderem auf einer Wärmedämmung, die bis zu zwei Meter in den Boden ragt.  Der Bau der Sporthalle habe auch sonst auf dem rund 4400 Quadratmeter großen Grundstück seine Tücken gehabt. Das Grundstück sei recht klein und zudem abschüssig – und sollte barrierefrei erreichbar sein.

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Musikalische Umrahmung: das Auswahlorchester der AvH-Schule unter Leitung von Wolfgang Scharrer.

 

Nachdem der Leiter der Projektentwicklungsfirma, Jörg Schaal, dem Kreis dafür dankte, dass man den Mut aufgebracht habe, mit dem Privatunternehmen zusammen zu arbeiten, äußerte Lauterbachs Bürgermeister Rainer Hans Vollmöller Freude über die Fertigstellung: „Ein langgehegter Wunsch ist in Erfüllung egangen.“ Er zollte dem Kreis Respekt für die Zusage, die Halle Vereinen kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Ich weiß, was das bedeutet.“

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Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldtschule demonstrieren den Einweihungsgästen Sportmöglichkeiten in der neuen Halle.

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