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Tag 25 der Räumung und Rodungen im Dannenröder WaldA49-Protest: „Es wird auf jeden Fall weiter gehen, auf irgendeine Art“

DANNENROD (ol). Es war einer der letzten Tage, in denen im Dannenröder Wald gerodet wurde, die Arbeiten in dem besetzen Wald sind fast beendet. Gut 70 bis 90 Meter Wald standen an diesem Freitag noch, dennoch eine größere Herausforderung für die Polizei, denn auf dem letzten Stück warteten noch komplexe Konstruktionen in den Baumkronen – und weiterhin gab es großen Protest durch die A49-Gegner. Einige Eindrücke des Tages gibt es hier im Video.

Von zwei Richtungen aus haben sich die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 durch den Dannenröder Wald einen Weg geschlagen. Angekommen sind sie mittlerweile – nach gut 25 Tagen – beim Baumhauscamp „Oben“, eines der ältesten Camps, das Aktivisten im Wald aufgebaut haben. Komplexe Strukturen warteten dort auf die Einsatzkräfte und vor allem viele Baumhäuser, die sich hoch in den Baumkronen befanden. „Es wird auf jeden Fall weiter gehen, auf irgendeine Art“, erklärte später die junge Aktivistin Emma. Das hier sei nur der Anfang.

Noch wurden nicht alle Baumhäuser geräumt, dennoch wurden mithilfe von etwa sieben Hebebühnen mehrere Traversen, Strukturen, Baumhäuser und auch die Küche des Camps geräumt – und mehrere Aktivisten aus verschiedenen Bäumen geholt. Insgesamt weist die Bilanz der Polizei 77 Personen auf, die in Gewahrsam genommen wurden. Weiterhin wurden fünf Ermittlungs- und 75 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet sowie 114
sogenannte Platzverweise ausgesprochen. Wie Polizeisprecher Jochen Wegmann in einem kurzen Statement erklärte, seien am Wochenende keine Rodungsarbeiten geplant, sondern lediglich Aufräumarbeiten. Auch auf den letzten Metern wolle man sicher und besonnen vorgehen.

Gegen 11 Uhr sprang im Bereich des Camps ein Ausbaugegner von einer Struktur aus der Höhe auf ein Polizeifahrzeug und versuchte anschließend einen ausgefahrenen Kran zu besetzen. Dieses konnte durch die Einsatzkräfte unter Anwendung von unmittelbaren Zwang verhindert und die Person festgenommen werden.

Auf Twitter verbreitete sich ein Video davon schnell. Dabei ist zu sehen wie der Aktivist von der Polizei getreten wird. Vorausgegangen scheint eine versuchte Besetzung des Krans. Auch die Polizei reagierte bereits im Laufe des Tages auf den Ausschnitt und kommentiert via Twitter, dass der Aktivist Widerstand leistete. „Um die Grundverfügung durchzusetzen, kam es auch zur Anwendung einfacher körperlicher Gewalt“, heißt es dabei.

Eine Stunde später gab es dann die erste Demo im südlichen Bereich des Waldes, bei der es außerdem ein Konzert gab. Laut Polizei nahmen in der Spitze etwa 40 Personen teil, gegen 13.15 Uhr endete die Versammlung friedlich. Die einzige Demo war das allerdings nicht: Gegen 16 Uhr begann eine weitere Versammlung in Homberg Ohm, wobei die Teilnehmer im Verlauf des Demonstrationszuges zwei Polizeifahrzeuge blockierten und die Weiterfahrt verhinderten.

Wie Teilnehmer der Demo via Twitter bekannt geben, habe es sich bei dem Fahrzeug um einen Gefangenentransport gehandelt. Laut der Polizei seien auch hier Kommunikations-Beamte im Einsatz gewesen, die die Demonstranten mehrfach angesprochen hätten, allerdings sei zunächst keine Reaktion erfolgt.

Einsatzkräften gelang es jedoch, die Fahrbahn zu räumen und die Fahrzeuge konnten ihre Fahrt fortsetzen. Da die Veranstaltung aufgrund des Vorfalls vom Versammlungsleiter als beendet erklärt wurde, bildete sich im Anschluss eine weitere spontane Versammlung. Hier zogen die Teilnehmer dann weiter in Richtung Stadthalle. Dort wurde die Versammlung gegen 18 Uhr beendet.

Die Abbauarbeiten im Zusammenhang mit der Überbauung der B62 und des Gitterzaunes konnten an diesem Freitag ebenfalls beginnen. Geplant sei es, die Bundesstraße am Wochenende wieder ohne Einschränkungen für den Verkehr freizugeben. Aufgrund der andauernden Einsatzmaßnahmen könne es aber auch in den nächsten Tagen noch zu
temporären Sperrungen kommen.

22 Gedanken zu “A49-Protest: „Es wird auf jeden Fall weiter gehen, auf irgendeine Art“

  1. Der Protest geht weiter. Die Szene am Kreisel in Homberg macht sprachlos. Was ist nur in die Homberger gefahren? Eine Nachricht der Aktivisten bringt „die Sache ins Rollen.“ Kommt zum Kreisel da fährt der GEFANGENEN BUS! Die strömen dort hin „Ihr seit nicht allein“ zu Trommeln ertönt lautstark viele Male, und wieviele Menschen dem Befehl der Respektlosen folgen???? Muss man diesen Leuten erklären, das in den Fahrzeugen „Straftäter“ sitzen? Gesetzes-Brecher, Randalierer? Hallo? Genau das braucht diese „Szene“ für ihre Propaganda, zu ihrer Anerkennung. Bravo Homberg.

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  2. Beschämend finde ich, wie sich die schwarz-grüne Landesregierung während der Proteste im Dannenröder Forst verhalten hat. Kaum Rückendeckung für die vielen Polizeibeamtinnen und -beamten, die im wahrsten Sinne des Wortes für alle den Kopf hinhalten müssen. So nimmt unsere Demokratie Schaden, wenn Chaoten sich über geltendes Recht tagtäglich hinwegsehen.

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  3. Endlich ist es soweit, der erste große Schritt zum Bau der A49 wird bald zu Ende sein. Die meisten Rechtsbrecher werden verschwunden sein und hoffentlich werden sich einige Leute aus der Heimat wieder besinnen. Den Revolutzern aus der Heimat und deren beigefreiten Helfern von wer weiß woher, hat man zum Schluss noch einmal vor Augen gehalten was Recht und Gesetz ist, dafür der Polizei nochmals vielen Dank für euren Einsatz.
    Ich hoffe dass es in Zukunft nicht mehr zu so einer übermäßigen Ansammlung von Randale und Widerstand kommt.
    Aber meistens wird man ja eines besseren belehrt und die Chaoten tauchen in irgend einer Form wieder auf. Am besten wäre es wenn diese nach Brasilien gehen und versuchen würden den Regenwald zu retten, das wäre wenigstens eine Sinnvolle Aufgabe zur Rettung des Klimawandel.

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  4. Was ist dies nur für ein Staat der diese Chaoten in Ruhe lässt. Alle verhaften und wegschließen bis der Verstand wieder funktioniert.

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    1. Alles Straftäter. Hat nichts mit dem wichtigen und uneingeschränkt zu bejahenden Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung zu tun. Ich nehme an, meistens Faulenzer, die noch Stütze bekommen.

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  5. Die kleinen, linken Nullnummern werden an Weihnachten wieder am Tisch von Mutti und Vati sitzen. Also bei denselben linken Nullnummern, nur eine Generation vorher.

    Danach zieht es sie woanders hin. Aber ganz sicher nicht mehr in den Vogelsberg, wo ihnen die Polizei ihre Grenzen aufgezeigt hat. So schnell wie die Rodung dieses armseligen Wäldchens abgeschlossen war, hätte sich das nicht mal die DEGES erträumt.

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  6. Mach ich ja. Nur wird der nach dem Absenden gar nicht erst gespeichert. Wie das wohl kommt?!

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  7. Die junge Dame im „Durchs-wilde-Kurdistan“-Outfit, die sich Emma nennt, bringt es im Video auf den Punkt: Die Aktivist*innen haben in jungen Jahren die Gewalt des Staates erlebt, „obwohl sie eigentlich für ihre Ideale einstehen wollen und für ’ne gerechtere Welt“. Dass auch andere Teile der Gesellschaft Ideale haben, die sie gern durchgesetzt sehen möchten, zumal höchstrichterlich entschieden wurde, dass sie sich „im Recht!“ befinden, kann sie sich offenbar nicht vorstellen, weil ja nur die eigene Überzeugung richtig sein kann und zu einer gerechteren Welt führt.
    Da hilft nur, die Bäume nicht in den Himmel wachsen zu lassen, sondern notfalls samt Wolkenkuckucks-Eigenheimen abzusägen. Denn diese Weltsicht ist schlicht und ergreifend totalitär. Das Image des Schwächeren und lediglich zivil ein wenig Ungehorsamen kann darüber nicht hinweg täuschen. Mit mehr Machtmitteln ausgestattet, führt diese Haltung in den Bürgerkrieg. Das kann man in vielen entfernteren Regionen dieser aus den Fugen geratenen Welt studieren, deren Flüchtlingsströme wir dann in unserem Land zu bewältigen haben. Und schon mischen die auf diesem Weg importierten „Idealisten“, die auch im Gastland nur die eigene „Kultur“ gelten lassen, unsere Gesellschaft auf, terrorisieren mit ihren steinzeitlichen Familienclans ganze Stadtviertel, verüben Anschläge auf andere Minderheiten oder töten wahllos, den Namen ihres Gottes schreiend, Frauen und Kinder bei Fahrzeug-Attacken. Da ist mir, ehrlich gesagt, unendlich wohl, wenn
    man den jungen Baum-Kängurus mal das Grundgesetz in den Beutel steckt. Ja, sie erleben in jungen Jahren staatliche Gewalt. Aber es ist die des Rechtsstaats, der aus gutem Grund das Gewaltmonopol für sich beansprucht. Das ist durch noch so viele Legitimitätsdebatten nicht weg zu diskutieren!

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  8. An Emma die supergeschminkte, dadurch nicht „fotogene Aktivistin“ (Identifizierung durch die Polizei schwierig)
    Paragraph 111 StGB: „Wer öffentlich zu einer rechtswidrigen Tat aufruft, ist Anstifter,es droht Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder Geldstrafe!“
    Paragraph 125 StGB: Landfriedensbruch. Straftat gegen öffentliche Ordnung, Ausschreitungen, bereits die Androhung ist Straftatbestand. Freiheitsstrafe bis 3 Jahre. Also Emma, such Dir’s raus…Rat…verschwindet! Alle bis zum 12.12.2020, damit die Region doch noch zur Ruhe kommt.
    Allen Dank an die Polizei, die sich trotz der vielen Anfeindungen der Chaoten, mancher Anwohner, die ewig besserwissenden Demonstranten, der unverantwortlichen Politiker, der zweifelhaften Umweltverbände, und allen anderen „Dummschwätzer.“

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    1. An „die Polizei, die sich trotz der vielen Anfeindungen der Chaoten, mancher Anwohner, die ewig besserwissenden Demonstranten, der unverantwortlichen Politiker, der zweifelhaften Umweltverbände und alle[n]r anderen ‚Dummschwätzer'“!

      Äh, die trotz… jetzt was tun oder lassen soll?
      Auch rätselhaft: „Also Emma, such Dir’s raus …Rat… verschwindet!“

      Ich glaube, diese Dummschwätzer-Erkrankung nennt man Dyslalie. Mal googeln!

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  9. Da wird ein Klavierspieler samt Equipment 250km kutschiert um Rechtsbrechern ein Ständchen zu spielen, und schon berichten Hessenschau und Tagesthemen. Die einzigen, die wirklich ein Ständchen verdient hätten, sind die Polizisten, allen voran die Höhenretter, die unzählige Menschen, oft auch gegen ihren Willen, sicher auf die Erde gebracht haben. Das war eine Leistung, die eine Berichterstattung Wert gewesen wäre. Leider zählen aber im Mediengeschäft Emotionen mehr.

    Wichtig ist aber nun, dass das, was wir in den letzten 10 Wochen erlebt haben nicht weitergeht. Unsere Politiker, allen voran die SPD Bundestagsfraktion muss Farbe bekennen, dass sie Anarchisten nicht nachgibt und auch zur Fertigstellung der A49 nach der Bundestagswahl steht.

    Dann besteht eine gute Chance, dass die Chaoten begreifen, dass der von ihnen eingeschlagene Weg in einer Demokratie keinen Erfolg hat.

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    1. Tim,
      ich finde deine Kommentare wirklich spannend.
      Aber an deiner Stelle wuerde ich mir mal ein paar Gewdanken machen, wer ab Herbst 2021 Bundesverkehrsminister sein wird.
      Und ob ein Bundesverkehrsminister von den Gruenen, die A49 weiterbauen laesst, angesichts der Bedrohungen für das Wasserschutzgebiet ist doch eher fraglich, oder wie siehst du das?

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      1. Das wird er. In der Koalition mit der @cducsubt, weil es so im Vertrag stehen wird. Wie schon in Hessen. Also träumen Sie weiter.

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  10. Aha, die Grundverfügung wird sichergestellt durch 2 Tritte gegen eine bereits am Boden fixierte Person?!
    Interessante Auslegung.

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    1. Leser. ACHTUNG – Ich schätze es gibt 20 „kleine Filmchen“ die von den Chaoten stammen, und da ist „garantiert“ eine „Gewalttat der Polizei“ drauf.
      Wenn die Polizei alles gefilmt hätte, was diese Assis verbrochen haben, wären das 5 mal so viele (Polizisten an-uriniert, bespuckt, getreten), die haben das nicht gemacht, aus einem Grund „Diese Situation nicht auszunutzen bzw anzuheizen“! Das nennt man deeskalierend handeln! Verstehst Du das jetzt, diesen kleinen Unterschied? „Bad Chaot – Good Schutzman“

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  11. Gut, dass das bald vorbei ist.

    Friedlicher Protest sieht.m. E. anders aus.
    Die Tritte des Polizisten sind zwar nicht zu rechtfertigen, dennoch ist der Aktivist im Grunde selbst schuld.

    Im Video ist von Beschimpfungen zu hören, die, verbal unterhalb der Gürtellinie platziert, scheinbar vom Kranbesteiger kamen, da kann Mann – auch als Polizist – mal grantig werden, zumal der Aktivist sich auch noch massiv gegen die Festnahme wehrte.

    Bleibt zu hoffen, dass endlich Ruhe einkehrt, sobald die Rodungen abgeschlossen sind.

    Weiß man schon, wo die Öko-Terror-Touristen als nächstes ihre Einsätze absolvieren?
    A44 oder Tesla-Fabrik oder gar anderswo?

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  12. Das ist die Schlemmer-Gang, die eine Schande für die ganze Region ist.
    Wie kann man denn diese Chaoten unterstützen, die nach der abgeschlossenen Rodung für den genehmigten Bau der A49 gewalttätigen Rabatz machen. Das gilt auch für die ach so gebeutelten Dannenröder, die den Besetzern Unterstützung bieten, und die Polizei verachten.
    Durch die „Aktivistin Emma“ erfährt die ganze Welt, der Protest geht auch nach der Abholzung weiter. Fröhliche Weihnachten

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  13. Heute Mittag kam in den FFH-Nachrichten das die „Aktivisten“ jetzt die Wiederaufforstung des Dannenröder Forsts fordern wollen. Ohne Sinn und Verstand.
    Das schlimme ist nur das die militanten linken Ökoterroristen weiterziehen werden und woanders Randale machen werden. Vielleicht am Fehmarnbelt in der Ostsee oder gegen die A44 im Lossetal.

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