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Die Künstlerin Annika Keidel lädt in die Welt des Theaters einNeue Theaterformate erobern das Schlitzerland

SCHLITZ (ol). Audiowalk, Performance, Szenische Lesung – all das sind Theaterformate, die nicht sofort verraten, was sich dahinter wirklich verbirgt. Meist hinterlassen diese Begriffe eher Fragezeichen und ein großes Rätselraten, was einem als Publikum an diesem Abend wohl erwartet. Die Schlitzer Bürger haben seit einem Jahr bereits mehrere Möglichkeiten mit dem zeitgenössischen Format des Audiowalks ein Theaterstück jederzeit hörend zu erleben.

In der Ankündigung heißt es, das Theater, wie wir es kennen, die wilden Komödien, der lustige Bauernschwank, das poetische Theater von großen Autoren wie zum Beispiel Shakespeare sind uns bekannt. Mit diesem vertrauten Gefühl kaufen wir uns eine Theaterkarte und wissen, welches Kulturerlebnis auf uns zu kommt, weil wir eine Ahnung haben, was sich hinter dem Begriff „Komödie“ oder „Schwank“ versteckt.

Doch bleibt in uns ein Zögern eine Veranstaltung, wie einen Audiowalk oder eine Performance zu besuchen, weil wir es eben nicht genau einschätzen können, weil wir nicht wissen, ob das was dargeboten wird, uns auch wirklich gefällt. Doch lassen Sie uns in diesem und in auch in folgenden Artikeln gemeinsam einen mutigen Blick hinter all die zeitgenössischen Theaterformate wagen, die so langsam auch im Schlitzerland Anklang finden. Lassen Sie uns ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Audiowalk – ein Theaterstück zum Hören und Laufen

Die Stücke „Ist da draußen jemand?“ vom Archiv des Merkwürdigen, „Audiowalk Schlitz“ von TraVogelsberg und „Kosmonautin Walentina“ für Kinder wurden von der Schlitzer Künstlerin Annika Keidel entwickelt.

Das Publikum ist mit einem Handy und Kopfhörern auf einer bestimmten Route in der Stadt unterwegs und hört ein Theaterstück via App, das vorher von den Schauspieler:innen aufgenommen wurde. Ein Audiowalk kann auch von Zuhause aus gehört werden, jedoch entfaltet das Format seine ganz eigene Magie erst, wenn man die Route wirklich läuft. Denn ein Audiowalk spielt mit seiner Umgebung. Orte, an denen man eine Audiospur hört, werden zum Szenensetting.

Im dem Audiowalk „Kosmonautin Walentina“ zum Beispiel sind Kinder und Erwachsene auf einer Route rund um die Quebst unterwegs. Das Theaterstück, das man hört, fängt an lebendig zu werden. Der Aussichtspunkt auf der Quebst wird in der Geschichte auf einmal zum Weltraumbahnhof und man selbst ist Teil dieses Theatererlebnisses, das ganz ohne Bühne, Vorhang und Scheinwerfer funktioniert. Denn das zeitgenössische Theaterformat Audiowalk kann das, was wir alle am Theater schätzen und lieben: uns mitnehmen in eine Geschichte – im wahrsten Sinne des Wortes etwas in uns in Bewegung bringen und uns einen neuen Blick auf unsere Umwelt schenken.

Der Audiowalk Kosmonautin Walentina ist noch bis zum 31.Oktober hörbar. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Homepage. Das Projekt „Kosmonautin Walentina“ wird durch das Brückenstipendium des Förderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen“ der Hessischen Kulturstiftung gefördert und im Rahmen des Vulkansommers Vogelsberg veröffentlicht.