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Bürgerliste zu Gast in der HitzmühleFeldatal um eine Attraktion reicher

FELDATAL (ol). Vor wenigen Tagen gastierte die Fraktion der Bürgerliste Feldatal in der Hitzmühle vor Groß-Felda, um sich ein Bild vom renovierten Anwesen zu machen und aktuelle Themen zu diskutieren.

Unter der Leitung des Fraktionsvorsitzenden Manuel Günzel besprach man aktuelle Themen zur letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres 2022. Unter Anderem steht die Beratung zur möglichen Abschaffung der umstrittenen Straßenbeiträge auf der Agenda. Zum ursprünglichen Thema hatte ein Antrag der Bürgerliste im Februar 2022 eingeleitet.

Zwischenzeitlich fand eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) und eine gemeinsame Fraktionssitzung mit den Freien Wählern statt. „Da dieses Thema große Bedeutung hat, haben wir hierzu einfach mal mit der FWG zusammen getagt.“ erläuterte Patricia Klein den offenen Austausch über Fraktionsgrenzen hinweg. Aber auch bei der Bürgerliste intern wurde weiter intensiv diskutiert, heißt es in der Pressemitteilung der Bürgerliste Feldatal.

PV-Anlage, digitale Radwege-Karten und sauberhafter Aktionstag

Weiterhin habe man drei Anträge eingereicht, auf deren Zustimmung man durch die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter hoffe. Zum einen soll die Erweiterung der Photovoltaikanlage auf dem Feldahallen-Dach geprüft werden. Zum anderen Radweg- und Wanderkarten jederzeit abrufbar oder gar digital für Touristen zur Verfügung stehen und ein Aktionstag „Sauberhaftes Feldatal“ im Frühjahr geplant werden.

Hier geht es der Bürgerliste um ein wichtiges Stück Lebensqualität, welches durch eine saubere Gemeinde und müllfreie Landschaft gewährleistet wird. Patricia Klein und Manuel Günzel haben des Weiteren an einem überregionalen Austausch mit den beiden Bürgerlisten Bürger für Rabenau und den Mücker Bürgern teilgenommen.

Aus dem Gemeindevorstand und dessen Arbeit sowie der Gründung der neuen Seniorenkommission berichteten Jürgen Köhler und Timo Wagner. Die beiden Beigeordneten sind gemeinsam mit Bürgermeister Bach Mitglieder der neu aufgelegten Kommission, die kürzlich ihre Arbeit begann.

Projekt in der Umsetzung, Eröffnung im kommenden Jahr

Zum Abschluss führte Peter Weil alle Fraktionsmitglieder durch die Hitzmühle, die offiziell erst im nächsten Jahr eröffnet werden soll. Weil kommt ursprünglich aus Rosbach und verkaufte 2019 dort sein Elternhaus um gemeinsam mit seiner Frau Birgit das Anwesen vor Groß-Felda für die Umsetzung ihres Projekts zu erwerben. „Die Wetterau wurde mir einfach zu voll und hier schätze ich die Struktur, das Dörfliche und den Zusammenhalt.“ legt Peter Weil die Beweggründe dar.

Der 52-jährige war die letzten fünfundzwanzig Jahre als Reiseleiter über den gesamten Globus unterwegs. Ursprünglich hatte er eine Ausbildung als Koch abgeschlossen, kam dann aber über eine Station bei der Bundeswehr zur vorherigen Tätigkeit. Nun also der Vogelsberg und speziell die Hitzmühle, die für die Projektidee geradezu ideal erschien. „Wir wollten ein Angebot für Seminar-Vorhaben schaffen, bei dem wir die Bewirtung übernehmen“, erklärte er.

Die Hitzmühle vor den Toren Groß-Feldas und Bürgerlisten-Fraktion gemeinsam mit dem neuen Besitzer Peter Weil. Foto: Bürgerliste Feldatal.

Mittlerweile hat sich schon durch etliche Anfragen rausgestellt, dass es eher in die Richtung „Ferienhaus /-zimmer mit Betreuung“ gehe. In der Hitzmühle gibt es insgesamt fünf Zimmer für zwölf bis fünfzehn Besucher. „Bei einem Urlaub im Ferienhaus muss immer irgendwer in der Küche stehen, bei uns ist das anders“, beschrieb Weil den Service. Die Gäste buchen immer das gesamte Haus, sollten es also nur acht Personen zur Übernachtung sein, bleiben die übrigen Betten frei.

Von der reinen Übernachtung, über Frühstücksservice und auch Halbpension ist bei Weils alles realisierbar. Die meisten Anfragen gehen nicht über die Halbpension hinaus, weil die Besucher tagsüber Unternehmungen (Radfahren, Wandern und anderes) planen.

Die Hitzmühle geht auf eine Mahlmühle mit einem Gang und oberschlächtigem Wasserrad weit vor 1500 zurück, ist 1896 abgebrannt und wurde danach wiedererrichtet. Familie Weil hat sich mehrere Objekte für ihre Idee angesehen, bei einem war eine Einflugschneise oder beim anderen eine Kläranlage in der Nähe. Die Suche erstreckte sich über Hessen, Rheinland-Pfalz und auch das Saarland.

Pläne und Ideen für die Zukunft geschmiedet

„Der Vogelsberg in direkter Nachbarschaft ist es geworden“, freute sich Peter Weil. Seine Frau und er sind gut angekommen und aufgenommen worden im Feldatal und fühlen sich sehr wohl. Seit zweieinhalb Jahren renovieren die Weils nun das Mühlenanweisen mit sehr viel Liebe zum Detail. Die Wände wurden mit Stroh- und Lehmputz gedämmt und auch verkleidet, alte Dielen geschliffen und wo nicht mehr zu retten mit neuen Dielen ausgekleidet.

Viele ehemalige Bauteile, wie Balken oder Ähnliches wurden teilweise für Beleuchtungen umfunktioniert und auch im Flur der ehemalige Steinzeug-Fußboden erhalten. Der Aufenthaltsraum ist der ehemalige Ort der Mühle, der ebenfalls mit neuem Dielenboden ausgestattet ist und in einer Ur-Gemütlichkeit zum Verweilen einlädt. Die Fraktionsmitglieder der Bürgerliste zeigten sich hellauf begeistert. „Feldatal ist um eine Attraktion reicher geworden“, fasste Manuel Günzel zusammen.

Doch auch in Zukunft wollen die Weils weitermachen, ein Scheunenbau soll abgebrochen und eine neue Wohneinheit für die Besitzerfamilie errichtet werden. Aber eins nach dem Anderen, zunächst einmal stehe die feierliche Eröffnung in 2023 an.

Zu diesem Event soll allen Bürgern sowie Interessierten die Möglichkeit gegeben werden sich umzusehen. Bereits jetzt können sich interessierte Nutzer der sozialen Plattform Instagram über #hitzmühle erste Einblicke verschaffen.

Ein Gedanke zu “Feldatal um eine Attraktion reicher

  1. Also wenn Feldatal durch ein solches Vorhaben „um eine Attraktion reicher geworden“ ist, muss einem um den Vogelsbergtourismus insgesamt nicht bange sein. Um was handelt es sich denn nun? Eine Ferienpension für Einzelgäste, ein Seminarhaus? Auf jeden Fall wohl um Hobby-Gastronomie. Was ist eigentlich aus der ehemaligen „Villa Wurstfabrik“ in der Ermenröder Straße geworden? Das hätte doch auch ein touristisches Highlight oder wenigstens eine chicke Kita werden können?!

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