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Weiterentwicklung läuft nach PlanHolzwerk Pfeifer: Gleisanschluss für April 2022 geplant

WALLENROD (ol). Mit hohen Investitionen sichert die Pfeifer Group die Wettbewerbsfähigkeit des größten ihrer acht Standorte. Wichtigste Projekte aktuell: Zwei neue Qualitätsscanner zur Schnittholzsortierung kommen bereits im Sommer, der neue Kanaltrockner soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen und der werkseigene Gleisanschluss verschafft ab Frühjahr 2022 zahlreiche Erleichterungen.

Das holzverarbeitende Werk wurde 2008/2009 im Lauterbacher Ortsteil Wallenrod von Grund auf neu errichtet. Seither habe die Pfeifer Group mehr als 180 Millionen Euro in den „Vorzeigestandort“ hineingesteckt. Weiter heißt es in der Pressemitteilung, die Hochleistungssägelinie mit einer Vorschubgeschwindigkeit von 150 m/min ermögliche den Einschnitt von etwa 35 Stämmen pro Minute bzw. einen Jahreseinschnitt von 1.080.000 Festmeter Rundholz.

Dieses werde direkt im Werk vollständig zu Schnittholz, Pressspanklötzen, Pellets und Ökostrom verwertet. Mit 245 Mitarbeitern in Wallenrod und weiteren 55 am zweiten hessischen Pfeifer-Standort Schlitz, wo Brettsperrholz (CLT) für den boomenden Holzbausektor produziert wird, ist Pfeifer ein wichtiger Arbeitgeber im Vogelsbergkreis.

Schnittholztrocknung optimiert

Aktuell zeichne sich im Werk erneut ein größerer Modernisierungsschub ab. „Der Neubau unseres Kanaltrockners ist im vollen Gange. Die Inbetriebnahme ist für November 2021 geplant“, berichtet Geschäftsführer und Werksleiter Andreas Schmid. Neben der Kapazitätssteigerung um 125.000 Kubikmeter bei der Schnittholztrocknung bietet der hochmoderne Trockenkanal weitere Vorteile. Dazu zählen eine höhere Flexibilität und eine schnellere Reaktionszeit, um auf Kundenwünsche reagieren zu können.

Im Vergleich zu herkömmlichen, konventionellen Trockenkammern habe der Trockenkanal eine höhere Energieeffizienz. Durch den automatisieren Befüll- und Entleervorgang reduziert sich die Aufheizphase erheblich und hilft so Wärme und elektrische Energie effizient einzusetzen. „Damit trägt das Projekt wesentlich zur Weiterentwicklung und Absicherung unseres Standortes bei“, so Schmid.

Noch im Sommer sollen zwei neue Qualitätsbrettscanner im Querdurchlauf in Betrieb gehen. Eine Investition, die im Rahmen der Digitalisierungs- und Automatisierungsoffensive im Qualitätsbereich der Gruppe getätigt wurde. „Die Scanner werden uns eine belastbare Datenbasis für die Qualitätseinstellungen liefern. Darüber hinaus ermöglichen sie eine Leistungssteigerung in der Produktion und entlasten zugleich unsere Mitarbeiter“, erklärt Schmid. Weitere Verbesserung bringe gegen Ende des Sommers die Inbetriebnahme einer vollautomatischen Folierung der Schnittholzpakete.

Bahnanschluss ab April 2022

Die im Dezember 2019 begonnenen Bauarbeiten für den werkseigenen Gleisanschluss liegen trotz coronabedingter Hürden weiter im Zeitplan. „Der Antransport von Rundholz und Abtransport von Schnittholz wird ab Anfang April 2022 gestartet“, freut sich Schmid. Die 1,7 Kilometer lange Bahntrasse in Richtung Wallenrod sichere langfristig die Rohstoffversorgung des Werks auch aus größerem Umkreis.

Durch die Verlagerung der Transporte von Lkw auf die Bahn würden zudem beträchtliche Mengen an CO2-Emissionen eingespart. Das entlaste die gesamte Region und verbessere zugleich die Ökobilanz der Holzprodukte. Die Baukosten von 16 Millionen Euro stemme die Pfeifer Group mithilfe von Förderungen des Eisenbahnbundesamts und des Landes Hessen.