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Wegen Frostschäden bei der Papiersammlung:CDU/FDP-Fraktion im ZAV sieht sich bestätigt

VOGELSBERGKREIS (ol). Bestätigt sieht sich die CDU/FDP-Fraktion im Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsberg in ihrer Ablehnung von 2018, die Papiersammlung wieder beim Zweckverband selbst einzugliedern. Anlass waren Schwierigkeiten während der strengen Frosttage.

Bei einer Präsenzsitzung in der Adolf-Spieß-Halle in Lauterbach seien Änderungen beziehungsweise eine Aktualisierung der Hauptsatzung des Verbandes und der Geschäftsordnung der Verbandsversamm-lung durchgesprochen, teilt die Fraktion mit. Dies sei recht einvernehmlich vernehmlich verlaufen und werde in der Verbandsversammlung am 24. Februar  endgültig beschlossen. Viel interessanter sei der Bericht des Verbandsvorstehers Dieter Boss und der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin über Probleme infolge der eisigen Temperaturen in den letzten Tagen bei der Abfuhr der Biotonne in einigen Kreisgemeinden gewesen.

Hydrauliköl eingefroren

Hierzu wurde vorgetragen, dass eine Entleerung der braunen Müllgefäße in den Tagen ab Montag, 2. Februar, nicht möglich gewesen sei, weil einerseits die großen Müllfahrzeuge aufgrund der großen Schneemengen wegen nicht geräumter Seitenstraßen in einigen Ortsteilen die einzelnen Grundstücke nicht anfahren und die braunen Tonnen nicht leeren konnten. Verschärft wurde das Problem aber, weil an mindestens fünf Müllfahrzeug-gen der mit der Leerung beauftragten Firma das Hydrauliköl an den LKWs eingefroren war, bzw. die Hydraulik „kaputt gegangen“ sei und die Fahrzeuge deswegen in die Werkstatt mussten.

 2018: „Rekommunalisierung“abgelehnt

Dies nahm der Vorsitzende der gemeinsamen Fraktion von CDU und FDP, Dr. Hans Heuser, zum Anlass, zu erklären, nach diesem informativen Bericht sei man sehr froh, die im Jahr 2018 ausführlich diskutierte, sogenannte „Rekommunalisierung“ der Müllein-sammlung der blauen Tonne (Papier und Pappe) abgelehnt zu haben. 2018 hatte es eine Vorlage des damaligen Verbandsvorstands gegeben, keine Fremdfirma mit der Leerung der blauen Tonne mehr zu beauftragen, sondern diese mit eigenem Personal und eigens neu anzukaufenden Fahrzeugen selbst übernehmen solle. Die Fraktionen von CDU/FDP und Freien Wählern hatten dies abgelehnt. Heute zeige sich, wie richtig die damalige Entscheidung gewesen ist. Nach den damaligen Berechnungen hätte der ZAV drei bis vier  große Müllfahrzeuge ankaufen – Einzelpreis 300.000 Euro oder mehr –  und sechs bis acht Mitarbeiter hätte einstellen müssen.

Reparaturkosten im vierstelligen Bereich

Hätte man dies in 2018 beschlossen, so hätte diese Eigeneinsammlung im Jahr 2020 begonnen. Bei den 2021 herrschenden Schneeverhältnissen und eiskalten Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius wäre auch an den dann eigenen Fahrzeugen des ZAV das Hydrauliköl eingefroren oder die gesamte Hydraulik kaputt gegangen und wären Reparaturkosten im vierstelligen Bereich angefallen. Zudem wären die verbandseigenen Mitarbeiter tagelang beschäftigungslos gewesen, und die braunen Tonnen hätten ebenfalls nicht geleert werden können.

Weil der ZAV die Einsammlung der verschiedenen Abfallfraktionen aber an Fremdfirmen vertraglich vergeben habe, liege das Kostenrisiko für die Reparatur der Fahrzeuge und die Arbeitslöhne ihrer Mitarbeiter bei den Firmen und nicht beim ZAV. Mit dem Erlebnis der letzten Tage, so Dr. Heuser, sei das Thema „Rekommunalisierung“ (also Zurückholung der Mülleinsammlung in die Eigenregie des ZAV) ein für allemal vom Tisch. Zumindest seine Fraktion werde auch bei zukünftigen Versuchen dieser Art wieder harten Widerstand leisten.

Ein Gedanke zu “CDU/FDP-Fraktion im ZAV sieht sich bestätigt

  1. Werter Dr. Heuser,
    Ihnen ist aber schon klar, dass dieses Ausfall- und Reparaturkostenrisiko, das die beauftragte Firma trägt, bei deren Preisgestaltung für die Abfuhr selbstsverständlich enthalten ist, ja?

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