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Veranstaltung der Eisenbahnfreunde TreysaLokschuppenfest lockte viele Besucher an

TREYSA (ol). Historische Loks, Waggons, Feuerwehrautos und vieles mehr: Es war das erste große Event seit dem Lockdown, das die Eisenbahnfreunde Treysa mit dem Lokschuppenfest „Blauer Sonntag“ veranstalteten.

Obwohl sich das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigte, durften sich die Eisenbahnfreunde über zahlreiche Besucher freuen. Eigens für dieses Fest war sogar die Dampflok 52 1360-8 aus Eisenach angereist. Doch das war nicht alles, was man den Besuchern zeigen konnte. Zu sehen waren die E-Loks 111 025, 111 207, die Diesellok 218 003 sowie historische Feuerwehrautos aus dem Vogelsbergkreis, genauer gesagt aus der Kreisstadt Alsfeld.  Alsfeld trug von seiner Gründung 1832 bis Ende 1938 die Bezeichnung „Kreis Alsfeld“. Aus dieser Zeit stammen die ausgestellten Feuerwehrautos.

Neben den großen Loks gab es auch eine voll funktionierende kleine Lok „Wally“, so richtig mit Feuer, Rauch und Dampf. „Das ist nicht mehr Modellbau, sondern richtige Betriebstechnik. Man hat schwarze Finger, riecht nach Öl, Kohle und Feuer“, so Martin Krantz aus Marburg. Von seinem Opa aus Kassel hatte er die Modelleisenbahn quasi schon in die Wiege gelegt bekommen.

Auch sein Vater hatte eine Modelleisenbahn. Später auch eine Gartenbahn. „Wally“ ist eine Schweizer Lokomotive, die von Auszubildenden gebaut wurde. Diese habe er dann gekauft. Für rund 10.000 Euro ist so eine Lok zu haben. „Nach oben sind keine Grenzen gesetzt“, fährt Martin Krantz fort. Vom Aufwand her gleicht die Arbeit einer großen Dampflok. „Morgens aufgleisen, mit Wasser und Kohle befüllen, das Feuer anzünden und in der Zwischenzeit ölt man die Lok von vorne bis hinten“, erklärt Krantz. Was ihm noch fehlt, ist ein Gleisoval, das rund 3.000 Euro kostet, damit er auch damit fahren kann. „Eisenbahn ist ein Hobby für ältere Leute“, antwortet Krantz auf unsere Frage, was die Ehefrau dazu sagt.

Auch historische Feuerwehrautos gab es zu bestaunen. Fotos: Crönlein/GBS News-Online

Im Lokschuppen selbst gab es neben Speisen und Getränken auch allerhand zu sehen. Die Interessengemeinschaft Modellbau (IGM) aus Stadtallendorf hatte eine Modellbahn im H0 Format (1:87) aus einzelnen Modulen, die der Verein selbst entwickelt hat, aufgebaut. Verschiedene Modellbauer von allen Spuren in allen Größen sind in dem Verein vertreten. Jedes Modul hat eine Größe von 50 mal 30 cm und ist beliebig austauschbar.

So lässt sich die Anlage bis auf 18 Meter ausbauen. Je nach Thema des Festes kann die Anlage gestaltet werden. Der Verein besteht aus 15 Mitgliedern. „Der Nachwuchs und das Geld fehlt auch bei uns“, sagt Peter Ulrich. Finanziell hatte die Pandemie keine großen Auswirkungen, jedoch fehlten die Ausstellungen und somit die Kontakte zu den Menschen. „Wir waren auf Feuerwehrfesten, in Möbel- und Autohäusern und in Altenheimen. Das ist das, was uns in den letzten zwei Jahren gefehlt hat“, fährt Ulrich fort. In ganz Mitteldeutschland reist der Verein mit seinen Anlagen, um den Menschen Freude zu bereiten.

Heiko Altmann, der 1. Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Treysa zeigte sich sehr zufrieden mit diesem Tag. Seit der Pandemie konnte der Verein keine Sonderfahrten machen, was finanziell eine Katastrophe gewesen sei. Dennoch habe man sich geradeso über Wasser halten können. „Für den Verein war dieser Tag ein gelungener Tag“, so Altmann. Rund 140 Mitglieder zählt der Verein. In der Corona-Zeit konnte viel an der vereinseigenen Lok 52 8106 gemacht werden.

Viel Spaß hatten auch die Kinder, nicht nur bei der Modellbahn, sondern auch mit der Draisine. Mit reiner Muskelkraft wird dieses Gefährt betrieben und die kleinen und großen Eisenbahnfans konnten mitfahren. Darüber hinaus hatte der Verein Pendelfahrten mit der Dampflok 52 1360 vom Bahnhof Treysa bis zum Vereinsgelände eingerichtet – ein riesen Spaß für Klein und Groß.

Fotos: Crönlein/GBS News-Online

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