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Covid-Lage in Kerala weiter angespannt - Nur Takeaway am BischofssitzÜber 25.000 Euro Spenden aus Oberhessen nach Kerala

REGION (ol). 25.388,45 Euro – das ist der beachtliche Stand der Indienhilfe, die in den Dekanaten Büdingen und Vogelsberg für die Covid19-Maßnahmen im Rahmen der Spendenaktion „Tischlein deck‘ dich – Curry für Kerala 2021“ gesammelt wurde. Mehr über die Spendenaktion sowie über die aktuelle Corona-Situation in der Partnerdiözese in Kerala, aus der der ehemaliger Wertwärts-Praktikant Joshy John regelmäßig berichtet, lesen Sie hier.

Noch immer weist im indischen Bundesstaat Kerala jeder zehnte COVID-Test eine Neuinfektion aus. Wie schon am vergangenen Wochenende hat die Regierung auch über den kommenden Samstag und Sonntag einen kompletten Lockdown verhängt. Während am Bischofssitz in Melukavu Gastronomen Speisen zumindest wieder zum Mitnehmen anbieten dürfen, fallen aktuell dreißig Ortschaften in den Regionen Idukki und Kottayam unter die höchsten Einschränkungen, den „Triple Lockdown“.

Joshy John unterstützte als Weltwärts-Freiwilliger in 2019 das Evangelische Dekanat Vogelsberg. Anfang Januar 2020, kurz vor dem globalen Corona-Ausbruch, kehrte er in seine Heimatregion Idduki in Kerala zurück. Dort ist die Infektionsrate heute mit 12 Prozent der Testergebnisse noch einmal deutlich höher als im Durchschnitt des Bundesstaates. Zwar haben auch in Idukki inzwischen 40 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten, zwölf Prozent sind bislang vollständig geimpft. Doch profitiert davon insbesondere die ältere Bevölkerung – in Kerala zählen dazu bereits Menschen ab 45 Jahren.

Unter den jüngeren Jahrgängen, denen auch der ehemalige Alsfelder Mitarbeiter angehört, hat bislang nur eine kleine Minderheit den Erstschutz erhalten. So leben noch heute über 11.000 Menschen in Idukki in häuslicher Quarantäne. Vor vier Wochen wies das staatliche Dashboard sogar noch fast 24.000 Menschen in Quarantäne aus, das waren über zwei Prozent der Bevölkerung.

Allein im Heimatbezirk von Joshy John unterliegen zwölf Ortschaften dem „Triple Lockdown“. In dieser „Kategorie D“ dürfen selbst Lebensmittelgeschäfte nur jeden zweiten Tag für wenige Stunden öffnen. Zeitungs- und Milchboten, die vor zahlreichen Türen ihre Waren abstellen, müssen ihre tägliche Tour beendet haben, bevor sich ab acht Uhr vormittags die Straßen füllen. Ob Tempel, Moschee oder Kirche: Alle Gotteshäuser des multi-religiösen Landes müssen im „Triple Lockdown“ verschlossen bleiben. Straßensperren sorgen dafür, dass man nur mit besonderer Genehmigung den Heimatbezirk verlassen kann. Weitere 27 Ortschaften fallen unter die Kategorie C: Hier dürfen Lebensmittelläden täglich öffnen, alle anderen Waren nur freitags angeboten werden.

Zahlreiche Menschen in den Regionen Idukki und Kottayam sind als Tagelöhner und Wanderarbeiter beschäftigt. Der Lockdown führt in solchen Arbeitsverhältnissen zum kompletten Einkommensverlust. Staatliche Hilfe erreicht die Menschen in der Partnerkirche der Region Vogelsberg und Büdingen nicht.

Bereits am 12. Mai erreichte der Hilferuf von Pfarrer Biju Joseph die Evangelischen Dekanate Büdingen und Vogelsberg. Der indische Partnerschaftssekretär bat um 700.000 Rupien zur Unterstützung der Ärmsten – umgerechnet etwa 8.000 Euro für Lebensmittelpakete, Desinfektionsmittel und finanzielle Hilfe bei medizinischer Behandlung. Der Partnerschaftsausschuss erhöhte die angefragte Summe um 50 Prozent auf 12.000 Euro. Zugleich startete er im Vogelsberg und Büdinger Land die Spendenaktion „Tischlein deck´dich: Curry für Kerala 2021“.

Auch mit dieser Aufstockung des Betrages, den Reverend Biju erbeten hatte, haben die beiden evangelischen Dekanate die Spendenbereitschaft deutlich unterschätzt. Mit dem Start der Sommerferien beendet die Kirche ihre Spendenkampagne: Exakt 25.388,45 Euro sind in knapp zwei Monaten eingegangen.

„Seit über 30 Jahren pflegen wir die Kirchenpartnerschaft mit der Diözese East Kerala“, berichtet der Ökumene-Referent des Dekanats Vogelsberg, Ralf Müller. „Zahlreiche Gäste aus Kerala konnten wir hier bei uns begrüßen, viele Menschen durften wir persönlich in Kerala kennenlernen. So ist eine große Nähe und Bindung entstanden.“ Diese Spendenbereitschaft habe ihn dennoch „nicht nur überrascht, sondern fast schon umgehauen“, bekennt Müller.

2 Gedanken zu “Über 25.000 Euro Spenden aus Oberhessen nach Kerala

  1. Auch die Pfarrgruppe Alsfeld, Homberg und Ruhlkirchen hat nach Kerala gespendent.
    Zitat aus dem Pfarrbrief vom 15.07.2021:
    Ihre Spende in Höhe von 4421,– Euro (Ruhlkirchen 2311,– €, Alsfeld 1560,– € und Homberg 350,– €) bringt uns einen Schritt näher an unser großes Ziel heran.
    Mit Ihrer großzügigen Spende können wir viele Kinder in Kerala im Bereich der digitalen Ausstattung unterstützen, damit sie während der Pandemie am Schulunterricht teilnehmen können.

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  2. Das Geld wird aber diesmal hier in Deutschland / Eifel benötigt.
    Wer sammelt im Ausland für uns?

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