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Pflegestützpunkt des Vogelsbergkreis feiert JubiläumStolzer Rückblick und viele Pläne für die Zukunft

VOGELSBERG (ol). Ein Sturz auf dem Weg zum Briefkasten, ein gebrochener Oberschenkelhals und eine Lungenentzündung nach der Operation – gerade noch selbstständig und problemlos im Alltag unterwegs, ist der Partner, der Vater oder die Mutter plötzlich auf Hilfe angewiesen. Doch wie kann ein Pflegegrad beantragt werden? Wie kann eine Vorsorgevollmacht aussehen, wie kann der Umbau des Bades finanziell unterstützt werden? Fragen, zu denen der Pflegestützpunkt Vogelsbergkreis nun seit zehn Jahren unabhängig informiert.

Das Kooperationsprojekt vom Vogelsbergkreis und der AOK Gesundheitskasse berät im gesamten Kreisgebiet in rechtlichen und organisatorischen Fragen der Pflege sowie Betreuung und tauscht sich kreis- und hessenweit mit Dienstleistern, Organisationen und Institutionen aus. „Seit Jahren schreibt der Pflegestützpunkt nun an seiner Erfolgsgeschichte, die im Vorjahr um ein weiteres Kapitel erweitert wurde“, sagt Landrat Manfred Görig in der Pressemitteilung des Vogelsbergkreises. Gemeint ist der zweite Standort des Pflegestützpunktes Vogelsbergkreis, der in Alsfeld im November 2019 an den Start ging. Seither arbeiten insgesamt fünf Mitarbeiterinnen an beiden Standorten zusammen, um noch mehr Bürgern kompetente und unabhängige Beratung zu ermöglichen.

Der rechtliche Rahmen wurde 2008 gesteckt – schon zwei Jahre danach bot der Pflegestützpunkt Vogelsbergkreis als einer der Ersten in Hessen unabhängige Beratung an. „Der zweite Standort in Alsfeld ist für den Flächenkreis Vogelsberg ein Gewinn. Beratungsgespräche können besser aufgeteilt werden und durch kürzere Wege bleibt mehr Zeit für die Gespräche mit Ratsuchenden“, sagt Monique Abel, Mitarbeiterin am Pflegestützpunkt. Neben Sabine Leskien (Standort Lauterbach), beraten außerdem noch Naomi Hedrich (Standort Alsfeld), Sonja Staubach (Standort Alsfeld) und Claudia Vaupel (Standort Alsfeld) die Bürgerinnen und Bürger des Vogelsbergkreises.

Informationsbedarf ist groß

In der Zusammenarbeit mit Ratsuchenden zeige sich, wie groß der Informationsbedarf ist. „Es gilt, viele Dinge zu beachten, rechtliche Rahmenbedingungen ändern sich beispielsweise immer wieder und auch die persönliche Situation der Ratsuchenden ist immer wieder besonders. All das ist Teil unserer Arbeit: Die Chancen und Möglichkeiten, die sich bieten aufzuzeigen und gemeinsam mit den Ratsuchenden Erleichterungen auf den Weg zu bringen“, fügt sie an. Dass sei nicht immer einfach, ergänzt Abel: „Die Pflege von Angehörigen ist ein schwieriges Thema. Es trifft oft unerwartet und stellt die Menschen vor scheinbar unlösbare Probleme. Dort will der Pflegestützpunkt Betroffene und Angehörige unterstützen und den neuen Alltag erleichtern“, ergänzt Sabine Leskien vom Pflegestützpunkt, die ebenfalls seit der Gründung dabei ist. Im Fokus stehe die „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Darum ist auch die Öffentlichkeitsarbeit wichtig. „Ob Laien oder Experten, es geht darum die Arbeit des Pflegestützpunktes vorzustellen und Beratungsangebote, die den Menschen zugutekommen, bekanntzumachen“, sagt Naomi Hedrich. Auch deshalb sei man vor der Corona-Pandemie auf Messen unterwegs gewesen, biete Informationsveranstaltungen an, oder engagiere sich in Handlungsfeldern des Bündnisses für Familie des Vogelsbergkreises. „Veranstaltungen wie der ‚Samstag für gesundes Altern‘, oder die ‚Pause vom Pflegealltag‘ für pflegende Angehörige sind nur zwei Beispiele, der Aktionen“, sagt Sonja Staubach.

Der Pflegestützpunkt verzeichnet stetig steigende Kontaktanfragen – ein Indiz dafür, wie wichtig die Arbeit ist. „Natürlich sind viele der Menschen, die sich bei uns melden 60 Jahre oder älter, trotzdem gibt es auch Anfragen von jüngeren Menschen, die Eltern oder Kinder pflegen und dadurch vor große Herausforderungen gestellt sind“, erläutert Abel. Doch auch diese schwierigen Situationen begleiten die Expertinnen – „am liebsten mit Hausbesuchen, doch das war im vergangenen dreiviertel Jahr schwierig“, sagt die Pflegeberaterin Claudia Vaupel. Allerdings sei die Zeit genutzt worden, um die Netzwerkkontakte zu pflegen. Für die Zukunft soll das Online-Angebot ausgebaut werden. Online-Vorträge oder Videosprechstunden seien denkbar, ergänzt Abel, die Planungen für die Zukunft liefen.

„Seit zehn Jahren arbeitet der AOK-Hessen vertrauensvoll mit dem Vogelsbergkreis zusammen. Gemeinsam haben wir viel erreicht und konnten die Bedürfnisse unserer Klienten erfolgreich unterstützen“, sagt Axel Russ, Leiter der Pflegeberatung der AOK-Gesundheitskasse in Hessen. Abschließend bedankt sich Landrat Görig für die gute Zusammenarbeit – auch mit dem Partner-Träger AOK-Gesundheitskasse. „Die Weichen für erfolgreiche Arbeit sind gestellt. Mit seinem Einsatz stellt der Pflegestützpunkt Vogelsbergkreis ein unabhängiges und wichtiges Verbindungsstück zwischen Angehörigen, Pflegebedürftigen, Pflegeeinrichtungen und –diensten dar, das sich an vielen Stellen im Vogelsbergkreis erfolgreich einbringt“, betont der Landrat und wünscht für die kommenden Jahre alles Gute.

Kontaktdaten: Pflegestützpunkt Vogelsbergkreis, Büro Alsfeld Tel: 06641-977 2095, -2096, -2097 und Büro Lauterbach Tel: 06641-977 2091, -2092 www.pflegestuetzpunkt-vogelsbergkreis.de

4 Gedanken zu “Stolzer Rückblick und viele Pläne für die Zukunft

  1. Korrektur: alles schön töne, aber die reallität sieht anders es. sobald es brenzlig wird, rührt keiner einen handschlag, das beste ist die trommelei, danach kommt nur heisse luft.

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  2. alles schöne theorie, sber die realität sieht anders aus. sobald es prenzlig wird, rührt keiner einen handschlag. das beste ist die trommelei, danach kommt nur noch heisse luft.

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    1. „Seit Jahren schreibt der Pflegestützpunkt nun an seiner Erfolgsgeschichte…“

      …und der des Landrats. Und damit ist er keineswegs der einzige. Dank Kreispressestelle werden allwöchentlich immer neue Erfolgsgeschichten geschrieben. Der Rückblick ist dann immer besonders stolz, aber Gegenwart und Zukunft sind eher bescheiden. Von irgendwelchen zukunftsweisenden Plänen sehe ich nichts. Die Verdoppelung des Beratungsangebots an zwei Standorten, die nur 17,8 km auseinander liegen, ist angesichts der Ausdehnung des Landkreises reiner Blödsinn. Ansonsten: Viele Beratungshäuptlinge und bunte Ratgeber in Vierfarbdruck, aber wenige Indianer, die dann Pflegende und pflegende Angehörige tatsächlich unterstützen. Das nennt man dann euphemistisch „Hilfe zur Selbsthilfe“. Gemeint ist: Die Ratsuchenden werden informiert, dass es im VB keine Hilfen gibt und suchen sich dann Ansprechpartner in den Nachbar-Landkreisen. Corona hat die wenigen Ansätze, die es gab und die auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein waren, inzwischen zum Erliegen gebracht. Seither beschäftigen sich die Pflegestützpunkts-Filialen mit sich selbst. Das nennt man dann blumig „Zeit genutzt […], um die Netzwerkkontakte zu pflegen.“
      Ein Zitat, das alles sagt: „Die Pflege von Angehörigen ist ein schwieriges Thema.“ Und der Landkreis sorgt dafür, dass es weiterhin schwierig bleibt.

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      1. Wo die besonderen Probleme des Vogelsbergkreises liegen, konnte man jüngst in der Fuldaer Zeitung nachlesen (siehe https://www.fuldaerzeitung.de/vogelsberg/vogelsbergkreis-hessen-frankfurt-axel-wintermeyer-stadt-land-hesse-hessin-wohnung-90151326.html).
        Viele ältere Menschen leben im Alter allein, viele in eigenen Häusern. Daraus ergibt sich ein besonders hoher Unterstützungsbedarf auch für diejenigen, die noch nicht pflegebedürftig sind und daher auch keinen Anspruch auf Geld aus der Pflegeversicherung haben. Doch „haushaltsnahe Dienstleistungen“ für diesen Personenkreis gibt es praktisch nicht. Da habe ich in den letzten Jahren nur immer wieder dieselben Ausreden gehört. Was es doch über Diakonie usw. alles für Möglichkeiten gäbe… pipapo. Ja, für die schweren Fälle, die sich überhaupt nicht mehr helfen können. Auch in den Nachbar-Landkreisen sind derartige Angebote (rein kommerziell!) erst im Aufbau. Siehe „Wir helfen“ in Fulda (https://www.wirhelfen-fulda.de/).

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