Politik0

Antrag der Lauterbacher Grünen-Fraktion für das StadtparlamentLauterbach in Zukunft „Klimakommune“?

LAUTERBACH (ol). Die Lauterbacher Grünen möchten, dass die Kreisstadt dem Bündnis „Klimakommunen Hessen“ beitritt und fordert in einem Antrag an die Stadtverordneten außerdem, dass ein Fachunternehmen einen Aktionsplan „Klimakommune“ für die Stadt erstellt.

In der Pressemitteilung heißt es, dass die Fraktion im Hauptausschuss fraktionsübergreifend auf Zustimmung gestoßen sei – für das Aufstellen eines Aktionsplans sollen allerdings zunächst die Kosten ermittelt werden. Den Grünen sei es wichtig, dass der Beitritt nicht nur eine formelle Angelegenheit bleibe, sondern die Stadt zukünftig einen kontinuierlichen Betrag leistet. Er sollte mindestens die Zielsetzung des Landes Hessen, bis 2030 die Co2-Emissionen um 55 Prozent zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu sein, erreichen.

Aus Sicht der Grünen habe die Kreisstadt dabei bereits erste Ansätze vollzogen, wie beispielsweise das nunmehr in Umsetzung befindliche Radwegekonzept oder der Umbau der Kläranlage in eine energieautarke Anlage. Auch seien zahlreiche städtische Immobilien energetisch aufwändig saniert und der Neubau der Kita Abenteuerland erfolge mit deutlich geringerem Co2-Fußabdruck in energieeinsparender Holzbauweise. Die Grünen versprechen sich vom Status der „Klimakommune“ nicht nur höhere Förderquoten bei klimafreundlichen Maßnahmen, sondern auch eine Vernetzung und damit Impulse von anderen Kommunen.

Als mögliche Inhalte für einen Aktionsplan macht die Fraktion in drei Bereichen konkrete Vorschläge: Erstens Informationskampagnen, unter anderem dazu, welchen Beitrag die Einwohner Lauterbachs leisten können mit Ideenwettbewerben, Klimaschutzprojektwochen an Schulen und Kitas sowie einem Ideenpaket für die Verwaltung. Zweitens sollen bauliche Maßnahmen erfolgen, wie beispielsweise Begrünungs- und Verschattungsmaßnahmen in der Innenstadt, die Förderung zur Entsiegelung von Oberflächen sowie Dachbegrünung und die Nutzung städtischer Dachflächen für Photovoltaik.

Besondere Bedeutung würden die Grünen in weiteren Renaturierungsmaßnahmen beispielsweise an der Lauter sehen, die gleichzeitig Effekte für den Hochwasserschutz bringen. Als dritten Aktionsbereich sehe man eine klimafreundlichere Mobilität in der Stadt und ihren Stadtteilen. Dazu sollen der Alltagsradverkehr und die Situation für Fußgänger verbessert werden. Hierfür sollte das bereits beauftragte Stadtbuskonzept möglichst zeitnah mit abgasfreien Kleinbussen zur Umsetzung kommen.

Auch auf Kreisebene haben die Grünen einen Antrag auf Mitgliedschaft bei den „Klimakommunen“ gestellt, der am 14. September im Kreistag behandelt wird. „Die Kreisverwaltung sehen wir hierbei zukünftig in einer beratenden und koordinierenden Rolle für die Kommunen, damit Ideen und Aktionen ausgetauscht werden und voneinander gelernt wird“, so der Lauterbacher Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Daniel Schmidt und ergänzt: „Der Klimaschutz muss zukünftig bei allen politischen Entscheidungen Vorrang haben, auch auf kommunaler Ebene. Ein einfaches ‚Weiter so‘ geht nicht, das sollte uns allen bewusst sein.“